Hübner spricht Klartext

„Eine vorzeitige Trennung von Niko Kovac ist kein Thema“

+
Niko Kovac im Spiel gegen Bayern München

Frankfurt - Deutliche Worte der Beruhigung und Klarstellung hat Eintracht Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner am Dienstag gefunden. Zwar nehme die Führung der Eintracht die heftige Kritik an Trainer Niko Kovac nach dessen bekanntgewordenem Abgang nach München „sehr ernst“, eine Ablösung des Trainers aber komme selbst bei einer Niederlage im Heimspiel am Samstag gegen den HSV nicht in Frage. Von Peppi Schmitt

„Das ist bei uns überhaupt kein Thema“, versicherte Hübner. In einem Gespräch mit den Medien kündigte der Manager für die Nachfolge Kovacs einen „Top-Kandidaten“ an. Unser Mitarbeiter Peppi Schmitt hat Hübners Aussagen aufgezeichnet.

Zur Zukunft von Trainer Kovac bei der Eintracht und dem Druck vorm HSV-Spiel: „Ich gehe nicht davon aus, dass wir gegen den HSV verlieren. Aber selbst wenn, wird Niko bis zum Saisonende bleiben. Für uns stellt sich das Thema einer Ablösung überhaupt nicht. Wir haben ihm zu verdanken, wo wir gerade stehen. Aus meiner Sicht gibt es zwischen den negativen Ergebnissen der letzten Wochen und seinem Weggang keinen Zusammenhang. Als Verantwortliche dürfen wir uns nicht als Fans zeigen, sondern müssen klare Gedanken fassen. Eine Trennung von Niko war nie ein Thema. Auch die Mannschaft hält zu ihm und gönnt ihm, dass er nach München geht.“

Zur allgemeinen Situation: „Wir haben die beste Ausgangsposition seit wahrscheinlich zwanzig Jahren, stehen auf Platz sieben, können aus eigener Kraft die Qualifikation für Europa schaffen und stehen im Pokalendspiel. Das zeigt, dass hervorragend gearbeitet wurde.“

Zur umstrittenen Art und Weise des Wechsels des Trainers zu den Bayern: „Niko hat sich nicht verkehrt verhalten. Er hat uns informiert, blöd war nur, dass zeitgleich die Meldung nach außen gedrungen ist. Aber damit müssen wir jetzt leben. Ich glaube ihm, dass es so gelaufen ist, wie er es erklärt hat.“

Über einen möglichen Interessenkonflikt, weil Kovac ja auch für Bayern planen muss: „Ich glaube nicht, dass er da viel vorantreiben muss. Er hat einen fertigen Kader und hat da nicht mehr ganz so viel Einfluss. Damit muss er in Zukunft leben.“

Eintracht Frankfurt unterliegt bei Bayern München: Bilder

Zur Suche nach einem Nachfolger: „Ich gehe davon aus, dass wir einen Top-Kandidaten bekommen. Wir haben schon interessante Gespräche geführt. Wir lassen uns aber nicht unter Druck setzen.“

Zur Zukunft von Assistenz-Trainer Armin Reutershahn: „Stand jetzt gehen Niko und Robert Kovac nach München, für Armin gibt es keine Anfrage. Ich gehe davon aus, dass er bleibt.“

Zur Zukunft von Kevin-Prince Boateng: „Niko hat ihn ja nicht alleine nach Frankfurt geholt. Prince hat früher ja auch mit Fredi Bobic zusammengespielt. Ich glaube jedenfalls nicht, dass Niko ihn mit nach München nimmt. Er wird bei uns bleiben.“

Zu Gerüchten, Kaderplaner Ben Manga könnte nach Spanien oder Portugal wechseln: „Davon ist mir nichts bekannt. Das ist kein Thema.“

Eintracht-Zeugnis gegen Bayern München

Zu Kovacs Autofahrt mit dem Fahrer des FC Bayern am letzten Samstag nach Salzburg: „Das war ein bisschen naiv. Da muss er noch lernen, gerade wenn er jetzt Bayern-Trainer wird. Aber wir waren darüber informiert. Wir waren einverstanden, weil es komplett privat war. Niko war ja zum Training am Sonntag pünktlich zurück.“

Zur Pleite von München: „Wir haben unseren Frust abgelassen und die Fehler deutlich angesprochen. Die Mannschaft war sehr einsichtig. Wir haben den Spielern gesagt, dass sie in der Verantwortung stehen. Gegen die Bayern haben sie viele Eigenschaften vermissen lassen, die uns sonst ausmachen. Wir müssen wieder Gier, Leidenschaft und Kompaktheit zeigen, unangenehm spielen. Das ist der Auftrag.“

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.