„Ehrlich sein, ist selbstverständlich“

Adi Hütter wird am Mittwoch offiziell vorgestellt

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Adi Hütter feierte die Meisterschaft mit RB Salzburg (auf dem Bild) und den Young Boys Bern.

Frankfurt - Am Montagvormittag hat sich Adi Hütter von seinen Spielern und den Mitarbeitern bei Young Boys Bern verabschiedet. Einen Tag zuvor hatten die Berner das Schweizer Pokalfinale gegen den FC Zürich im eigenen Stadion mit 1:2 verloren. Von Peppi Schmitt

„Schade, dass mein letztes Spiel hier in Bern mit einer Niederlage endet“, hatte Hütter gesagt, „ich blicke trotz allem auf eine unfassbar schöne Zeit zurück". Die er mit der Meisterschaft für die Young Boys gekrönt hat. Da war das Verpassen des Doubles zu verschmerzen. In Frankfurt hat der Österreicher beim Deutschen Pokalsieger einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Am Mittwoch wird er zu weiteren Gesprächen an seinem neuen Arbeitsplatz erwartet, am Mittwoch soll er in einer Pressekonferenz (bei Extra-Tipp im Live-Ticker) offiziell vorgestellt werden. „Ich freue mich auf die neue Herausforderung", sagt der neue Eintracht-Trainer.

Der 48 Jahre alte Hütter hat ganz klare Vorstellungen von der Arbeit eines Trainers, von der Taktik und der Mannschaftsführung. In einem Interview mit der „Aargauer Zeitung“ hat er darüber detailliert gesprochen. Von den Spielern, Mitarbeitern und Medienvertretern wird Hütter als ehrgeizig, korrekt und ehrlich geschildert. „Ehrgeizig muss man sein, sonst hat man in diesem Job nichts verloren und ehrlich ist selbstverständlich“, sagt er. Immer korrekt zu sein, sei allerdings „schwierig“, weil er eben auch Personalentscheidungen treffen muss. Als eine der wichtigsten Komponenten seiner Arbeit nennt der neue Eintracht-Coach die Kommunikation mit den Spielern. Da erinnert er an Armin Veh, der in Frankfurt als „Menschenfänger“ galt. Diese Bezeichnung gefällt Hütter nicht. „Ich denke, es ist wichtig, Menschen abzuholen, das ist schwierig“, beschreibt er. Ein Trainer müsse die richtige Mischung aus Nähe und Distanz finden. Sei er den Spielern zu nahe, könne das „gefährlich“ werden. „Aber noch gefährlicher ist es, zu distanziert zu sein“, glaubt er, „ich versuche, mich in der Mitte zu bewegen.“ Er sehe sich nicht nur als Trainer alleine, sondern manchmal auch als Partner der Spieler, nicht aber als Freund. Hütter: „Freund? Nein! Freundlich? Ja!“

Der ehemalige österreichische Nationalspieler, der das Amt des Nationaltrainers abgelehnt hat, weil er täglich mit einer Mannschaft arbeiten will, hat sich auf seinen Trainerstationen (Altach, Grödig, RB Salzburg, Bern) weiterentwickelt. Zu Beginn sei er ein reiner „Ballbesitztrainer“ gewesen und habe den FC Barcelona bewundert. Im Laufe der Zeit hat er auch einen anderen Ansatz gefunden. „Ich habe mich nicht mehr nur darauf konzentriert, was meine Spieler mit dem Ball machen, sondern was sie tun, wenn sie den Ball nicht haben“, erklärt er. Hütters taktische Maxime: „Man muss variabel sein, aber man muss nicht immer permanent aggressiv nach vorne verteidigen.“

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Der Vorarlberger Hütter hat in der Schweiz in allen Interviews hochdeutsch gesprochen, auch mit seinen Spielern, die in großen Teilen das Französische bevorzugt haben. Er wird sich also in Frankfurt nicht umstellen müssen. Bei den Young Boys hat er mit der Meisterschaft Geschichte geschrieben. Sein hohes Ansehen hat auch nach Bekanntwerden seines Wechsels zur Eintracht nicht gelitten. Adi Hütter gilt als der meist respektierte Trainer in der jüngeren Geschichte der Young Boys. Er beschreibt sich selbst als „geselligen Menschen“, der auch lustig sein kann. Aber alles in Maßen. „Ich war ja nicht als Clown bei YB angestellt und als Trainer habe ich eine Vorbild-Funktion“, sagt er zu seinem Auftreten in der Öffentlichkeit. Eintracht Frankfurt kann sich auf einen gestandenen Fußball-Lehrer freuen, der die Eintracht noch einen Schritt weiter nach vorne bringen will.

Quelle: op-online.de

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