Eintracht Frankfurt gegen Benfica Lissabon

Das Spiel des Jahres! Das sind die Chancen und Risiken

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Will auch im Rückspiel jubeln: Gonçalo Paciência.

Eintracht Frankfurt steht vor dem Spiel des Jahres. Gegen Benfica Lissabon will die SGE das Weiterkommen in der Europa League sicher. Das sind die Chancen und Risiken.

Frankfurt - Das Hinspiel in Lissabon war kaum abgepfiffen, die Frankfurter Eintracht war gerade Benfica Lissabon mit 2:4 unterlegen, da hatte Fredi Bobic die Marke fürs Rückspiel (Donnerstag, 21 Uhr) gesetzt. „Die hauen wir zuhause weg“, hatte der Sportvorstand gesagt.

Die zwei Tore Rückstand haben die Frankfurter in der offiziellen Sprachregelung nicht besonders beeindruckt, alle, egal ob Spieler oder Trainer, sehen die Chancen auf den Einzug ins Halbfinale weiter intakt. „Wir wollen unseren Traum weiterleben“, sagt Trainer Adi Hütter. Aber ist das realistisch? Oder ist es nur das Pfeifen im Walde? Eine Analyse.

Heimstärke spricht für Eintracht Frankfurt

Für die Eintracht spricht in erster Linie die Heimstärke im Europapokal. Lazio Rom wurde 4:1 geschlagen, Olympique Marseille 4:0 und Schachtjar Donezk 4:1 – alles Ergebnisse, die diesmal zum Weiterkommen reichen würden. Nicht ins Bild passt da nur das 0:0 gegen Inter Mailand. Klar ist, dass die Eintracht mit dem eigenen Publikum im Rücken eine enorme Kraft entwickeln kann.

„Benfica erwartet ein Hexenkessel“, sagt Vorstand Axel Hellman. Das ist nicht nur eine Vermutung, sondern wird ziemlich sicher zur Tatsache. Bis vor einer Woche war auch der Trend der Freund der Eintracht. Im ganzen Jahr 2019 waren die Frankfurter ungeschlagen geblieben, in Europa hatten sie überhaupt noch nicht verloren - bis sie am letzten Donnerstag nach Lissabon gereist sind. Das 2:4 war aus Sicht der Eintracht ein Rückschlag, aber kein Niederschlag.

Spieler von Eintracht Frankfurt sind motiviert

Die Motivation fürs Rückspiel ist ausgesprochen hoch, Spieler wie Fans empfinden die die Partie als große Herausforderung. „Unsere Kampfeslust ist geweckt“, sagt Sebastian Rode. Das wird am Donnerstagabend auch für die 48.000 Zuschauer in der ausverkauften Arena gelten. Sportlich kann man auf die Offensive bauen. Die Eintracht ist immer in der Lage, zwei, drei oder vier Tore zu schießen. Und je länger hinten die „Null“ gehalten werden kann, desto weiter steigen die Chancen.

Denn eine Erkenntnis aus dem Hinspiel war, das Benfica konditionell nicht wirklich in allerbester Verfassung ist. Die Frankfurter Spieler hatten das Gefühl, dass den Portugiesen am Ende des Spiels die Luft ausgegangen war, obwohl sie lange in Überzahl gespielt hatten. Dies ist wohl der eher geringeren Konkurrenz im eigenen Land geschuldet.

Klasse von Benfica Lissabon spricht gegen die Eintracht 

Gegen die Eintracht spricht vor allem die Klasse des Gegners. Obwohl Benfica im Hinspiel nicht mit der vermeintlich besten Mannschaft angetreten war, weil die Meisterschaft und die damit verbundene Champions-League-Teilnahme im Vordergrund stehen, waren sie in der Lage, die Frankfurter teilweise auszuspielen und ganz schlecht aussehen zu lassen.

Jungstart Joao Felix war mit seiner Weltklasseleistung, die er mit drei Toren gekrönt hat, nur die Spitze des Eisbergs, der die Eintracht eine ganze Partie über fast erdrückt hatte. Spielerisch kommt die Eintracht an Benfica nicht heran, da sind die Portugiesen eindeutig überlegen. Natürlich spricht auch die Ausgangsposition für die Gäste. Zwei Tore Vorsprung verleihen Sicherheit. Schießt Benfica nur ein Tor, und dazu sind sie bei ihrer Offensivstärke immer in der Lage, muss die Eintracht schon drei machen. Taktisch ist Benfica darum auch im Vorteil, sie können abwarten, aus der Deckung heraus spielen, auf Konter setzen.

Eintracht Frankfurt muss Risiko gehen

Die Eintracht dagegen muss Risiko gehen, ohne dabei die Abwehr zu vernachlässigen. Taktisch ist das eine außerordentlich anspruchsvolle Aufgabe. Größter Nachteil der Eintracht aber ist die personelle Lage. Mit Sébastien Haller und wahrscheinlich auch Martin Hinteregger werden zwei ganz wichtige Spieler wegen Verletzungen fehlen. Da Evan Ndicka nach dem Hinspiel gesperrt ist, fehlt es vor allem in der Abwehrkette an Alternativen.

Simon Falette, der voraussichtlich zum Einsatz kommen wird, ist immer ein Risikofaktor. Und richtig nachlegen können die Frankfurter auch nicht mehr. Zudem schienen der Eintracht zuletzt aufgrund der vielen Spiele doch ein wenig die Kräfte auszugehen. Das freilich könnte durch den Adrenalinschub, den das Spiel zweifellos bewirken wird, ausgeglichen werden. Fazit: Die Eintracht brauch eine außergewöhnliche Leistung und das nötige Spielglück, um doch noch weiterzukommen. Das wäre kein Fußball-„Wunder“, aber doch eine große Überraschung.

Von Peppi Schmitt

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Quelle: op-online.de

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