Europa League

Eintracht-Keeper Kevin Trapp: "Zu Hause sind wir eine Macht"

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Die Eintracht geht mit viel Zuversicht in das Rückspiel. 

Nach der 4:2-Niederlage der Frankfurter Eintracht gegen Benfica Lissabon im Europa-League-Viertelfinale herrschte bei den Frankfurtern viel Zuversicht vor dem Rückspiel am kommenden Donnerstag. 

Lissabon/Frankfurt - So viel Zuversicht war selten. Wer Vorstand, Manager, Trainer und Spieler der Frankfurter Eintracht nach der 2:4-Hinspielniederlage im Viertelfinale der Europa-League bei Benfica Lissabon gehört hat, konnte glauben, die Frankfurter sind auf dem besten Weg ins Halbfinale. Dabei ist der dieser Weg weiter geworden, steiniger. Die Lage ist nicht hoffnungslos, aber die Eintracht wird im Rückspiel als Außenseiter antreten. „Wir brauchen ein perfektes Spiel“, sagte Trainer Adi Hütter, „aber wir haben hier 70 Minuten in Unterzahl eine tolle Leistung gezeigt, sodass wir noch alle Chancen haben.“ Die erste Niederlage des Jahres, die erste Niederlage nach fünfzehn ungeschlagenen Spielen, hat der Eintracht das Selbstvertrauen nicht nehmen können. Sportvorstand Fredi Bobic hatte schon unmittelbar nach dem Abpfiff in der Kabine die Losung ausgegeben. „Die hauen wir weg im Rückspiel, das habe ich den Jungs genauso gesagt“, sagte er. Die Spieler haben die Botschaft vernommen. „Unsere Kampfeslust ist geweckt“, sagte Sebastian Rode voller Überzeugung, „wir können es mit unseren Fans im Rücken umbiegen.“

Die erste Kampfansage hatte Vorstand Axel Hellmann geschickt. „Ich habe hier keinen Hexenkessel gesehen“, sagte er, „aber Benfica wird nächste Woche einen erleben.“ Er freue sich auf ein „wunderbares Endspiel“ ums Halbfinale, „und solche Spiele liegen uns.“ Ganz ähnlich kommentierte auch der Trainer. Er erwarte nächste Woche „einen heißen Tanz“.

Eintracht Frankfurt hält trotz Unterzahl lange bei Benfica Lissabon im Europa-League-Viertelfinale mit

Ob emotional oder rein fachlich, alle Analysen und Anlysten kamen am Ende zu gleichen zuversichtlichen Schussfolgerungen. Manager Bruno Hübner attestierte dem Team ein „tolles Spiel in Unterzahl“. Und versprühte ebenfalls grenzenlosen Optimismus. „Die Chancen stehen immer noch gut, ein 2:0 , 3:1 oder 4:1 ist möglich“, sagte er, „es ist eine machbare Aufgabe, wir haben die Moral und die Klasse es zu schaffen.“ Hübner ging noch weiter: „Wenn wir elf gegen elf spielen werden wir es mit Sicherheit umbiegen“. Es war der Platzverweis für Evan Ndicka nach zwanzig Minuten, verbunden mit dem Rückstand durch einen Elfmeter, der zwar alle Frankfurter Pläne durchkreuzt hatte, der ihnen im Nachhinein nun aber auch Mut macht.

Denn trotz Unterzahl hatte sich die Eintracht lange Zeit gut gehalten, allerdings kurz vor und für zehn Minuten nach der Halbzeit die Kontrolle verloren. „Das war sehr ärgerlich“; sagte Mittelfeldspieler Rode. Kurzzeitig sei ihm nach dem 1:4 sogar in den Sinn gekommen, dass alles gelaufen sein könnte. Gemeinsam mit den Kollegen aber habe er schnell wieder Mut geschöpft. 

„Das zeichnet uns aus“, sagte er. Hilfreich war dabei die Parade von Torwart Kevin Trapp bei der Riesenchance zum 5:1 von Haris Seferovic. Trapp zeigte sich sehr selbstkritisch. „Ich war froh, dass ich gegen Haris gehalten habe, denn vorher war jeder Ball gefühlt drin“, sagte der Nationalspieler. Es seien Dinge passiert, die nicht passieren dürften, „auch bei mir, der Ball durch die Beine, auch das zweite Tor war ganz komisch.“ Es gelte nun, das Spiel schnell abzuhaken und sich auf Augsburg und das Rückspiel zu konzentrieren. „Keiner hat irgendeinen Zweifel, dass wir es nicht schaffen können“, sagte Trapp, „zu Hause sind wir eine Macht“.

Joao Felix: Dreifacher Torschütze gegen Eintracht Frankfurt und eines der größten Talente Europas

Der Zwei-Tore-Rückstand spricht gegen die Eintracht, auch die Leistung von Benfica über eine gute Stunde. Das war eindeutig der spielerisch beste Gegner in dieser europäischen Saison. Die Portugiesen waren flink, technisch stark, kombinationssicher und sie haben in ihren Reihen mit dem dreifachen Torschützen Joao Felix eines der größten Talente Europas. Freilich, und das kann der Eintracht neben allen verbalen Mutmachern wirklich Zuversicht geben, konnten die Gastgeber trotz Überzahl das Tempo nicht bis Schluss gehen. Die Frankfurter waren konditionell stärker, obwohl sie mehr laufen musste. 

Mit der Einwechslung von Goncalo Paciencia, der nicht zufällig das „Hoffnungstor“ zum 2:4 erzielte, kam neuer Schwung auf der einen und plötzliche Verunsicherung auf der anderen Seite. Und da sind ja auch noch die Resultate der Heimspiele gegen gegen Lazio Rom (4:1), Olympique Marseille (4:0) und Schachtjar Donezk (4:1). Der Frankfurter Trainer jedenfalls war trotz der Niederlage mit seiner Mannschaft „sehr zufrieden“. Lissabon soll nicht die Endstation der Europareise gewesen sein. Adi Hütter „Wir wollen den Traum bis zum Ende gehen.“

Von Peppi Schmitt

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Quelle: op-online.de

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