Nach Elferdrama

Eintracht Frankfurt verabschiedet sich mit erhobenem Haupt von der europäischen Bühne - und will wieder zurück

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 Luka Jovic (von links), Martin Hinteregger, Sebastien Haller von Eintracht gehen zu den Fans nach der Niederlage im Elfmeterschießen.

Eintracht Frankfurt hat den Traum vom Finale der Europa League in Baku verpasst. Dennoch kann die SGE stolz auf sich sein.

London - Die lange Reise ist zu Ende, die Frankfurter Eintracht ist nach vierzehn internationalen Spielen in dieser Saison im Halbfinale der Europa-League ausgeschieden. Das 1:1 im Hinspiel gegen den FC Chelsea war nicht genug, das Rückspiel haben die Frankfurter am Donnerstagabend im Londoner Stadion an der „Stamford Bridge“ nach einem fantastischen Kampf vor nur 36.000 Zuschauern mit 3:4 (0:1) nach Verlängerung und Elfmeterschießen verloren. Das Endspiel bestreiten am 29. Mai in Baku die beiden Londoner Nachbarn FC Chelsea und FC Arsenal.

Die Eintracht wurde dennoch von ihren rund 2500 Fans völlig zu recht gefeiert. Sie hat eine große Europacup-Runde gespielt und auch in diesem letzten Spiel noch einmal alles gegeben und die Verlängerung erzwungen. Aber das Fazit lautet auch: Chelsea war in beiden Spielen die bessere Mannschaft, hatte dann doch ein große Portion mehr Qualität auf dem Platz. Und die Premiere-League ist der große Gewinner der europäischen Wettbewerbe, alle vier Teilnehmer kommen aus England. Doch die Eintracht kann stolz sein, vor allem auf die Leistung in der zweiten Halbzeit, nachdem Jovic den Führungstreffer der Londoner durch Ruben Loftus-Cheek zwischenzeitlich ausgeglichen hatte. Sie hat ein großartiges Spiel geliefert und wieder neue Freunde gewonnen.

Adi Hütter stellt offensiver auf

Der Frankfurter Trainer hatte natürlich anders aufgestellt als zuletzt in Leverkusen, offensiver. Aber bei einer Maßnahme war er geblieben. Routinier Makoto Hasebe spielte im Mittelfeld, für ihn stand Simon Falette in der Innenverteidigung, der das schon letzte Woche beim Hinspiel gut gemacht hatte. Als „Joker“ konnte zum ersten Mal nach sechswöchiger Verletzungspause Sébastien Haller auf der Bank sitzen. Chelsea-Coach Maurizio Sarri brachte von Anfang an seinen Superstar Eden Hazard und ließ den Torschützen aus dem Frankfurt-Spiel, Pedro, neben dem Argentinier Goncalo Higuain auf der Bank.

Die Eintracht wollte sich nicht verstecken, versuchte nach vorne zu spielen. Und sie hatte in der 14. Minute die erste dicke Chance. Nach einer Flanke von Jovic traf Da Costa den Ball volley, doch Torwart Kepa boxte den Ball mit einem tollen Reflex irgendwie noch über die Latte. Es blieb bis zur Pause die einzige Gelegenheit der Eintracht. Es dauerte zehn Minuten, da hatte Chelsea das Spiel im Griff. Und es war nur eine Frage der Zeit bis sie in Führung gehen würden.

SGE vs. Chelsea: Hasebe rettet auf der Linie

Trapp konnte noch gegen Giroud abwehren (23.), Hasebe auf der Linie retten (24.), doch in der 28,Minute war es passiert. Hazard spielte Abraham am linken Flügel schwindlig, passte zu Loftus-Cheek. Hinteregger verpasste den richtigen Moment einzugreifen, Trapp hatte gegen den Schuss aus kurzer Distanz dann keine Abwehrmöglichkeit. Die Frankfurter taten sich schwer ein Spiel nach vorne zu entwickeln, dafür hatten sie hinten einfach zu viel zu tun. Der Offensiv-Plan war denkbar einfach: Lange Bälle auf Rebic und Jovic. Doch lange Zeit bissen die beiden Angreifer gegen David Luiz und Christensen auf Granit. Die Engländer hatten auch auf den Außenbahnen aus dem Hinspiel gelernt und stellten vor allem auf der linken Seite Kostic „zu“. Der Serbe konnte seine gefürchteten Flügelläufe nicht ansetzen.

Die Eintracht kam dann mit neuem Mut aus der Kabine. Und kam schon nach vier Minuten zum durchaus überraschenden Ausgleich, Gacinovic steckte den Ball durch die Abwehr, Jovic war frei und blieb eiskalt. Ein Torjäger halt. Jetzt war es ein offener Schlagabtausch, ein Spiel zum Verlieben. Die Eintracht war auf einmal wieder da, sie drückte, Chelsea schien ein wenig die Nerven zu verlieren. Abraham prüfte Torwart Kepa mit einem Volleyschuss. Chelsea-Trainer Sarri war an der Seitenlinie außer sich. Und reagierte, brachte Pedro für Willian.

Rode humpelt verletzt vom Platz

Die Eintracht musste dann auch wechseln, Rode humpelte verletzt vom Platz, hatte sich offenbar bei einem Pressschlag das Knie verdreht. Für ihn kam nach 70. Minuten de Guzman. Das Spiel war nun aufregend, knallhart mit zwei Teams auf Augenhöhe.

Ein Tor würde entscheiden, das war klar. Beide hätten es erzielen können, keiner schaffte es in der regulären Spielzeit, es ging in die Verlängerung. Und da hatten die Frankfurter den Torschrei in der 100.Minute auf den Lippen. Kostic brachte den Ball zum eingewechselten Haller, der überwand den Torwart doch Luiz kratzte den Ball von der Linie. Und in der 105.Minute war es wieder Haller und diesmal rettet Zappacosta auf der Linie.

Von Peppi Schmitt

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Quelle: op-online.de

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