UEFA verurteilt Eintracht zu 50.000 Euro Geldstrafe

Noch einmal davongekommen: Fans dürfen mit nach Lissabon

Das ist ein kleines Wunder und ein vorgezogenes Ostergeschenk: Die Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer des europäischen Fußball-Verbandes UEFA hat die Frankfurter Eintracht nach den Vorkommnissen von Mailand nicht mit einem Zuschauerausschluss bestraft.

Frankfurt - Die Eintracht wurde lediglich zu einer Geldstrafe von 50.000 Euro verurteilt. Der Bewährungszeitraum für die Ausschlussstrafe für das nächste Auswärtsspiel in einem UEFA-Pflichtspielwettbewerb, die nach den Vorfällen im letzten Gruppenphasenspiel bei Lazio Rom (11. Dezember) am 10 Januar verhängt worden war, wurde zudem um ein weiteres Jahr von zwei auf drei Jahre verlängert. Von einem Widerruf der Bewährung sah die Kommission letztmals ab. „Wir können uns glücklich schätzen, dass man uns noch diese letzte Chance gelassen hat. Ich habe die große Hoffnung, dass nun jeder begriffen hat, wie mit dieser Verantwortung umzugehen sein wird“, sagte Vorstandsmitglied Axel Hellmann.

Bei der Eintracht herrschte nach Eingang der Mail aus Nyon, dem Sitz der UEFA, große Erleichterung, auch wenn die Organisatoren und natürlich die Fans selbst vor dem Viertelfinal-Hinspiel bei Benfica Lissabon nun vor einer großen Herausforderung stehen. Die Partie findet bereits in zwei Wochen am 11. April statt. Bis dahin müssen nicht nur Reisen organisiert, sondern auch eine Auswahl getroffen werden, wer die wenigen Karten zugeteilt bekommt. Bis zu 10.000 Fans haben wieder Interesse, doch es stehen nur 3200 Karten für die Partie im „Estadio da Luz“ zur Verfügung. Da sind genau jene fünf Prozent des Gesamtfassungsvermögens (65.600), die dem Auswärtsteam offiziell zustehen. „Mehr wird es auch nicht geben“, stellt Eintracht-Justitiar Philip Reschke klar, „auch in Lissabon gibt es ein großes Interesse an diesem Spiel.“

Die Eintracht will in den nächsten Tagen bekanntgeben, wie sie bei der Zuteilung der Karten vorgehen will. Christoph Schickhardt, der prominenteste Sportanwalt aus Deutschland, seit Jahren auch für die Eintracht tätig, hat also recht behalten mit seiner Auffassung, dass eine Chance besteht, den Zuschauerausschluss abzuwenden. „Die Fälle in Rom und Mailand waren unterschiedlich“, hatte Schickhardt argumentiert, „deshalb hoffe ich, dass die UEFA sie auch unterschiedlich bewertet.“

Dieser Einschätzung haben sich die UEFA-Richter offenbar angeschlossen. Das Auftreten im Rom im Dezember, als viele Frankfurter Fans Pyrotechnik abgebrannt und einige wenige auch randaliert hatten, wurde ja mit der Bewährungsstrafe geahndet. Nun wurde diese Bewährung nicht für die Vorkommnisse in Mailand angewendet. „Rom war ein Desaster“, hatte Schickhardt gesagt, „Mailand ist eigentlich richtig gut gelaufen.“ Mit Ausnahme natürlich der beiden Raketen, die auf Zuschauerränge und Spielfeld geflogen waren. Seine Rechtsauffassung hatte Schickhardt in einem 20seitigen Schriftstück der UEFA zukommen lassen. Eine Verhandlung oder eine mündliche Anhörung hat es nicht gegeben.

 Geholfen hat den Frankfurtern das gesamte Auftreten der Eintracht im bisherigen Wettbewerb. Das wird von der UEFA als vorbildlich angesehen. Kein anderer Klub hat in dieser Saison so viele Fans zu Auswärtsspielen mitgebracht. Die Choreografien bei den Heimspielen haben zudem den gesamten Wettbewerb aufgewertet. Dies wurde sicher honoriert. Hilfreich war auch, dass die „Ultras“ nach den Vorkommnissen von Mailand die Verantwortung übernommen und interne Konsequenzen angekündigt hatten. „Wir werden nach Abschluss dieses Wettbewerbs – wann immer er für uns beendet sein sollte – intern gemeinsam mit der Fanszene diskutieren, wie es mit Blick auf zukünftige europäische Wettbewerbe weitergeht, um nicht wieder vor einem Zuschauerausschluss zu stehen“, sagte der erleichterte Eintracht-Boss Axel Hellmann.

Das abschließende Urteil über Trainer Adi Hütter, der beim Hinspiel gegen Mailand ja wegen des Tritts gegen eine Trinkflasche vom Schiedsrichter auf die Tribüne geschickt worden war, wird erst am Freitag erwartet. Hütter droht nach der sperre fürs spiel in Mailand noch eine Geldstrafe.

Von Peppi Schmitt

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare