Personalprobleme vor Bayern-Spiel

Gacinovic kämpft um Europa und die WM

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Gacinovic im Spiel der Eintracht gegen Hoffenheim.

Frankfurt - Ein „nicht öffentliches Training“ hatte die Frankfurter Eintracht für den Dienstag angekündigt. Doch die erste Übungseinheit der Woche wurde dann doch unten den Augen von ein paar wenigen Kiebitzen absolviert. Von Peppi Schmitt

Freilich waren nicht alle Profis auf dem Platz. Viele leicht und etwas schwerer angeschlagene Spieler wie Kevin-Prince Boateng, Marco Russ, Marius Wolf, Marco Fabián, Jonathan de Guzman oder Luka Jovic haben gefehlt. Sie wurden behandelt, haben teilweise individuell trainiert oder sind, wie Ante Rebic (Muskelfaserriss in der Wade) und nach seiner Rückkehr aus Mexiko auch Carlos Salcedo (Schlüsselbeinbruch), nur ein paar Runden gelaufen. So richtig viel Aussagekraft hatte das Training also nicht. Immerhin aber war Omar Mascarell mittendrin. Der Spanier hat also die beiden Einsätze in der vergangenen Woche nach zuvor fast zwei Monaten Pause gut überstanden.

Zumindest mit einem Auge werden alle Frankfurter am Mittwochabend nach München schauen, wenn die Bayern in der Champions-League gegen Real Madrid spielen. Am Samstag muss die Eintracht beim Meister antreten und der eine oder andere hat die Hoffnung, dass die Bayern zwischen den CL-Spielen es vielleicht doch etwas langsamer angehen lassen. „Die Champions-League ist für die Bayern sicher wichtiger“, sagt Eintracht-Profi Mijat Gacinovic, „aber zu Hause wollen sie trotzdem gewinnen“. Zumal die zweite oder dritte Garnitur der Münchner immer noch stark genug ist, um jeden anderen Klub zu schlagen. „Sie haben auf jeder Position zwei, drei Superspieler“, sagt der Frankfurter Mittelfeldspieler.

Gacinovic gehört zu jener Gruppe im Eintracht-Kader, die aktuell nicht von Müdigkeit befallen ist. „Ich bin nicht müde, ich habe ja nicht so oft gespielt“, versichert er. Gründe für den Verlust seines Stammplatzes kennt er nicht. In der Vorrunde hatte er noch fünfzehn von siebzehn Spielen absolviert, in der Rückrunde ist er nach und nach zur Teilzeitkraft zurückgestuft worden. Ob es mit seiner abfälligen Handbewegung nach der Auswechslung beim Auswärtsspiel in Augsburg am 4. Februar zu tun hat? Der 23 Jahre alte Gacinovic schweigt und akzeptiert die Entscheidung des Trainers, auf andere zu setzen. Schließlich hätte die Mannschaft über Wochen gut gespielt, es habe also keinen Grund gegeben, etwas zu ändern. Auch wenn er natürlich mit seiner Situation „unzufrieden“ gewesen sei. „Wir haben nun mal viele gute Mittelfeldspieler“, räumt Gacinovic ein, „so viele wie noch nie, seit ich hier bin.“ Am letzten Samstag gegen Hertha durfte er dann wieder mal von Anfang an ran, die Leistung war aber nicht so, wie von allen erhofft. Der fehlende Spielrhythmus hatte sich deutlich bemerkbar gemacht. „Besser machen“ sei die Konsequenz, die er daraus ziehe. Und die für die ganze Mannschaft gelte.

Für Gacinovic steht in den letzten Wochen der Saison nicht nur die Europapokalteilnahme mit der Eintracht auf dem Spiel, sondern auch die WM-Teilnahme mit Serbien. „Es ist mein großes Ziel, bei der WM dabei zu sein“, sagt er, „aber um das zu schaffen, muss ich hier erstmal gut spielen.“ Wenn er denn darf. An Selbstkritik mangelt es dem 23 Jahre Offensivspieler jedenfalls nicht. So schlecht habe man beim 0:3 gegen Hertha gar nicht gespielt, sagt er, „aber wenn man seine Chancen nicht nutzt, kassiert man Gegentore.“ Er selbst hätte „präziser“ schießen müssen bei seiner guten Gelegenheit. Der Ball war von der Unterkante zurück ins Feld gesprungen.

Kovac trifft auf Bayern: Frankfurt im Pokalfinale

Luka Jovic war der Matchwinner für die Frankfurter Eintracht auf Schalke. Foto: Bernd Thissen
Luka Jovic war der Matchwinner für die Frankfurter Eintracht auf Schalke. Foto: Bernd Thissen © Bernd Thissen
Die Frankfurter feiern den Einzug ins Pokalfinale. Foto: Bernd Thissen
Die Frankfurter feiern den Einzug ins Pokalfinale. Foto: Bernd Thissen © Bernd Thissen
Schalkes Leon Goretzka war nach dem Aus im DFB-Pokal bitter enttäuscht. Foto: Ina Fassbender
Schalkes Leon Goretzka war nach dem Aus im DFB-Pokal bitter enttäuscht. Foto: Ina Fassbender © Ina Fassbender
Die Frankfurter Spieler feiern den Sieg auf Schalke mit den mitgereisten Fans. Foto: Bernd Thissen
Die Frankfurter Spieler feiern den Sieg auf Schalke mit den mitgereisten Fans. Foto: Bernd Thissen © Bernd Thissen
Die Schalker konnten im eigenen Stadion nicht gegen Frankfurt gewinnen. Foto: Ina Fassbender
Die Schalker konnten im eigenen Stadion nicht gegen Frankfurt gewinnen. Foto: Ina Fassbender © Ina Fassbender
Frankfurts Trainer Niko Kovac und Kevin-Prince Boateng jubeln über den Sieg gegen Schalke 04. Foto: Ina Fassbender
Frankfurts Trainer Niko Kovac und Kevin-Prince Boateng jubeln über den Sieg gegen Schalke 04. Foto: Ina Fassbender © Ina Fassbender

„Mein Fehler“, sagt Gacinovic, der hofft, am Samstag in München wieder in der Anfangself zu stehen. Vieles wird davon abhängen, welche der verletzten Spieler zurückkehren können. Ganz so üppig sind die Möglichkeiten für den Trainer ja nicht mehr. Salcedo, de Guzman und Rebic werden wegen Verletzungen fehlen, Makoto Hasebe wurde nach seiner roten Karte für vier Spiele gesperrt, wobei das vierte Spiel zur Bewährung ausgesetzt wurde. Der Japaner wird in der Bundesliga in dieser Saison also nicht mehr spielen dürfen, erst wieder im Pokalfinale. Fraglich sind nach wie vor Kevin-Prince Boateng (Oberschenkelprellung) und Marius Wolf (Fußprellung).

Quelle: op-online.de

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