Souza weiter unter Beobachtung

Hütter mit USA-Reise zufrieden: „Aufschlussreich und fruchtbar“

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Die Eintracht im Testspiel gegen Philadelphia Union - Die SGE unterlag in der Partie.

Frankfurt - Das erste Trainingslager der Frankfurter Eintracht ist zu Ende. Natürlich wurden in Salt Lake City und seit letzten Donnerstag auch in Philadelphia ein paar konditionelle, taktische und spielerische Grundlagen gelegt. Doch vor allem hat der neue Trainer Adi Hütter die neun Tage in den Vereinigten Staaten dazu genutzt, seine Spieler besser kennenzulernen.

„Den Menschen hinter dem Spieler“, wie er sagt. Bei realistischer Betrachtung freilich ist es eigentlich erst gut die Hälfte des Kaders, dem Hütter auf den Zahn fühlen konnte. Mit den sieben Teilnehmern an der Weltmeisterschaft, die noch Sonderurlaub genießen, und weiteren vier oder fünf Neuzugängen, die entweder schon verpflichtet wurden, aber noch nicht dabei waren, wie der Franzose Evan N‘Dicka oder der Portugiese Goncalo Paciencias oder andere, die erst in den nächsten Tagen und Wochen erwartet werden, haben viele wichtige Spieler ja noch gefehlt. Die Eintracht in Amerika wird mit der Eintracht in der Bundesliga jedenfalls nicht viel gemeinsam haben. Die Tage in den Staaten, die Übungseinheiten und die beiden Freundschaftsspiele haben Hütter in erster Linie Argumentationshilfen gegeben, um in absehbarer Zeit anstehende Personalentscheidungen treffen zu können. „Sehr aufschlussreich“ sei die Reise gewesen, sagte der Eintracht-Coach, der nun einige Fragen beantworten muss.

So muss er darüber befinden, ob Gastspieler Allan Souza (21), den Liverpool-Trainer Jürgen Klopp empfohlen hat, eine Zukunft haben kann im Frankfurter Kader. „Grundsätzlich hat er es sehr ordentlich gemacht, er ist ein junger Spieler mit Potential“, lautet die erste Einschätzung. Noch sei es aber zu früh, für eine abschließende Beurteilung. Hütter möchte den Brasilianer noch ein paar Tage länger beim Training beobachten. Er muss auch entscheiden, was mit Profis passiert, die wie Marc Stendera, Daichi Kamada, Danny Blum und Branimir Hrgota unter Hütters Vorgänger Niko Kovac aufs Abstellgleis geraten waren. Oder wie er mit den letztjährigen A-Jugendspielern Deji Beyreuther und Noel Knothe umgehen wird, die kurzfristig kaum Chancen auf Profieinsätzen haben werden und auch sonst bei der Eintracht nicht zu Spielpraxis kommen können. Sie alle durften in zwei Testspielen ihr Können zeigen.

Die Ergebnisse und die Leistungen der Mannschaft waren dem aktuellen Stand der Vorbereitung im Vergleich zu den mitten in der Saison stehenden Teams aus der Major-League-Soccer (MLS) angemessen. Gegen Real Salt Lake City reichte es zu einem 1:1, gegen Philadelphia Union unterlagen die Hessen in der Nacht zum Sonntag trotz einer deutlichen Leistungssteigerung 0:1. „Teilweise hat es mir schon ganz gut gefallen“, sagte der Trainer. Seine Mannschaft hätte im Grunde einen Sieg verdient gehabt. Doch vor allem Danny Blum und Mijat Gacinovic verpassten beste Gelegenheiten, den Führungstreffer der Amerikaner noch auszugleichen, den Derrick Jones nach einem Doppelfehler von Simon Falette erzielt hatte.

Kurios am Rande: Auch im fünften Testspiel gegen MLS-Clubs konnte die Eintracht nicht gewinnen, letztes Jahr in drei Begegnungen, jetzt in zwei. In den Vordergrund gespielt hat sich keiner der Frankfurter „Wackelkandidaten“, aber der neue Coach hat detailliertere Einblicke gewonnen, wen er für seine favorisierte Spielweise, die eindeutig auf temporeiche Offensive ausgerichtet ist, gebrauchen kann. Die Bedingungen für die Trainingsarbeit seien „optimal“ gewesen, die Arbeit „sehr fruchtbar“.

Eine Hoffnung hat sich schon mal erfüllt: Alle Spieler sind gesund zurückgekehrt, Kapitän David Abraham hat nach einer kurzen Pause unter der Woche in Philadelphia wieder spielen können und die Rückenprobleme, die Torhüter Jan Zimmermann plagen, sollen nicht gravierend sein. Die wirkliche spielerische, taktische und für den kompletten Kader auch konditionelle Ausrichtung, wird sowieso erst in den nächsten Tagen in der Heimat beginnen.

Nach einem kurzen Verschnaufen, wird es am Mittwoch in Frankfurt weitergehen. Zwar wird es auch dann noch dauern bis die Mannschaft komplett sein wird, doch nach und nach werden mit dem neuen Torwart Frederik Rönnow, Abwehrspieler Carlos Salcedo, den Mittelfeldspielern Makoto Hasebe, Gelson Fernandes und Marco Fabián sowie den Stürmern Luka Jovic und Ante Rebic die WM-Spieler zurückkehren. Wenn sie denn wie Fabián vielleicht und Rebic wahrscheinlich nicht noch verkauft werden. (ps)

Eintracht 1.HZ: Wiedwald – Chandler, Abraham, Knothe, Beyreuther, Müller, Kamada, Allan, Torró, Willems, Haller

Eintracht 2.HZ: Wiedwald – Da Costa, Russ, Falette, Tawatha, Blum, De Guzman, Stendera, Cavar, Gacinovic – Hrgota

Tor: 1:0 Jones (49.)

Quelle: op-online.de

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