40-Millionen-Euro-Angebot für Stürmerstar

Haller muss entscheiden: Geld oder Liebe, West Ham oder Eintracht

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Haller muss entscheiden - Geld oder Liebe

Jetzt also auch Sébastien Haller. Nach Luka Jovic (für 65 Millionen Euro zu Real Madrid), wird die Frankfurter Eintracht wohl auch ihren französischen Mittelstürmer verlieren.

Frankfurt - West Ham United, in England nur Mittelmaß, selbst in London hinter Tottenham, Chelsea und Arsenal am Ende der sportlichen Nahrungskette, hat ernst gemacht in den letzten Tagen und dem Spieler und der Eintracht offenbar Angebote unterbreitet, die einen Wechsel nahelegen. Noch haben die Frankfurter den Kampf um Haller (25) nicht aufgegeben, doch die Chancen, ihn zu halten, sind nicht mehr besonders groß. „Ich versuche ihm das eine oder andere schmackhaft zu machen“, sagte Trainer Adi Hütter, „Seb hat aber auch ein klares Ziel.“ Und dieses Ziel ist die englische Premiere-League. Bis zu einer Entscheidung werde „noch viel Wasser den Main hinunterfließen“, sagte Hütter, der aber inzwischen damit rechnet, seinen wohl wertvollsten Spieler auch noch zu verlieren. Für die Anhänger der Eintracht ist dies mit Blick auf die sportliche Perspektive ein Schreckensszenario, zumal ja auch noch mit dem Weggang von Ante Rebic gerechnet werden muss. Unser Mitarbeiter Peppi Schmitt hat die Fakten im „Fall Haller“ zusammengetragen.

Der Spieler Sébastien Haller

Der Spieler hat immer darauf verwiesen, dass er grundsätzlich liebend gerne in Frankfurt spielt und ein Wechsel nur zu einem Spitzenklub in Frage kommt. Nun ist West Ham alles andere als ein Spitzenklub, hat auf absehbare Zeit auch keine wirkliche Chance einer zu werden. Da kommt Hallers verbale Einschränkung ins Spiel. „Im Leben gibt es immer Gelegenheiten“, hatte der Franzose am letzten Montag gesagt, „du weißt nie, was passiert“. Jetzt ist was passiert. Die finanziellen Argumente schlagen die sportlichen. Haller soll sechs Millionen Euro pro Jahr verdienen bei den Londonern, das wäre rund das Doppelte, was er aktuell bei der Eintracht bekommt. Hilfreich aus Sicht Hallers soll eine sportliche Hintertür im neuen Vertrag sein, der es ihm per Ausstiegsklausel ermöglicht schon in einem Jahr zu einen wirklichen Spitzenklub weiterzuziehen. Das könnte das entscheidende Argument pro West Ham sein.

Der Verein Eintracht Frankfurt

Der Verein soll angeblich eine Ablösesumme von 40 Millionen Euro erhalten. Das ist zwar nicht wirklich marktgerecht, sieht man die explodierende Preise für andere Stürmer, dennoch reizvoll für die Eintracht. Vor zwei Jahren haben sie Haller für sechs Millionen Euro vom FC Utrecht geholt, der Gewinn wäre also enorm. Im Gegensatz zum Jovic-Transfer, bei dem fast ein Drittel der Summe in andere Kanäle geflossen ist, würde in diesem Fall rund 90 Prozent des Geldes bei der Eintracht verbleiben. Im Übrigen ist es völlig offen, wie hoch die Forderungen von Sportvorstand Fredi Bobic tatsächlich sind. Alle genannten Zahlen wurden bislang von französischen oder englischen Medien in die Öffentlichkeit gebracht, waren also von West Ham und dem Berater des Spielers kolportiert.

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Womöglich will die Eintracht ja viel mehr als 40 Millionen Euro. Gerade deshalb ist der Transfer noch lange nicht perfekt, aber dennoch sehr wahrscheinlich. Das letzte Wort habe der Spieler, glaubt der Trainer. „Schlussendlich muss er selbst entscheiden, ob er bei Eintracht Frankfurt bleiben möchte oder die Chance nutzt in eine andere Liga zu gehen, wenn das komplette Paket stimmt“, sagt Hütter. Eine Frist wird die Eintracht dem Spieler nicht setzen. „Das ist frisch reingekommen, das werden sich die Vereine mal zusammensetzen“, sagt Hütter, „es geht ausschließlich darum, gibt es Einigung oder nicht.“

Der Trainer Adi Hütter

Der Trainer wäre der Verlierer. „Sportlich wäre Hallers Weggang ein großer Verlust“, sagt Hütter. Das ist maßlos untertrieben. Die Fakten sprechen eine klare Sprache: In der Bundesliga haben Haller, Jovic und Rebic in der letzten Saison von 60 Toren 41 erzielt, also mehr als zwei Drittel. Im Europapokal waren es 16 von 30, mehr als die Hälfte. Kein Verein der Welt kann so viele Tore ersetzen, schon gar nicht die Eintracht. Die Konsequenz wäre klar: Gehen Haller und Rebic auch noch, und danach sieht es aus, müsste die Eintracht den überwiegenden Teil der Einnahmen wieder investieren, in Stürmer, die schon bewiesen haben, dass sie auf hohem Niveau Tore erzielen können. Was gar nicht so einfach umzusetzen sein wird. Mit Perspektivspielern, wie es Haller und Jovic einmal waren, und Paciencia und Joveljic es sind, wäre es dann alleine nicht mehr getan.

Von Peppi Schmitt

Quelle: op-online.de

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