Mittelfeldspieler ausgeliehen ohne Kaufoption

Geraldes kommt aus derselben Schule wie Ronaldo

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Francisco „Chico“ Geraldes

Frankfurt - Die Frankfurter Eintracht hat am Freitagvormittag die Verpflichtung von Francisco „Chico“ Geraldes (23) bekanntgegeben. Von Peppi Schmitt

Das war nichts Neues mehr, gab es doch schon seit Wochen Gerüchte, zudem war der Wechsel schon am Vortag von verschiedenen Seiten bestätigt worden. Freilich nicht von der Eintracht. Der Transfer von Geraldes zeigt beispielhaft wie heutzutage solche Wechsel ablaufen. Die eine Seite, der aufnehmende Verein, in diesem Fall die Eintracht, versucht so lange wie möglich alles unter der Decke zu halten. Damit kein anderer Klub dazwischen grätschen kann. Die andere Seite, der abgebende Verein, Sporting Lissabon streut immer mal wieder auch über den Berater des Spielers Gerüchte um die Preise nach oben zu treiben. Und die dritte Seite, der Spieler, macht sein eigenes Ding.

So war es diesmal. Während in Frankfurt die Eintracht am Donnerstag noch auf die Bremse getreten hatte, berichteten die Zeitungen in Portugal schon vom Wechsel. Geraldes hatte schon am frühen Morgen seine Bordkarte für den Flug nach Frankfurt auf Instagram gepostet. Auf dem Frankfurter Flughafen wurde er dann vom Reporter einer Zeitung und Kaderplaner Ben Manga empfangen. Derweil bestätigte der Präsident von Sporting Lissabon schon den Wechsel, erklärte seinem Klientel in der portugiesischen Hauptstadt, dass man Geraldes nicht verkauft, sondern verliehen hat. „Ohne Kaufoption“, wie José Sousa Vintra betonte. Das ließ ihn gut dastehen. Und säte ein paar Zweifel in Frankfurt, denn die Eintracht wollte ja eigentlich keine Leihverträge mehr machen ohne sich zumindest eine Kaufoption zu sichern. Nun aber mussten sie wohl klein beigeben. Was zunächst einmal Geld spart, statt einer Millionen-Euro-Ablöse wird nur eine geringe Gebühr unter einer Million Euro fällig. Was aber das Risiko beinhaltet, dass Geraldes wenn er einschlägt, am Ende der Saison wieder weg ist. Wie letztes Jahr Jesus Vallejo, der zurück zu Real Madrid musste.

In Frankfurt hat Geraldes am Donnerstag die obligatorischen medizinischen Tests gemacht und irgendwann am Nachmittag wohl auch den Vertrag unterschrieben. Das Mannschaftsfoto, das ein paar Meter weiter geschossen wurde, war also in Echtzeit schon nicht mehr aktuell. Während die Eintracht am Donnerstagabend noch immer keine Bestätigung für den Transfer gab, ließ es sich der Spieler nicht nehmen, ein Eintracht-Trikot mit seiner der Nummer „18“ und seinem Schriftzug zu posten. So war jedem klar: Geraldes ist ein Frankfurter. Offiziell wurde er es dann am Freitagvormittag durch die Presseerklärung. Und kurz darauf gab es ein weiteres Foto. Jetzt mit dem Spieler, dem Trikot und Sportvorstand Fredi Bobic vor der Kulisse des Mains in der Innenstadt. Stichwort: Im Herzen von Europa, dem Slogan des Eintracht-Liedes.

Schließlich hat der Eintracht-Boss den achten Neuzugang mit wohlwollenden Worten begrüßt. „Chico hat eine hohe Spielintelligenz, ist beidfüßig stark und verfügt über eine gute Technik sowie hohes Tempo“, lobt Bobic. Der Spieler hat sich begeistert über den Wechsel zu einem „großen Klub“ geäußert. „Jedes Spiel vor 50.000 Zuschauern spielen, das ist genau das, was ich wollte“, sagte Geraldes, „ich bin sehr froh hier zu sein“.

Bilder: Der Kader von Eintracht Frankfurt

Das Fußballspielen gelernt hat Geraldes, der letzte Saison nach Rio Ave ausgeliehen war, in der Jugendakademie von Sporting Lissabon. Die prominentesten Schüler der grün-weißen Ausbildung: Cristiano Ronaldo, Luis Figo, Nani, Joao Moutinho oder Ricardo Quaresma. So gut ist Geraldes (noch) nicht. Seine größte Stärke: Die Beidfüßigkeit. Als kleiner Junge gab der Vater ihm Trainingsstunden im eigenen Garten. "Ich musste damals immer den linken Fuß nehmen. Das hat genervt", erzählt der Neu-Adler. Aber es hat sich gelohnt.

Quelle: op-online.de

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