Saisonbilanz

Eintracht auf Rekordkurs: Bald 200 Millionen Euro Umsatz

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Eintracht Frankfurt: Bald 200 Millionen Euro Umsatz

Für Axel Hellmann war dieser Termin ein reines Vergnügen. Das Vorstandsmitglied der Frankfurter Eintracht hat am Mittwoch vor der versammelten Presse seine persönliche Saisonbilanz gezogen, die in jeder Beziehung rundherum positiv ausgefallen ist.

Frankfurt - Ob sportlich oder finanziell, die Eintracht habe alle Erwartungen, auch die eigenen, weit übertroffen. Wirtschaftlich sind die „Adler“ in neue Dimensionen vorgestoßen. „Wir haben mit 170 bis 180 Millionen Euro den höchsten Umsatz aller Zeiten erreicht“, sagte Hellmann, „alleine die Europa-League hat uns zwischen 35 und 40 Millionen Euro gebracht.“ An TV-Erlösen wird die Eintracht 73 Millionen Euro erreichen. Bei entsprechenden und zu erwartenden Transfers wird die Schallmauer von 200 Millionen Euro Umsatz übertroffen. Die nackten Zahlen seien freilich nur eine Seite der glänzenden Saisonmedaille. „Die andere ist die emotionale“, sagt Hellmann, „wir haben Anerkennung und Aufmerksamkeit gefunden, eine Identität und Wahrnehmung, wie wir sie nicht immer hatten, das streichelt die Frankfurter Seele.“

Eintracht Frankfurt: „Wandel zwischen den Extremen“

Sportlich bezeichnete Hellmann den Saisonverlauf, vor allem auch das Ende, als einen „Wandel zwischen den Extremen“. Mit dem 7. Tabellenplatz könne er gut leben, dies sei „alles in allem auch eine gerechte Platzierung“. 27 Punkte in der Vorrunde und 27 Punkte in der Rückrunde würde inklusive der überragenden internationalen Ergebnisse in Gruppenphase und K-o.-Runden Zeugnis ablegen für eine große Konstanz. „Doch wir hatten die Hand an der Champions-League bevor uns am Ende die Luft ausgegangen ist“, räumt er eine Enttäuschung ein, „und das 1:6 von Leverkusen war für mich ein traumatisches Erlebnis.“ Der Freude über das Erreichte aber konnte auch das nichts anhaben.

Zum zweiten Mal in Folge kann die Eintracht europäisch spielen, das gab es zuletzt in Neunzigern. Weitere Höchstmarken, die Hellmann aufzählte: 49.700 Zuschauer im Schnitt ist Rekord. In der Europa-League habe man „alle Vögel abgeschossen“, zu Hause sei jedes Spiel ausverkauft gewesen, auswärts hat die Eintracht europaweit die Höchstzahl an Fans mitgenommen. Noch nie habe seien so viele Trikots verkauft worden wie in dieser Spielzeit. Die Mitgliederzahl hat sich seit 2014 auf nun über 75.000 verdreifacht. Es gebe Wachstum auf allen Feldern. „Das alles ist ein riesiger Sprung für diesen Klub“, sagt Hellmann, „wir gehen kerngesund in die Zukunft.“

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Enge Bindung an die Zuschauer

Die enge Bindung an die Zuschauer soll weiter forciert werden. Die Anzahl der Dauerkarten wird um 1000 weitere auf 31.000 für die neue Saison gesteigert. Zudem werden auch rund 40.000 Europapokal-Dauerkarten für alle Phasen von Qualifikation bis Halbfinale angeboten. „Wer die Eintracht wieder im Halbfinale sehen will, sollte sich also schon diese Dauerkarte für die Qualispiele sichern“, sagte der Eintracht-Boss mit einem breiten Lächeln. Vorkaufsrecht haben zunächst die Inhaber der Liga-Dauerkarten. Ein Rückgang des Interesses an den internationalen Spielen befürchtet Hellmann nicht. „Unsere Fans werden die Quali annehmen, wie sie die Gruppenphase angenommen haben“, glaubt er. Die Eintracht werde großen Wert auf „familienfreundliche Preise“ legen, „ich weiß ja, dass die Europa-League für viele Fans ein teures Vergnügen war“.

„Aus wirtschaftlichen Gründen müssen wir keinen einzigen Spieler verkaufen“

Sportliche Einschätzungen hat Hellmann seinem Vorstandskollegen Fredi Bobic überlassen, der gerade mit der Mannschaft nach China gereist ist. An Spekulationen über mögliche Zu- oder Abgänge wolle er sich nicht beteiligen. Zwei grundsätzliche Feststellungen aber waren ihm wichtig: „Aus wirtschaftlichen Gründen müssen wir keinen einzigen Spieler verkaufen. Und die Gehaltentwicklung wird nur ein moderates Wachstum haben.“ Die Eintracht wird nicht bereit sein, Fantasiegehälter zu bezahlen, weil sie gerade so viel Geld hat wie noch nie in ihrer Geschichte. Wie es mit den „Beinen“ der begehrten Profis weitergeht, liegt also in der Verantwortung des Sportvorstandes. Geht es um die Steine, die die Eintracht bewegen wird, ist Hellmann guter Dinge. Der Bau des Profi-Campus schreite „voran“. Und in den Verhandlungen mit der Stadt Frankfurt um den Ausbau der Arena von 51.500 auf 60.000 Zuschauer sieht er „einen Deal in greifbarer Nähe.“

Von Peppi Schmitt

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Quelle: op-online.de

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