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Eintracht-Kapitän David Abraham: „Wir schauen nur noch nach oben“

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David Abraham (rechts) freut sich über den Erfolg seiner Frankfurter Eintracht – seit dem Spiel auf Schalke endlich auch wieder auf dem Platz.

Die Frankfurter Eintracht reist in dieser Woche voller Vorfreude zum Europa-League-Viertelfinale nach Lissabon. Dann könnten auch die Verletzten wieder an Bord sein. 

Frankfurt - Wer wissen will, wie es um die Frankfurter Eintracht aktuell bestellt ist, dem genügt ein kurzer Blick auf das einzige öffentliche Training in dieser Woche. Am Montag herrschte an der Arena schlicht eitel Sonnenschein. Die Spieler alberten herum, nutzten die „Regenerationseinheit“ (Trainer Adi Hütter) zwei Tage nach dem sechsten Sieg in Folge, dem 2:1 beim FC Schalke 04, um ihren Spaß am Fußball zu zeigen. 

Es wurde ein bisschen gekickt, vor allem aber wurde viel gelacht. Die Autogramm- und Selfie-Wünsche der zahlreichen Fans wurden mit einem Lächeln erfüllt. Ganz am Ende der einstündigen Übungseinheit gaben die Torjäger noch eine Zusatzvorstellung. Luka Jovic und Ante Rebic ballerten abwechselnd aufs Tor, übten sich selbst als Torhüter. Alle waren entspannt und voller Vorfreude auf das Europacup-Spiel am Donnerstag bei Benfica Lissabon. “Wir fahren mit einem guten Gefühl nach Lissabon“, sagte Kapitän David Abraham stellvertretend.

Eintracht Frankfurt surft auf einer Welle des Erfolgs

Das kann man genau so sagen. Die Frankfurter surfen auf einer Welle des Erfolgs und genießen die aktuelle Situation. Das Selbstvertrauen steigt und steigt und steigt. „Wir schauen nur nach oben“, sagt Abraham. Und was wäre euch lieber, ein Champions-League-Platz in der Liga oder das Europa-League-Finale? Abraham: „Wir schaffen beides!“. 

In diesen Worten liegt keine Spur von Überheblichkeit, sondern vielmehr grenzenloses Vertrauen in die eigene Leistung. In der Bundesliga hat die Eintracht sechs Spieltage vor Schluss acht Punkte Vorsprung auf den ersten Nicht-Europapokal-Platz und vier Punkte Vorsprung im Kampf um die Champions-League-Plätze. „Wir können bedeutende Ziele erreichen“, sagt der 32 Jahre alte Abraham, „aber wir bleiben trotzdem schön auf dem Boden.“ Der Sieg auf Schalke war dabei in jeder Hinsicht hilfreich, er hat die erhofften drei Punkte gebracht, aber auch die Erkenntnis, „dass da wirklich nicht alles Gold war, was geglänzt hat.“ 

Die Eintracht hatte zuletzt nicht nur mit defensiv eingestellten Gegnern wie Stuttgart oder Schalke zu kämpfen, sondern vor allem mit Verletzungspech. Die Spiele wurden trotzdem gewonnen und die Personalsorgen werden langsam aber sicher wieder geringer. Mijat Gacinovic trainiert schon wieder fleißig mit dem Ball und könnte am Donnerstag genau in jedem „Estadio da Luz“ sein Comeback feiern, wo er sich vor drei Wochen bei einem Länderspiel Serbiens gegen Portugal an der Ferse verletzt hatte. Sebastian Rode, der sich letzte Woche beim Training eine Wadenblessur zugezogen hatte, hat ein paar Runden auf dem Platz gedreht. „Für den Anfang war das ganz ordentlich“, sagte er später. Der an der Bauchmuskulatur verletzte Sébastien Haller hatte individuell im Kraftraum trainiert. Auch bei ihm besteht die Hoffnung, dass er mit in die portugiesische Hauptstadt reisen kann.

Martin Hinteregger trainiert am Dienstag wieder – trotz Mittelhandbruch

Martin Hinteregger scheint sowieso nichts umwerfen zu können. Auf Schalke hat er sich einen Mittelhandbruch sowie eine Prellung des Kehlkopfs und des Brustkorbs zugezogen. „Ich kann trotzdem spielen“, hat er gesagt. Die schützende Schiene für die gebrochene linke Hand ist schon angepasst, am Dienstag wird er damit auf den Platz zurückkehren. Kapitän Abraham spricht voller Hochachtung über den Konkurrenten, der ihm den Platz im Team streitig macht. „Hinti ist richtig gut, eine Mauer, eine Maschine“, sagt Abraham, „er ist schnell und kopfballstark und tut uns richtig gut.“ Der Österreicher Hinteregger habe das Zeug für eine absolute Spitzenmannschaft. Abraham: „Zum Glück ist er bei uns.“

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Das gilt auch für Luka Jovic, der am Donnerstag auf seine Vergangenheit und einen seiner Vorgänger treffen. Jovic war im Sommer 2017 von Benfica gekommen, der Eintracht-„Retter“ von 2016, Haris Seferovic war damals nach Lissabon gegangen. Jetzt spielen sie mit ihren neuen Vereinen gegen ihren alten. Seferovic hat gerade beim 4:1-Sieg von Benfica gegen Fereinse seine Treffer siebzehn und achtzehn erzielt. „Er wird vor Selbstvertrauen strotzen“, ahnt sein möglicher Gegenspieler Abraham, „Es ist sehr unangenehm gegen ihn zu spielen.“ Abraham und Seferovic sind befreundet, schreiben sich wöchentlich Nachrichten und gratulieren sich gegenseitig zu den Erfolgen. „Ich hoffe, dass er gegen uns nicht seinen besten Tag hat“, wünscht sich nun der Frankfurter Argentinier vom Lissabonner Schweizer.

Von Peppi Schmitt

Quelle: op-online.de

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