Eintracht seit zehn Spielen ungeschlagen

Hütter: „Es gibt noch viel zu verbessern“

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Adi Hütter beim Spiel FC Augsburg gegen Eintracht Frankfurt

Frankfurt - Es ist noch nicht einmal der erste Advent. Und doch verteilt die Frankfurter Eintracht schon Weihnachtsgeschenke an sich und ihre Fans. Von Peppi Schmitt

In der Bundesliga haben die Frankfurter von den letzten sieben Spielen sechs gewonnen und eines unentschieden gespielt. Wettbewerbsübergreifend dauert die Erfolgsserie nun schon zehn Begegnungen an. Der 3:1 (1:0)-Erfolg beim FC Augsburg war der erste Sieg in Augsburg in der gemeinsamen Bundesligageschichte. Damit haben sich die Frankfurter tatsächlich auf den Champions-League-Plätzen festgesetzt. Und dann hat am Abend einer der größten Eintracht-Fans, Formel-1-Superstar Sebastian Vettel, im „Sportstudio“ die erste Strophe des Vereinsliedes „Im Herzen von Europa“ vorgesungen. Ja, ist denn schon Weihnachten…?

Was die Frankfurter Spieler und ihr Trainer in diesen Tagen und Wochen auch anpacken, klappt. „Er hat nach der Meisterschaft mit Bern die Champions-League liegen gelassen und ist zu uns gekommen, als wir noch nicht für Europa qualifiziert waren““, singt Sportvorstand Fredi Bobic das hohe Lied auf Trainer Adi Hütter, „das zeigt seinen Mut und seine Überzeugung.“ Von Anfang an habe er mit Hütter ein „gutes Gefühl“ gehabt, sagt Bobic, „er passt zur Eintracht, zu unseren vielen internationalen Spielern, zur multikulturellen Stadt.“

Adi Hütter hat im allgemeinen Siegessrausch auch wieder die richtigen Worte gefunden. Sein Auftritt nach dem Spiel und am Abend vor dem Millionen-Fernsehpublikum war ebenso souverän wie die Spiele der Eintracht in den letzten Wochen. „Ich bin stolz auf diesen Sieg“, sagte er, „aber ich habe noch viel gesehen, was mir nicht passt.“

De Guzman sorgt für Blitzstart

Nach dem Blitzstart mit dem Führungstor von Johnny de Guzman in der ersten Minute, hatten es die Hessen verpasst, das zweite und dritte Tor nachzulegen. Und hatten dann ihre Linie verloren. „Wir waren taktisch nicht mehr diszipliniert genug,“, tadelte Hütter. Augsburg hatte nun genug Gelegenheiten, um auszugleichen, doch die Eintracht kam ungeschoren davon. Der Trainer hat in der Pause die richtigen Konsequenzen gezogen. Er habe sich ein Bild gemacht, was auf dem Platz passiert war. „Fehlpässe spielen oder Chancen vergebend, das gehört zum Fußball“, sagte der 48 Jahre alte Österreicher, „aber wenn die Disziplin fehlt, muss ich eingreifen“. Zwei, drei kleine Eingriffe hatten genügt, um die Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen. So sollte Stürmer Ante Rebic tiefer ins Mittelfeld zurückgehen, um de Guzman und Fernandes zu entlasten. So bekam die Eintracht wieder Kontrolle und konnte sich auf die „Büffelherde“ vorne verlassen. Luka Jovic bereitete das 2:0 in der 47. Minute mustergültig vor, Sébastien Haller erzielte seinen neunten Treffer.

In der 68. Minute führten die Gäste die Entscheidung herbei, als sich Danny da Costa in Kamikaze-Manier gegen Torwart Andreas Luthe durchsetzte und Rebic den Ball nur noch ins leere Tor schieben musste. „Ich muss mal nachschauen, ob noch alles da hängt, wo es hängen soll“, flachste Da Costa später. Luthe hatte ihn mit einem üblen - übrigens nicht geahndeten Foul - zwischen den Beinen getroffen. Dass die Eintracht auch danach nicht wirklich zur Ruhe kam, gehört zu jenen Dingen, die dem Trainer missfallen. Haller hätte zwei, drei Tore erzielen können, ließ Chancen leichtfertig liegen. Und hinten schlichen sich Fehler ein, die in der 90. Minute zum Gegentor führten. Torwart Kevin Trapp war sauer. „Wir verlieren Bälle und lassen den Gegner wieder ins Spiel kommen, das ärgert mich“, sagte der Nationalspieler, „aber wir haben nach 12 Spielen 23 Punkte, da will ich nicht zuviel meckern.“

Bilder: Eintracht stürmt auf zweiten Tabellenplatz

Eintracht Frankfurt: Bilder zum Auswärtssieg in Augsburg
Mit 3:1 gewinnt Eintracht Frankfurt beim FC Augsburg. © dpa
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Mit 3:1 gewinnt Eintracht Frankfurt beim FC Augsburg. © dpa

Nach der Selbstkritik haben die Frankfurter dann in den Selbstvertrauens-Modus umgeschaltet. „Es ist unglaublich, wie wir spielen“, sagte Marco Russ, „so einen Lauf hatten wir noch nie, nicht einmal im Ansatz.“ Kevin Trapp fand das Wort „unfassbar“ und mahnte: „Wir müssen weiter die Gier behalten, gewinnen zu wollen.“ Das ist genau die Linie des Trainers, der die Euphorie nicht bremsen will. „Ich versuche, die Spieler nach vorne zu treiben, damit sie hungrig bleiben“, sagte er, „wir haben eine sehr interessante Mannschaft mit vielen guten Typen, aber es gibt noch viel zu verbessern.“ Das klingt fast wie eine Drohung an die Konkurrenz.

Hütter hat auch Einblicke in die Entwicklung der Mannschaft gegeben, die auch ein Stück seiner eigenen Entwicklung ist. Sein Amt bei der Eintracht hatte er im Juli mit der Grundidee angetreten, „offensiven und begeisternden Fußball zu spielen.“ Nach dem Fehlstart sei er bereit gewesen, einen Schritt zurückzugehen. Seine Idee hat er aber nicht verraten. Abzulesen ist die Entwicklung beim Offensivpersonal. „Am Anfang haben wir mit einer Spitze gespielt, ich wollte aber mit zwei spielen, das hat dann super funktioniert“, erzählte er, „irgendwann habe ich es mit drei Spitzen probiert und das war eine gute Idee.“ Jetzt schießen Rebic (5 Tore), Jovic (9) und Haller (9) die Sterne vom Himmel, wurden im ZDF als „Batman, Spiderman und Superman“ bezeichnet. „Das Geheimnis ist, dass sie miteinander spielen, sich gegenseitig auflegen“, sagt Hütter, „das macht mir unheimliche Freunde.“

Quelle: op-online.de

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