Bisher 16 Millionen Euro ausgegeben, 12 Millionen eingenommen

Eintracht Frankfurt: 50 Millionen für Rebic?

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Frankfurt - Es gehört zur Politik von Fredi Bobic, die Öffentlichkeit vor Transfers möglichst aus dem Spiel zu lassen und nach Transfers die Zahlen für sich zu behalten. Von Peppi Schmitt

Der Sportvorstand der Frankfurter Eintracht ist damit in den letzten Jahren gut gefahren. Die Ablösesummen, manchmal auch die Gehälter, bleiben dennoch meistens nicht geheim, auch wenn sie hin und wieder auf Schätzungen beruhen. Verlässliche Zahlen gibt es wenige. So hat der Frankfurter Finanzvorstand Oliver Frankenbach vor ein paar Tagen unter den Stichworten „Investitionen Spielerwerte“ bekanntgegeben, dass die Eintracht in der vergangenen Saison knapp 30 Millionen Euro (exakt 29,7) an Ablösesummen inklusive Beraterhonoraren ausgegeben hat. Das war mehr als erwartet, wie sich die Summen freilich auf einzelne Spieler verteilt haben, weiß außerhalb des Vereins niemand.

Auch in diesen Tagen und Wochen schwirren viele Zahlen für Ein-und Verkäufe nur so durch die Medien. Legt man das Internet-Portal „transfermarkt.de“ zugrunde, haben die Frankfurter bislang knapp 16 Millionen Euro ausgegeben und gut zwölf Millionen Euro eingenommen. Die Bilanz ist also leicht im Minus, was in diesem Fall ja kein Malus ist. Fredi Bobic hat in einem Nebensatz in einem seiner Interviews aus dem Trainingslager aus den USA angekündigt, dass noch weitere Spieler kommen werden, explizit genannt wurde ein weiterer Stürmer. In diesem Zusammenhang hat er unter anderen Branimir Hrgota nahegelegt, die Eintracht mangels sportlicher Perspektive zu verlassen. Klar ist: Die Eintracht wird noch einige Transfers tätigen in diesem Sommer, in beide Richtungen.

Der größte finanzielle Brocken wird Ante Rebic sein. Dass der kroatische Nationalspieler nach seinem raketenhaften Aufstieg über Saison, Pokalfinale bis zur WM zu halten sein wird, glaubt niemand. Der Vertrag mit dem 24 Jahre alten Stürmer läuft noch zwei Jahre und soll keine Ausstiegsklauseln enthalten. Die Ablöse ist also frei verhandelbar. Die einzige Einschränkung für die Eintracht: Eine gewisse Prozentzahl der Ablöse wird der vorherige Verein AC Florenz erhalten. Wie hoch dieser Anteil sein wird, darüber gibt es unterschiedliche Einschätzungen, die einen sprechen von 20 Prozent, die anderen von 30. Die Spekulationen rund um Rebic werden nun nach der WM immer mehr an Fahrt aufnehmen, zumal in England die Transferperiode dieses Jahr schon am 9. August zu Ende geht. Britische Medien berichten nun, dass Manchester United umgerechnet knapp 50 Millionen Euro bieten würde für Rebic. Und gleich auch dessen Landsmann Ivan Perisic aus Mailand holen will. Zudem sei auch Arsenal London am Frankfurter interessiert. Der Eintracht könnte es nur recht sein, wenn die gut betuchten britischen Spitzenclubs den Preis gegenseitig hochtreiben. Die angeblichen Kontakte zum FC Bayern München sind dagegen eher zu vernachlässigen, haben die Münchner doch auf den Positionen von Rebic mit Arjen Robben, Kingsley Coman, Serge Gnabry, Franck Ribery (Außen), Thomas Müller, Robert Lewandowski und Sandro Wagner (zentral) insgesamt schon sieben Nationalspieler unter Vertrag. Das wiegt sicher schwerer als die Affinität von Trainer Niko Kovac zu seinem Landsmann Rebic.

Rebic also wird eine neue Rekordsumme für die Eintracht einbringen, wenn nicht noch ein kleines Wunder geschieht und er sich zum Bleiben entschließt. Dass ein Großteil der Summe wieder investiert werden würde, ist auch klar. „Wir sind immer vorbereitet“, sagt Bobic. Viel mehr an Informationen gibt es nicht. Da ist er eisern, der Frankfurter Sportchef.

Neuzugänge (Alter/Ablöse/abgebender Verein)

Frederik Rönnow (25/2,8 Millionen Euro/Bröndby IF), Felix Wiedwald (28/ablösefrei/Leeds United), Evan N’Dicka (18/5,5 Millionen Euro/AJ Auxerre), Lucas Torró (24/3,5 Millionen Euro/Real Madrid), Nicolai Müller (31/ablösefrei/Hamburger SV), Goncalo Paciencia (23/3,0 Millionen Euro/FC Porto), Trainer Adi Hütter (48/1,0 Millionen Euro/Young Boys Bern).

Abgänge (Alter/Ablöse/aufnehmender Verein)

Lukas Hradecky (28/ablösefrei/ Bayer Leverkusen), Leon Bätge (21/ablösefrei/Würzburger Kickers), Kevin-Prince Boateng (31/ablösefrei/Sassuolo), Marius Wolf (23/5,0 Millionen Euro/ Borussia Dortmund), Omar Mascarell (25/4,0 Millionen Euro/Schalke 04), Aymen Barkok (20/0,5 Millionen Euro Leihgebühr (Fortuna Düsseldorf), Trainer Niko Kovac (46/2,8 Millionen Euro/Bayern München)

Quelle: op-online.de

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