Kapitän geht voran

David Abraham ist heiß aufs Halbfinale gegen den FC Chelsea

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David Abraham ist hoch motiviert gegen den FC Chelsea.

Von Müdigkeit ist bei Eintracht Frankfurt vor dem Spiel gegen den FC Chelsea in der Europa League keine Spur - ganz im Gegenteil. Kapitän David Abraham ist heiß und hoch motiviert.

London/Frankfurt - Grau in grau mit viel Regen hat London die Frankfurter Eintracht am Mittwoch empfangen. Doch die gute Laune und die Entschlossenheit, für ein kleines Fußball-Wunder zu sorgen, war bei den Frankfurter Spielern allgegenwärtig. „Wir empfinden eine enorme Lust auf dieses Spiel“, sagte Kapitän David Abraham, „es ist eine Ehre für uns alle, den Verein, die Stadt und die Fans im ersten Halbfinale seit 39 Jahren zu vertreten.“

1:1 ist vor einer Woche das Halbfinal-Hinspiel gegen den FC Chelsea ausgegangen, die Voraussetzungen fürs Rückspiel sind also klar. Die Eintracht braucht in jedem denkbaren Fall ein Tor, um das Finale am 29.Mai in Baku zu erreichen. Sie braucht einen Sieg oder ein Unentschieden mit mehr als einem Tor, um direkt weiterzukommen. Ein 1:1 würde Verlängerung und Elfmeterschießen bedeuten. „Wenn man so weit kommt, möchte man ins Finale, dafür brauchen wir ein überragendes Spiel“, sagte Trainer Adi Hütter.

Sébastien Haller steht vor seinem Comeback

Die Hoffnungen der zuletzt in der Liga gebeutelten Frankfurter speisen sich dabei aus der Historie der laufenden Europacup-Saison und aus der verbesserten personellen Situation. Wie immer hielt sich der Trainer bedeckt mit Hinweisen. Klar ist: Sébastien Haller ist nach sechs Wochen Verletzungspause (Bauchmuskelzerrung) wieder im Aufgebot. Ob er im endgültigen Kader oder gar in der Anfangself steht, blieb offen.

„Er fühlt sich gut und ist relativ schmerzfrei“, sagt Hütter zu einem möglichen Blitzcomeback, „er ist ein Thema.“ Haller hat am Training im Stadion teilgenommen. Dabei wurde die Eintracht von rund 50 Fans schon begeistert gefeiert. Beim Spiel werden knapp 3000 Anhänger in der Arena sein, 2000 weitere sind angeblich in der Stadt an der Themse. Eine weitere wichtige Personalien: Sebastian Rode, zuletzt verletzt, wird auf jeden Fall spielen. „Er hat signalisiert, dass es geht“, sagte Hütter. Und eine Verstärkung gegenüber dem Hinspiel gibt es auch: Ante Rebic, letzte Woche gesperrt, wird stürmen. „Er ist ein Unterschiedsspieler“, hofft Hütter.

Abraham fordert Mut, Lust und Leidenschaft gegen Chelsea

Viel wurde bei der offiziellen Pressekonferenz an der Stamford Bridge vom Liverpool-“Wunder“ gegen Barcelona gesprochen. „Es war beeindruckend wie Liverpool als Mannschaft gearbeitet hat, da hat der Teamspieler über Klasse gesiegt“, sagte Abraham, „auch wir müssen Mut, Lust und Leidenschaft wir auf den Platz bekommen.“

Der Trainer hatte einen ganz ähnlichen Ansatz. Er gratulierte seinem Kollegen Jürgen Klopp. „Das Spiel hat mich gefesselt, sie haben gezeigt, was es heißt, wenn man an etwas glaubt. Sie haben nach vorne attackiert, sie hatten auch das notwendige Glück“, zählte Hütter auf, „sie haben so gespielt wie sie das ganze Jahr gespielt haben.“ Genau dies wünsche er sich auch von seiner Mannschaft., „dass sie so auftritt wie das ganze Jahr.“ Auch die Eintracht brauche ein Wunder. „Es wäre sicher ein Wunder, wenn Eintracht Frankfurt ins Finale kommt“, sagt der Coach, „wir können etwas Historisches schaffen. Das macht uns sehr, sehr stolz.“

SGE will 1:6 Klatsch gegen Leverkusen schnell abhaken

Die 1:6-Klatsche von Leverkusen vom Sonntag hat Hütter mit seinen Spielern so schnell wie möglich abgehakt. Am Montag wurde darüber gesprochen, „weil man ja nach so einer Leistung nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann.“ Ein freier Dienstag ist gefolgt, nur ein lockeres Training am Mittwoch. Hütter vertraut seinen Spielern, dass sie schnell wieder in die Spur finden.

Dazu wird eine andere Taktik beitragen, die offensive Eintracht soll wieder begeistern. Hütter wird wohl drei „Büffel“ aufstellen, wenn nicht mit Haller neben Jovic und Rebic, dann mit Goncalo Paciencia. Mittelfeldmann Jetro Willems hat er gleich ganz daheim gelassen, der Holländer hatte in Leverkusen noch mehr enttäuscht als alle anderen. Das Defensivkonzept wurde in die Mottenkiste gepackt. „Wir freuen uns bei diesem Spektakel dabei zu sein“, sprühte Hütter vor Kampfeslust, „wir werden 90 Minuten und vielleicht mehr alles daran setzen ins Endspiel zu kommen.“

Von Peppi Schmitt

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Quelle: op-online.de

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