Champions-League ist möglich

Eintracht: Die Tür für das Wunder steht weit offen

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Die Tür für das Wunder steht weit offen - Champions-League ist für Eintracht Frankfurt möglich

Borussia Mönchengladbach hatte mit der klaren Niederlage in Düsseldorf am Samstag „die Tür geöffnet“, wie Trainer Adi Hütter sagte. Die Frankfurter Eintracht ist am Sonntag mit dem 3:0 gegen den VfB Stuttgart durch diese Tür gegangen und steht nun auf dem 4. Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Champions-League berechtigen würde.

Frankfurt - Offen reden sie bei den in diesem Jahr in vierzehn Pflichtspielen noch ungeschlagenen Frankfurtern nicht über die „Königsklasse“, intern aber werden die Ziele spätestens seit Sonntagabend ziemlich sicher neu gesetzt. „Wir haben nicht den Druck, die Champions-League erreichen zu müssen, aber wir dürfen träumen“, sagte der Trainer. „Wir haben Blut geleckt und wollen den vierten Platz verteidigen“, sagt Spieler Sebastian Rode. „Nicht der vierte Platz ist zu diesem Zeitpunkt wichtig, sondern die sieben Punkte Vorsprung auf den siebten Rang“, schaut Sportvorstand Fredi Bobic weiter in den Rückspiegel. Aber wie stehen die Chancen der Eintracht wirklich, das sportliche „Wunder“ mit dem Einzug in die höchste Klasse des europäischen Fußballs zu erreichen?

Vor einem Jahr wurde Borussia Dortmund mit 55 Punkten Vierter, vor zwei Jahren hatte die TSG Hoffenheim 62 Punkte benötigt. Der Rückblick lässt also keine größeren Schlüsse zu. Genau vor einem Jahr stand die Eintracht mit damals 45 Punkten übrigens ebenfalls auf Platz vier der Tabelle, brach danach aber total ein. Sieben Spieltage weiter, am Ende der Saison, waren es nur 49 Punkte, genauso viele wie heute. „Ich sehe keinen Ansatz, dass die Chance uns hemmen würde“, glaubt der Trainer, der dem Endspurt ebenso gespannt wie gelassen entgegensieht. Eine Enttäuschung hält er für ausgeschlossen. „Es wäre unangenehm, wenn wir noch aus den europäischen Plätzen rausfallen würden“, sagt er, „aber wenn wir jetzt noch über eine enttäuschende Saison bei Eintracht Frankfurt sprechen würden, wäre ich enttäuscht.“ Soll heißen: Die Saison ist schon jetzt ein Erfolg.

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Drei Heimspiele haben die Frankfurter noch (Augsburg, Hertha und Mainz), allesamt machbar. Aber auch vier Auswärtsspiele (Schalke, Wolfsburg, Leverkusen, Bayern), allesamt ausgesprochen schwer. Aktuell kämpfen die Hessen mit Mönchengladbach und Leipzig um die begehrten Plätze drei bis fünf. Leipzig und die Eintracht haben den Trend auf ihrer Seite, Gladbach befindet sich seit Wochen in einer Dauerkrise. Die ist bei der Eintracht nicht einmal zu erahnen. „Wir haben zum richtigen Zeitpunkt das nötige Glück, Klasse und Power haben wir auch“, sagt der Trainer. Es bestehe kein Grund, das eigene Licht unter den Scheffel zu stellen. Hütter: „Alle anderen bezeichnen uns als Spitzenmannschaft. Wer nach 27 Runden auf Platz 4 steht, ist keine Durchschnittsmannschaft, selbst wenn wir nicht immer Spitzenfußball spielen.“

Es spricht aktuell zweifellos mehr für als gegen die Eintracht. Dass sich Sébastien Haller mit einer Bauchmuskelzerrung plagt und Mijat Gacinovic wegen Schmerzen in der Ferse ausgefallen ist, war gegen den VfB kaum zu bemerken. Der Kader ist längst ausgewogen besetzt, in der Breite so stark wie nie. Alle drei Wintereinkäufe, Martin Hinteregger, Sebastien Rode und Almamy Touré, waren Volltreffer. Das gab‘s in der jüngeren Eintracht-Geschichte so auch noch nicht.

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Die größten Unbekannten sind die zusätzlichen Europa-League-Spiele. Doch warum sollten die Frankfurter, die in der gesamten Saison Honig aus den internationalen Festtagen gezogen haben, nun plötzlich darunter leiden? Das ist nicht zu erwarten. „Wir sind topfit und können 90 Minuten marschieren“, sagt der Trainer. Ihm ist es gelungen mit einer gesunden Mischung aus hartem Training und konsequenten Erholungsphasen, Kräfte zu sammeln und Kräfte zu sparen. Zur mannschaftlichen Geschlossenheit kommen die individuellen Fähigkeiten vieler Spieler. „Die sind bärenstark, einer ist halt immer in Form“, sagte der Stuttgarter Torwart Ron-Robert Zieler beeindruckt. Diesmal war es der zweifache Torschütze Filip Kostic.

Fazit: Das Gesamtbild, das Eintracht Frankfurt seit Wochen und Monaten abgibt, ist ausgewogen, immer mindestens solide und häufig großartig. Die Europa-League ist bei sieben Punkten Vorsprung auf den siebten Platz ganz nahe, die Champions-League bei zwei Punkten Vorsprung nicht mehr fern.

Von Peppi Schmitt

Quelle: op-online.de

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