Eintracht auf Schalke ohne drei Stammspieler

Hütter: „Ich träume auch von der Champions-League“

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Adi Hütter

Frankfurt - Bei der Frankfurter Eintracht werden beim Spiel beim FC Schalke 04 am Samstagnachmittag (15.30 Uhr) drei Stammspieler fehlen. Die Mittelfeldspieler Mijat Gacinovic und Sebastian Rode sowie Stürmer Sébastien Hallerhaben haben die Reise gen Westen am Freitag nicht angetreten.

Vor ein paar Monaten hätten diese Ausfälle noch für einige Aufregung gesorgt, jetzt nimmt es Trainer Adi Hütter fast gleichmütig hin. „Es ist doch schön, dass jetzt der eine oder andere eine Chance bekommt, der sich zuletzt im Training angeboten hat“, sagt Hütter. Der Eintracht-Coach hat die Hoffnung, dass das das fehlende Trio bis zum Europacup-Spiel am Donnerstag in Lissabon wieder einsatzbereit sein wird.

Haller plagt sich mit Schmerzen in der Bauchmuskelmuskulatur, Rode hat Probleme mit einer verhärteten Wade und Gacinovic schmerzt eine entzündete Ferse. Alle drei Verletzungen sind wohl nicht dramatisch, aber die aktuelle Form der Mannschaft und die Ausgeglichenheit im Kader zwingen den Trainer nicht dazu, irgendwelche Risiken einzugehen. Da spricht er im Vorfeld lieber über die Reservisten, die nun ihre Chancen bekommen werden. „Sie bauen im Training richtig Druck auf“, erzählt Hütter, „jetzt können sie die Lücken schließen.“

Eintracht Frankfurt: Lucas Torró wieder dabei

Nun sind die Nachrücker keine grünen Jungs, sondern erfahrene Bundesligaspieler, die wie David Abraham und Johnny de Guzman in der Vorrunde sogar noch zu den Stammkräften gezählt wurden. Zum ersten Mal dabei ist nach fast einem halben Jahr Pause wieder Lucas Torró. Der Spanier hatte seinen Platz im Mittelfeld ja auch nur wegen einer hartnäckigen Schambeinentzündung verloren, die schließlich eine Operation nötig gemacht hatte. Torró sei auf jeden Fall dabei, sagte der Trainer, aber ob er mitten drin sein wird, ließ der Eintracht-Coach offen. Wahrscheinlicher als das sofortige Comeback von Torró ist die Variante mit David Abraham, der in die Dreier-Abwehrkette rutscht und „Libero“ Makoto Hasebe diesmal seine Qualitäten im Mittelfeld an der Stelle von Rode ausspielen wird.

Bleibt die Frage nach der taktischen Ausrichtung in der Offensive. Hütter gab sich durchaus locker, sprach von drei Möglichkeiten. „Wir können mit drei Spitzen spielen, mit einem Zehner hinter zwei Spitzen oder mit zwei Achtern und einem Sechser“, gab er in der offiziellen Pressekonferenz taktischen Nachhilfeunterricht. Allerdings: Wer der „Zehner“ sein soll, der bei der Eintracht spielt, ist aus den Ausführungen nicht hervorgegangen. Bislang war lediglich Mijat Gacinovic in dieser Rolle zu sehen, und der ist ja verletzt. Und so wird wohl eher wieder Stürmer Ante Rebic ein wenig zurückgezogen spielen und neben Torjäger Luka Jovic der Portugiese Goncalo Paciencia den Platz von Haller einnehmen.

Hütter: „Wir sind Vierter und das wollen wir bleiben“

An den Ambitionen der Eintracht werden die Umstellungen nichts ändern. „Wir sind Vierter und das wollen wir bleiben“, sagt Hütter, „wenn wir die Favoritenrolle annehmen, bedeutet das aber auch, dass wir 100 Prozent Leistung abrufen müssen.“ Der Trainer erlaubt nicht nur Träume von der Champions-League, er fördert sie sogar. Er lese alle Berichte, die die Eintracht in Zusammenhang mit der „Königsklasse“ bringen „mit viel Genuss“, gibt er zu, „natürlich träume auch ich davon“. Ausgeschlossen sei es nicht, dass die Eintracht zum ersten Mal in ihrer Geschichte dieses große Ziel erreicht. „Mit Gröding bin ich in Österreich in die 1.Liga aufgestiegen, dort waren die vorher noch nie“, blickt er auf seine bisherige Trainerkarriere zurück, „und Bern ist mit mir zum ersten Mal nach 32 Jahren wieder Meister geworden.“ Soll heißen: Manchmal ist auch scheinbar Unmögliches möglich.

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Dass der Sprung nach ganz oben der Eintracht vieles leichter machen könnte bei den Planungen für die kommende Saison, daran lässt er keine Zweifel. „Für den einen oder anderen Spieler wäre es sicher reizvoll, die Champions-League-Hymne nicht nur am Fernseher, sondern selbst im Stadion zu hören“; sagt Hütter. Hält die Eintracht Platz vier, dann würden also die Chancen steigen, Stars wie Haller, Jovic oder Rebic über die Saison hinaus zu behalten.

Voraussichtliche Aufstellung gegen Schalke 04:

Eintracht Frankfurt: Trapp – Abraham, Hinteregger, Ndicka – Da Costa, Fernandes, Hasebe, Kostic – Rebic – Paciencia, Jovic

Bank: Rönnow, Touré, Falette, Willems, De Guzman, Torró, Hrgota

Von Peppi Schmitt

Quelle: op-online.de

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