Erste Ausschreitung in Rom

Eintracht-Fans von Lazio-Anhängern angegriffen

Frankfurt - In Rom hat es bereits im Vorfeld des Europa-League-Spiels zwischen Eintracht Frankfurt und Lazio Rom die ersten Ausschreitungen gegeben. Fans der Eintracht sind von Anhängern von Lazio Rom angegriffen worden. Von Peppi Schmitt

Sportlich geht es um die „goldenen Ananas“, wenn die Frankfurter Eintracht am Donnerstagabend (18.55 Uhr) bei Lazio Rom anritt. Und doch ist das Spiel im „Stadio Olimpico“ in der italienischen Hauptstadt der bisherige Höhepunkt der Frankfurter Europareise.

Beide Mannschaften sind nach fünf Spieltagen in der Europa-League-Gruppe H (Lazio-Fans greifen Eintracht-Anhänger an: Eskaliert Europa-League-Spiel?) extratipp.com* berichtet) bereits für die nächste Runde qualifiziert, die Frankfurter als unangefochtener Erster, die Römer als Zweiter. Für die Fans ist das Spiel dennoch ein Highlight, insgesamt werden sich wohl 10.000 Frankfurter Anhänger auf den Weg gemacht haben mit Flugzeugen, mit Bussen, mir privaten Autos. „Nur“ 8500 werden mit den zur Verfügung gestellten Karten im Stadion dabei sein, der Rest wird in der Stadt mit der Mannschaft fiebern.

Außerdem gibt es die VIPS, also die wichtigen Personen, die sich diese Reise auch nicht entgehen lassen wollten. Die Eintracht hat viele Freunde eingeladen, allen voran den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen mit seinen Frau, auch den früheren Frankfurter Nationalspieler Thomas Berthold, der einst für den AS Rom hat und den früheren Trainer und Manager Klaus Gerster. Und natürlich für die Mannschaft, die zwar nicht in bester Besetzung antreten kann und wird, aber dennoch als erste deutsche Mannschaft in der Europa-League die Gruppenphase mit sechs Siegen überstehen wird. „Das ist für uns eine besondere Motivation“, sagt Trainer Adi Hütter. Ein Erfolg gegen Lazio würde zudem weitere 520.000 Euro in die Kassen spülen.

Also doch kein Spiel ohne Bedeutung. Bedenklich freilich, dass die Frankfurter Fanliebe mit ihrer ausgeprägten Reisetätigkeit nicht nur für große Vorfreude sorgt. Es gibt durchaus auch Befürchtungen, dass es zwischen den beiden Fangruppen, die auch politisch nicht weiter auseinander sein könnten wie die als rechtsradikal verschrienen Lazio-Fans und die eher links eingestellten Frankfurter, nicht wirklich friedlich zugehen könnte.

Erste Anzeichen: In der Nacht zu Mittwoch wurde eine kleine Gruppe Frankfurter von 20 Lazio-Fans angegriffen, es gab zwei verletzte Frankfurter, zunächst ins Krankenhaus gebracht wurden inzwischen heimgeflogen sind.

Der Vorstand der Eintracht, Axel Hellmann, hat schon mal vorsorglich gewarnt und gemahnt. „Rom ist ein gefährliches Pflaster“, sagte er, die Eintracht-Fans sollten sich in der Stadt nicht mit Schals, Trikots und ähnlichem zu erkennen geben. Ein Fanmarsch zum Stadion ist zudem strikt verboten. Die Stimmung vorm sportlich angeblich so „unwichtigen“ Spiel ist auch deshalb aufgeheizt, weil es beim Hinspiel in der Mainmetropole Übergriffe gegen Römer Fans gegeben hatte.

Bilder: Diese Verträge bei Eintracht Frankfurt laufen aus

Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Luka Jovic: Der Stürmer ist noch von Benfica Lissabon ausgeliehen, doch die Eintracht hat eine Kaufoption. Es gilt als sicher, dass sie diese auch zieht.  © Hübner
Eintracht Frankfurt präsentiert Kevin Trapp
Kevin Trapp: Kurz vor dem Ende der Sommertransferperiode gelang der Eintracht die Rückholaktion von Kevin Trapp. Auch wenn die Verantwortlichen ihn gern über die Saison hinaus halten wollen, ist fraglich, ob dies gelingt.  © dpa
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Jan Zimmermann: Der Ersatzkeeper kehrte 2017 zur Eintracht zurück und ist seit dieser Saison einer von vier Torhütern. Über eine mögliche Verlängerung ist bislang nichts bekannt.  © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Marco Fabián: Der Wechsel des Mittelfeldspieler im Sommer platzte kurzfristig, viel Spielzeit hat er seitdem nicht bekommen. Ein Wechsel im Winter steht im Raum.  © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Allan Rodrigues de Souza: Der Leihspieler aus Liverpool konnte sich bisher noch nicht bei der Eintracht beweisen. Dennoch strebt er einen Verbleib über die Saison hinaus an.  © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Branimir Hrgota: Der Stürmer steht seit 2016 unter Vertrag, spielt aber immer seltener eine Rolle. Die Zeichen stehen auf Abschied.  © Hübne r
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Taleb Tawatha: Der Linksverteidiger kommt nur selten zum Einsatz. Ein Wechsel nach Spanien steht im Raum.  © Hübner

Mit gemischten Gefühlen werden die Blicke der Eintracht-Verantwortlichen auch in die eigenen Fankurve gehen. Denn jede abgebrannte Fackel wird von der UEFA geahndet und wird den Verein teuer zu stehen kommen. Die Eintracht-Fans stehen nach den jüngsten Ereignissen bei den EL-Spielen, übrigens auch zuletzt wieder in der Liga in Berlin, trotz all der tollen Choreografien unter besonderer Beobachtung. Was die „Pyromanen“ und selbst ernannten „Superfans“ unter den Anhängern bislang nicht weiter gestört hat, sie haben ihre Fackeln und damit das Geld des Vereins weiter verbrannt.

Der Frankfurter Trainer wurde am Tag vor dem Spiel nicht müde, die Ernsthaftigkeit auf Seiten der Eintracht herauszustellen. „Wir sind gekommen, um zu gewinnen“, sagte der Österreicher. Freilich wird er genau wie sein italienischer Kollege Simone Inzhagi kräftig „rotieren“. Was bei den Frankfurtern gar nicht so einfach ist, denn Filip Kostic (3. gelbe Karte) ist gesperrt und viel andere sind verletzt. Zuletzt ist auch noch Jonathan de Guzman mit muskulären Problemen ausgefallen und hat die Reise nach Rom gar nicht mit angetreten.

„Nichts Tragisches“, sagt Hütter, es sei eine „Sicherheitsmaßnahme“ mit Blick auf das Bundesligaspiel am Sonntag gegen Leverkusen. Die Personalauswahl ist so eng bei der Eintracht, dass das Aufgebot fürs Spiel nur siebzehn statt der erlaubten achtzehn Spieler umfassen wird. Ein Platz auf der Bank wird also frei bleiben, Stammkeeper Kevin Trapp sitzt nur zur Vorsicht auf der Tribüne.

Voraussichtliche Aufstellung von Eintracht Frankfurt:  Rönnow – Russ, Hasebe, Falette – Da Costa, Fernandes, Willems, Tawatha – Gacinovic – Haller, Jovic.- Bank: Zimmermann, Ndicka, Beyreuther, Stendera, Müller, Rebic

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa

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