Gibt es einen Zuschauerausschluss in Lissabon?

Eintracht-Fans zittern vor UEFA-Urteil

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Morgen entscheidet sich, ob die UEFA die Eintracht und ihre Fans sanktioniert.

Bange Blicke gehen am Donnerstag aus Frankfurt Richtung Nyon. Dort, in dem kleinen Schweizer Ort am Genfer See wird der europäische Fußball-Verband (UEFA) in seiner Zentrale über Sanktionen gegen die Eintracht beraten.

Frankfurt - Die Kontroll-, Disziplinar- und Ethik-Kommission der UEFA hatte ein neuerliches Verfahren gegen die Hessen nach den Vorkommnissen beim Europa-League-Rückspiel in Mailand am 14. März eröffnet und wird nun darüber beraten und ein Urteil fällen. Im Frankfurter Fanblock war nicht nur Pyro-Technik abgebrannt worden, sondern es waren auch Leichtkörper aufs Spielfeld und in andere Zuschauerränge geschossen worden. Den Frankfurtern droht nun ein Ausschluss der Fans für das Auswärtsspiel am Donnerstag (11. April) beim Viertelfinal-Spiel in Lissabon.

Die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung ist groß, denn seit dem Spiel in Rom im letzten Jahr (14. Dezember) steht die Eintracht unter Bewährung. Schon dort hatte ein Teil der damals rund 9000 Frankfurter Fans Böller und Raketen gezündet. Ein Mann wurde nach Provokationen aus dem Lager der Römer beim Versuch des Platzsturms von Sicherheitskräften überwältigt; insgesamt nahm die Polizei an diesem Abend mehr als ein Dutzend Frankfurter Anhänger fest. Das Urteil der UEFA danach: Eine Geldstrafe über 80.000 Euro und die Ankündigung eines Zuschauerausschlusses für ein Auswärtsspiel, der jedoch für die Dauer von zwei Jahren zur Bewährung ausgesetzt wurde. „Es ist eine letzte Chance, die man uns gibt“, hatte Vorstand Axel Hellmann das Urteil kommentiert.

Ein Teil der Fans hatte die Chance nicht genutzt. Nun zittern Tausende von friedlichen Anhängern Fans vor dem Urteil der UEFA. Ein ganz klein wenig Hoffnung hat am Montag Christoph Schickhardt versprüht. „Wir kämpfen wie die Löwen, dass die Fans mit nach Lissabon fahren und dabei sein können", sagte der prominenteste deutsche „Sportanwalt“ beim HR. Hilfreich sei vor allem, dass die „Ultras“ in einer öffentlichen Erklärung die Schuld auf sich genommen und interne Konsequenzen angekündigt hatten. Schickhardt: „Die UEFA sieht unsere Bemühungen – und dass der größte Teil der Fans in Ordnung ist."

Den Optimismus des von der Eintracht beauftragten Staranwalts teilen freilich nicht viele. Eine Verhandlung wird es in Nyon nicht geben. Die Eintracht hatte lediglich die Gelegenheit, ihre Sicht der Dinge in einer schriftlichen Stellungnahme deutlich zu machen. (ps)

Quelle: op-online.de

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