Auswärtssieg in Hannover

Eintracht: Spitzenmannschaft mit Star-Allüren der Stürmer

+
Sebastian Rode, Luka Jovic, Sebastien Haller und Ante Rebic freuen sich über den Erfolg in Hannover.

Hannover - Von den letzten acht Auswärtsspielen in der Bundesliga hat die Frankfurter Eintracht nur eines verloren. Im Jahr 2019 sind die Frankfurter wettbewerbsübergreifend in acht Begegnungen ungeschlagen. Das ist die Bilanz einer Spitzenmannschaft. Von Peppi Schmitt

Und wer drei Tage nach dem kräftezehrenden Europa-League-Spiel gegen Donezk ein Auswärtsspiel in Hannover so leicht und locker und souverän mit 3:0 (0:0) gewinnt, erfüllt auch in Bezug auf Effizienz die Kriterien eines Spitzenteams. An diese Ambitionen musste Trainer Adi Hütter seine Spieler freilich in der Halbzeitpause ziemlich deutlich erinnern. „ Wenn wir um Europa spielen wollen, müssen wir hier gewinnen“, hatte Hütter gesagt. Gesagt, getan. „Die Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt“, freute sich der österreichische Trainer. In der zweiten Halbzeit war dann ein Klassenunterschied zwischen den Frankfurtern und den abstiegsbedrohten Hannoveranern zu erkennen.

Nach vier Unentschieden in Folge ist die Eintracht nun auch in der Liga wieder in die Siegesspur zurückgekehrt. „Kompliment an meine Mannschaft“, sagte Hütter. Damit wollte er nicht die Gesamtleistung loben, die war höchst durchschnittlich, sondern mehr die Klasse, die diese Eintracht inzwischen entwickelt hat. Die Müdigkeit nach dem Donzek-Spiel war zu spüren, mental und physisch, aber die Qualität hat sich am Ende dennoch durchgesetzt. Und es gab neben den toll herausgespielten Toren noch weitere Indizien, dass die Eintracht auf einem ausgesprochen guten Weg nach oben ist. Mit Sebastian Rode, vor allem Martin Hinteregger und nun auch Almamy Touré haben sich die drei Winterneuzugänge nicht nur reibungslos eingefügt, nein, sie sind auch schon in der Lage Akzente zu setzen. Längst beherrscht die Mannschaft mehrere Systeme, ganz offensiv, kontrolliert offensiv, manchmal auch taktisch ein wenig gebremst. Dass Makoto Hasebe noch einmal von der Liberoposition verdrängt werden könnte, die er über Wochen überragend interpretiert hatte, passt ins Bild. Jetzt spielt der Japaner wieder im Mittelfeld und macht das genauso gut.

Die Ansprüche sind gestiegen, auch innerhalb der Mannschaft. Siege werden nicht überschätzt , sondern realistisch eingeschätzt. „Das war ein Pflichtsieg, um oben dran zu bleiben“, sagte Torwart Kevin Trapp trocken. Und freute sich doch ein bisschen, dass er wieder einmal „zu Null“ gespielt hatte. Erfolge wie in Hannover werden als selbstverständlich hingenommen, auch das zeichnet Spitzenmannschaften aus.

Jovic und Haller: Kleiner Rüffel vom Trainer

Und selbst ein kleiner Ausraster macht die neuen Ansprüche deutlich. Als Trainer Hütter vier Minuten vor Schluss beim Stande von 2:0 Sébastien Haller auswechselte, eigentlich das Normalste der Fußball-Welt, war dieser gar nicht amüsiert. Haller stapfte grußlos am Coach vorbei, war sichtlich sauer. „Er wollte wohl auch noch ein Tor schießen“, nahm es der Trainer gelassen, „das ist für mich keine große Sache.“ Und doch wird er in den nächsten Tagen mit dem Franzosen darüber sprechen. Denn Eifersüchteleien unter seinen Topstürmern kann Hütter gar nicht gebrauchen. Auch deshalb hatte Luka Jovic, Spitzenreiter der Bundesliga-Torschützenliste, einen Rüffel bekommen. Jovic, der schon nach vier Minuten leichtfertig und egoistisch die Führung verschusselte, hatte es unterlassen, nach einem Ballverlust mit nach hinten zu arbeiten. Das sind Starallüren, die Hütter intern regeln muss. Da kann der immer höfliche Trainer auch mal ungemütlich werden.

Die vorher erwartete große „Rotation“ des Frankfurter Trainers war auch nur eine kleine. David Abraham und Mijat Gacinovic raus, Almamy Touré und Ante Rebic rein, darauf beschränkten sich die Umstellungen. Doch die Aufstellung war das eine, die Einstellung das andere. Irgendwie wirkten die Hessen zu Beginn nachlässig, nicht so richtig bei der Sache. Was nach dem Highlight gegen Donezk durchaus menschlich war. „In der ersten Halbzeit war Hannover noch ebenbürtig, auch wenn wir da schon die besseren und klareren Chancen hatte“, sagte Hütter. In der zweiten Halbzeit habe sein Mannschaft dann besser nach vorne gespielt, „wir waren konkreter“. Hannovers Trainer Thomas Doll redete nicht lange drumherum. „Da war die Eintracht einfach besser als wir“, sagte er. Und Hütter war nach dem ersten Zorn wieder milde gestimmt. „Kompliment an meine Mannschaft, ich finde es toll, wie souverän wir hier gewonnen haben.“

Bilder: Eintracht gewinnt in Hannover

Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © d pa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96: Bilder
Eintracht Frankfurt gewinnt bei Hannover 96. © dpa

Nach dem Wechsel hatten die Frankfurter alles unter Kontrolle, das 1:0 spielte ihnen dabei in die Karten. Gerade als bei Hannover das Gefühl aufkam, selbst in Führung gehen zu können, schlug die Eintracht eiskalt zu. In der 54. Minute waren auf einmal die vorher so zahmen „Büffel“ wild unterwegs. Haller spielte den von Hinteregger eroberten Ball zu Jovic, der spielte Rebic frei und der traf ins lange Eck. Wie eine Spitzenmannschaft eben.

Der Gegner war nun von der Rolle. Ein paar Freistoßflanken, mehr kam nicht von den 96ern. Und die Eintracht konnte nach Herzenslust kontern. In der 63. Minute lag dann Danny da Costa verletzt im gegnerischen Strafraum, doch das Spiel lief weiter. Auch die Frankfurter spielten munter weiter. Kostic war am linken Flügel frei, flankte nach innen. Und da war dann gar kein Abwehrspieler mehr. Aber Jovic war da. Der Bundesliga-Torjäger nickte ganz locker aus fünf Metern ein zum 0:2. Danach war es nur noch ein Freundschaftsspiel, dem der einmal mehr überzeugende stürmende Linksverteidiger Filip Kostic mit dem 3:0 in der Schlussminute die Krone aufsetzte.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare