Kostic könnte Nachfolger werden

Der Poker um Ante Rebic hat begonnen

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Wird er der Eintracht den Rücken kehren? Der Poker um Ante Rebic geht in die heiße Phase.

Frankfurt - Ante Rebic ist wieder da. Der WM-Urlaub für den Frankfurter Pokalhelden ist zu Ende, am Montag ist der 24 Jahre alte Kroate in Frankfurt eingetroffen. Von Peppi Schmitt

Am Mittwoch soll er nach sportmedizinischen Untersuchungen ins Training einsteigen. Ob es dazu kommt? Mit Rebics Rückkehr sind neue Gerüchte aufgetaucht. Aber immer noch keine Fakten. „Ich weiß, dass es konkrete Angebote gibt", soll er dem Internet-Portal goal.com gesagt haben, „die habe ich auch verdient.“ Eine Aussage, die man durchaus als Vorbereitung des Abschiedes interpretieren kann. Doch sicher ist das nicht, denn die Eintracht hat Angebote bislang immer dementiert. Ebenfalls unsicher ist, ob Rebic im Supercup-Finale 2018 in der Commerzbank-Arena noch bei der Eintracht spielt.

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Dennoch sollen die Frankfurter ihrerseits gut vorbereitet sein auf den Fall der Fälle. Mit Filip Kostic (25) vom Hamburger SV soll der Nachfolger für Rebic schon feststehen. Rebic geht davon aus, dass es dauern wird bis eine Entscheidung gefallen ist. „Die meisten Wechsel passieren in den letzten Tagen des Transferfensters“, wird er zitiert, „dann wird meine Situation klarer sein“.

Rebic ist ein Spezialist für Wechsel auf den letzten Drücker: Nach Florenz ist er am 29. August 2013 gegangen, zur Eintracht am 31. August letzten Jahres. In diesem Jahr freilich ist die Lage etwas anders, denn es gibt kein einheitliches Transferfenster. In England, dort werden die zahlungskräftigsten Interessenten vermutet, endet die Wechselfrist schon an diesem Donnerstag. In den anderen großen Fußball-Ländern wie Deutschland, Spanien (jeweils 31. August) oder Italien (17. August) geht der Spielerhandel noch länger.

Rebic kann dem Treiben gelassen zusehen. Er wird sich entweder sportlich und finanziell bei einem anderen Klub deutlich verbessern. Oder er wird in Frankfurt bleiben und auch dort eine deftige Gehaltserhöhung bekommen. Denn die Eintracht kann alles gebrauchen nur keinen unzufriedenen Spieler. Für den Verein ist die Situation ungleich schwieriger. Zwar läuft der Vertrag von Rebic noch bis 2021. Und doch haben Sportvorstand Fredi Bobic und Manager Bruno Hübner das Heft des Handelns nicht wirklich in der Hand. Je länger sich der Poker hinzieht, desto schwieriger wird es.

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Gesicherte Aussagen, ab welcher Summe die Frankfurter über einen Verkauf konkret nachdenken würden, gibt es nicht. Schlauerweise haben sich die Eintracht-Verantwortlichen bedeckt gehalten. Spekuliert wird über eine Summe ab 40 Millionen Euro. Einen nicht näher bezifferten Teil davon wird Rebics früherer Verein AC Florenz erhalten. Die Eintracht muss also genau kalkulieren, ab wann es Sinn macht, den letzten übrig gebliebenen sogenannten „Unterschiedsspieler“ zu verkaufen, ohne die Mannschaft noch weiter zu schwächen. Schließlich sind mit Torwart Lukas Hradecky (Leverkusen), Anführer Kevin-Prince Boateng (Sassuolo), Mittelfeldspieler Omar Mascarell (Schalke) und Angreifer Marius Wolf (Dortmund) schon vier Pokalsieger gegangen, die sportliche Substanz ist also zumindest ausgehöhlt.

Die Gerüchteküche brodelt jedenfalls weiter. Und macht dabei keine Unterschiede zwischen einfachem Interesse und konkretem Angebot. So hat Eintracht-Boss Bobic ein Interesse des FC Sevilla bestätigt, ein Angebot aber dementiert. Im Klartext: Es gibt Kontakte, aber es liegen (noch) keine Zahlen auf dem Tisch. Die aus Spanien über die Medien kolportierten 21 Millionen Euro, die Sevilla bieten soll, sind jedenfalls so wenig, dass bei der Eintracht niemand darüber nachdenken wird. Erst wenn ein deutlich höheres Angebot eingeht, werden die Verhandlungen beginnen.

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Mit am Tisch sitzt dann Fali Ramadani, einer der großen Spielerberater im Geschäft. Er vertritt mit seiner Agentur „Lian-Sports“ Rebic und rein zufällig auch Filip Kostic. Der serbische Linksaußen und WM-Teilnehmer steht noch beim Bundesliga-Absteiger Hamburger SV unter Vertrag, verspürt aber wenig Lust in der zweiten Liga zu spielen. Der VfL Wolfsburg wollte ihn holen, hatte sich laut Medienberichten mit dem HSV bereits auf eine Ablösesumme von acht Millionen Euro geeinigt. Doch Kostic (120 Bundesligaspiele, 17 Tore) will nicht in die VW-Stadt, er will offenbar lieber zur Eintracht. Da würde sich dann ein Kreis schließen, vor allem für den Berater.

Quelle: op-online.de

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