Bein und Chris mit Lob

Eintracht Frankfurt träumt von der Königsklasse

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Jetro Willems hat nichts dagegen, von der Königsklasse zu träumen. 

Frankfurt - In Frankfurt wird von der Champions-League gesprochen. Nicht von den Medien, aber in den Medien. Die Erfolgsserie der letzten Wochen, neun Pflichtspiele ungeschlagen, acht Siege, Platz vier, haben rund um die Eintracht Erwartungen geweckt und viele Menschen zum Träumen gebracht. Von Peppi Schmitt

So sagt Weltmeister und Ex-Eintracht-Profi Uwe Bein in einem HR-Interview: „Hoffenheim spielt Champions League, warum also wir nicht auch?" Freilich, so Bein, sei es noch „ein weiter Weg.“ Der Brasilianer Chris, auch einst bei der Eintracht, glaubt, „dass in dieser Saison alles drin ist, wenn sie so weiterspielen, sogar die Champions-League.“ Das sind neue Töne, die die fast schon euphorische Atmosphäre in diesen Tagen und Wochen rund um die Eintracht bestens beschreiben.

Die Bosse wollen diese Euphorie nicht dämpfen, sind aber naturgemäß vorsichtiger. Sportdirektor Bruno Hübner möchte, „dass sich die Mannschaft oben festbeißt.“ Oben soll in diesem Fall wohl heißen, im ersten Drittel, also auf den internationalen Plätzen. Die Spieler sind selbstbewusst, aber nicht überheblich. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch in ihren Aussagen und Einschätzungen. „Natürlich dürfen wir träumen“, sagt Verteidiger Jetro Willems, „die Pokalendspiele waren auch Träume und wir haben sie erreicht, das zweite sogar gewonnen.“

In der Kabine ist die Champions-League nicht das große Thema, sondern die grundsätzlichen Möglichkeiten der Mannschaft. „Wir waren vor zwei Jahren Elfter, zuletzt Achter, jetzt wollen wir besser sein“, sagt der holländische Verteidiger, der seinen Stammplatz unter anderem wegen zweier Platzverweise verloren hat. Neuzugang Filip Kostic wurde von Trainer Adi Hütter vom Stürmer zum Offensivverteidiger umfunktioniert und hat die Nase vorn.

Einen echten linken Verteidiger wie ihn Willems verkörpert gibt es unter dem neuen Coach nicht mehr bei der Eintracht. „Der Trainer hat das System gewechselt und die Mannschaft macht das gut“, sagt Willems, „das akzeptiere ich.“ Es sieht keinen Grund zur Aufregung, wenn er auf der Bank sitzt. „Das sei eben die „andere Seite“ des Sports. Durch die große Anzahl von Spielen, bis zur Winterpause gibt es noch acht (sechsmal in der Liga, zweimal in Europa), werde es aber „genug Gelegenheiten“ geben, sein Können zu zeigen.

„Wir brauchen jeden“, sagt er, „wenn ich meine Chance bekomme, muss ich fit sein.“ Aber Willems ist natürlich nicht wirklich zufrieden mit seiner Situation als Einwechselspieler. Ein Wechsel im Winter? „Es ist zu früh, zu sagen, was im Winter passiert“, weicht er aus. Zunächst einmal gehe es darum, sich auf die nächsten Aufgaben zu konzentrieren.

Eintracht-Zeugnis gegen Schalke 04

Eintracht Frankfurt präsentiert Kevin Trapp
Kevin Trapp: Note 2 © dpa
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Evan Ndicka: Note 3 © Hüb ner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Gelson Fernandes: Note 3 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Jonathan de Guzman: Note 3 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Luka Jovic: Note 1,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Sebastien Haller: Note 2,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Mijat Gacinovic: Keine Note, spät eingewechselt © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
David Abraham: Note 2,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Makoto Hasebe: Note 1 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Danny da Costa: Note 2,5 © Hübner
Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt Training
Filip Kostic: Note 2 © Hübner
Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt Pressekonferenz
Ante Rebic: Note 2 © Hübner

Nach drei freien Tagen haben die Frankfurter am Dienstag die Vorbereitung aufs Auswärtsspiel am Samstag in Augsburg aufgenommen. Ein halbes Dutzend Nationalspieler (Die Serben Luka Jovic und Mijat Gacinovic, der Däne Frederik Rönnow, der Israeli Taleb Tawatha (Liebäugelt mit Wechsel), der Mexikaner Marco Fabián und Simon Falette, der zum ersten Mal für Guinea gespielt hat, hat noch gefehlt. Der Kroate Ante Rebic hat im Kraftraum gearbeitet, Kevin Trapp hat schon wieder auf dem Platz gestanden. Genau wie Filip Kostic, der wegen einer Zahnoperation auf die Länderspielreise verzichtet hatte.

Augsburg ist für die Eintracht eine besondere Herausforderung, ein wirklicher „Angstgegner“. Dort haben sie in der Bundesliga noch nie gewinnen können. „Wir hatten auch in Freiburg lange nicht gewonnen und haben es in dieser Saison geschafft“, sagt Willems. An die 0:3-Pleite im Februar erinnert er sich nicht so gerne. „Das war damals sehr hart für uns, die waren stark“, sagt er, „aber jetzt sind wir stabiler und wollen gewinnen.“ Nun werde es auch für die Augsburger „sehr hart“. Da ist es wieder, das Selbstvertrauen ohne Selbstüberschätzung.

Quelle: op-online.de

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