Eintracht Frankfurt

Eintracht-Star Timothy Chandler: „Ich freue mich jeden Tag hier zu sein“

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Timothy Chandler: Darüber spricht er im Interview. 

Eintracht-Star Timothy Chandler spricht im Interview über seine Operation, seine kleine Tochter und die Mannschaft.

Frankfurt – Die letzte Saison war für Timothy Chandler (29) zum Vergessen. Eine Woche vor dem Saisonstart hatte er sich einen Knorpelschaden im rechten Knie zugezogen und musste operiert werden. Er fiel über Monate aus und kam nur in einem einzigen Bundesligaspiel kurz zum Einsatz. Jetzt ist der in Frankfurt geborene US-amerikanische Nationalspieler (29 Länderspiele) wieder fit und will angreifen. Im Interview mit unserem Mitarbeiter Peppi Schmitt sagt er: „Ich bin in richtig guter Verfassung“.

Natürlich muss die erste Frage lauten: Wie geht es Ihnen? 

Es geht mir sehr gut, ich bin in richtig guter Verfassung. Natürlich ist es anstrengend hier im Trainingslager, aber mir tut das gut. Die Vorbereitung ist nun mal wichtig. Ich habe schon im Sommer sehr viel gearbeitet. Speziell für mein operiertes Knie habe ich viel für die Muskulatur drumherum gemacht, um für Stabilität zu sorgen. Das scheint sich gelohnt zu haben. 

Wie schön war in der schweren Zeit die private Situation? Sie haben ja ein Töchterchen bekommen? 

Haley ist jetzt sechs Wochen alt. Das ist eine wunderschöne Ablenkung. Es ist einfach schön, jeden Morgen aufzustehen und zwei Lächeln zu sehen. Ich war in diesem Sommer nicht im Urlaub, mein Zuhause ist Ferien genug.

Hatten Sie nach der Knieoperation und während der Verletzungspause irgendwann Zweifel, es könnte nicht mehr klappen mit Profifußball? 

Nein, diese Gedanken gab es bei mir nicht, ich zweifele nie. Das liegt auch an der Betreuung rundherum, an der Familie, aber auch an der Hilfe durch die Eintracht. Deshalb habe ich auch die Reha bei der Eintracht gemacht, um möglichst nahe an der Mannschaft zu sein. Ab und zu mit den Jungs lachen, das hat mir Kraft gegeben. 

Wie groß ist nun das Vertrauen in den Körper, in Ihrem Fall in das Knie? 

Das Vertrauen ist groß. Nach den ganzen Problemen habe ich mich intensiv mit meinem Körper beschäftigt, den kenne ich jetzt sehr gut. Ich weiß jetzt ganz genau was los ist, wenn ich in mich hineinhöre. Immer über die Verletzung während des Trainings oder des Spiels nachdenken, macht aber keinen Sinn, dann kommt sie nur zurück. Zeit zu überlegen habe ich nach dem Training genug. 

Die Verteidiger-Konkurrenz ist im Sommer mit Erik Durm noch größer geworden, da sind ja auch noch Almamy Touré und Danny da Costa. Macht das Ihre Aufgabe noch schwieriger? 

Das belastet mich überhaupt nicht. Konkurrenzkampf ist doch ganz normal, den gibt es immer. Wenn wir wieder in Europa spielen, brauchen wir alle Spieler. Viele können links und rechts spielen, ich auch. Aber nochmal: Viele Alternativen sind wichtig. 

Eintracht Frankfurt: "Das war eine Wahnsinnszeit hier"

Vor zwei Jahren haben wir im italienischen Gais gesessen und ein Interview geführt. Viele haben damals gedacht, es wäre Ihr letztes Trainingslager mit der Eintracht. Jetzt sind Sie immer noch da und nach Marco Russ und Makoto Hasebe sogar der Dienstälteste. Wie schätzen sie die Entwicklung im Rückblick ein? 

Ja, ich kann mich noch gut an unser Gespräch damals erinnern. Da wurde viel geschrieben über meinen angeblich bevorstehenden Abschied. Aber ich habe nie darüber nachgedacht, die Eintracht zu verlassen. Wenn ich jetzt zurückblicke, war das eine Wahnsinnszeit hier. Von der Relegation über zwei Pokalendspiele und Europacup-Halbfinale habe ich alles hautnah mitgemacht oder miterlebt. Es ist einfach der Hammer. Und deshalb freue ich mich jeden Tag, hier zu sein.

Läuft in diesem Trainingslager etwas anders als sonst? Ihr müsst ja viel komprimierter arbeiten? 

Stimmt, wir müssen intensiv arbeiten und schnell die Sachen in den Kopf bekommen und lernen. Taktisch müssen wir einiges ganz schnell hinbekommen. Aber es sieht schon ganz gut aus. Ich denke, alle sind in guter Verfassung. Wir haben ja gewusst, was auf uns zukommt. Wenn man lange genug im Geschäft ist, weiß man, dass man die Aufgaben abarbeiten muss, die man gestellt bekommt. Daran haben sich alle gehalten. Deshalb können wir gleich fußballerisch einsteigen. Wir haben halt einfach weniger Zeit, das ist schon ein wenig anders als sonst. 

Die Fallhöhe für die Eintracht ist ja ziemlich hoch. Wie schätzen Sie die Saison ein und welche Ziele können gesetzt werden?

Jetzt Ziele zu benennen ist schwierig. Klar ist, dass es nicht so einfach werden wird, das letzte Jahr zu toppen. Qualität dafür haben wir genug. Wir wollen zeigen, dass wir Eintracht Frankfurt sind und versuchen die Saison so zu gestalten wie in den letzten Jahren. 

Wie sind Ihre persönlichen Ziele? 

Erst einmal ist es wichtig gut durch die Vorbereitung zu kommen. Ich möchte fit werden und möglichst ein paar Spiele machen. Dann freue ich mich darauf wieder vor unseren Fans in der Arena zu spielen. Das hat mir in der letzten Saison am meisten gefehlt. Auch wenn es auch mal schön war, als Fan auf der Tribüne zu sitzen. Von oben sieht man vieles ganz gut. 

Welche Sprache ist im Moment im Team angesagt? 

Ich versuche immer mal, auch ein paar Brocken spanisch aufzuschnappen. Aber hauptsächlich reden wir englisch, manchmal auch deutsch. Bei uns gibt es nie ein Problem, es gibt nur wenige, die keinen Unsinn reden und für Spaß sorgen. 

Wie verbringt ihr die Zeit im Hotel zwischen den Trainingseinheiten? 

Es gibt viel Behandlung und Pflege. Nach dem Training waren wir auch schon zusammen im See. Der ist Gott sei Dank hier nicht so tief, weil ich nicht sicher bin, ob alle schwimmen können (lacht). Wir trinken Kaffee zusammen, einige schauen sich Spiele vom Afrika-Cup an, wir machen immer etwas gemeinsam.

Von Peppi Schmitt

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Quelle: op-online.de

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