Rebic auf Weg der Besserung

Die mexikanische Achterbahnfahrt mit Marco Fabián

+
Beim Freundschaftsspiel der Frankfurter Eintracht am Donnerstagabend gegen den FC Ederbergland (5:0) hat Marco Fabián zwei Tore geschossen.

Frankfurt - Hoch und runter, rein und raus, mal weg, dann wieder da: Marco Fabián kommt in diesen Tagen und Wochen sein sonniges Gemüt zugute, um all das zu verkraften, was auf ihn eingeprasselt ist. Von Peppi Schmitt

Die jüngste Entwicklung: Beim Freundschaftsspiel der Frankfurter Eintracht am Donnerstagabend gegen den FC Ederbergland (5:0) hat Fabián zwei Tore geschossen und mit sichtlich viel Freude die Rückkehr in den Kreis der Mannschaft genossen. Und da wird er nun auch bleiben, zumindest bis zum Winter. „Ich bleibe zu 100 Prozent hier. Das ist meine Entscheidung und ich werde alles für den Verein geben", bekräftigte der 29 Jahre alte Mexikaner nach dem Spiel gegen den Hessenligisten. Auch Trainer Adi Hütter, sowieso ein Freund der fabianschen Spielweise, ließ keinen Zweifel, dass er künftig wieder mit ihm planen wird. „Ich bin froh, dass er wieder bei uns ist“, sagte der Frankfurter Trainer, „er ist ein sehr guter Spieler, der uns mit seiner Erfahrung helfen wird.“ Damit nimmt die mexikanische Achterbahnfahrt zumindest vorläufig ein positives Ende. Und das war eigentlich nicht mehr zu erwarten gewesen.

Zwar hatte der Trainer seine Wertschätzung für Fabián immer wieder betont und diese am 12. August mit einem Platz in der Anfangself beim Supercup gegen die Bayern auch nach außen deutlich gemacht. Doch danach gab es Irrungen und Wirrungen in Serie. Fabián hatte, wie so viele beim 0:5 gegen die Bayern, nicht wirklich gut gespielt. Und sich kurz darauf in der inzwischen aufgelösten „Trainingsgruppe 2“ wiedergefunden. Grund: Fabián, dessen Vertrag bis 2019 läuft, trug sich mit Wechselabsichten, der Verein unterstützte dies, um noch eine Ablösesumme kassieren zu können und der Trainer wollte lieber mit jenen Spielern konzentriert arbeiten, auf die er dauerhaft setzen kann.

Fabián war dann nach Istanbul geflogen. Der Trainer von Fenerbahce, Philip Cocu, hatte ihn zu einem Wechsel in die türkische Metropole überredet. Doch von da an ging vieles schief. Der unterschriftsreif ausgehandelte Vertrag platzte kurzfristig, weil Fenerbahce, warum auch immer, kalte Füße bekommen hatte. Angeblich sei Fabián durch den Medizincheck gerasselt, seine im letzten Jahr operierte Bandscheibe bereite Probleme. Wie sich herausgestellt hat, eine bewusst gestreute Falschmeldung ohne wirkliche Substanz. „Das war alles falsch“, sagt Fabián, „meinem Rücken geht es zu hundert Prozent gut.“ Als er nach ein paar frustrierenden Tagen wieder nach Frankfurt zurückkehrte, hatte er sogar seine Rückennummer verloren. Die „10“ hatte die Eintracht in der Überzeugung, Fabián würde den Klub verlassen, Neuzugang Filip Kostic gegeben. Nun lag die Nummer „38“ für den ursprünglich mal als Spielmacher eingeplanten mexikanischen WM-Teilnehmer parat, beim Testspiel in Ederbergland durfte er die "7" tragen

Immerhin, die „Trainingsgruppe 2“ gab es nach Ende der sommerlichen Transferperiode nicht mehr und Fabián konnte wie einige andere auch wieder am normalen Training teilnehmen.

Bilder: Eintracht gewinnt Testspiel gegen Ederbergland

Der nächste Rückschlag aber ließ nicht lange auf sich warten: Als am letzten Mittwoch der Kader für die Europa-League bekannt wurde, fehlte der Name Fabián auf der Liste. Aus sportlichen Gründen eine nicht nachvollziehbare Entscheidung. „Es war schwierig für uns, weil die Nominierung genau in die Zeit fiel, als wir dachten, Marco wechselt den Verein“, lieferte Trainer Hütter nun die Erklärung. Er habe es dem Spieler gesagt, „er hat es positiv aufgenommen“, sagt der Eintracht-Trainer, „er kann uns in der Meisterschaft viel helfen“. Fabián also wird seine Chance „nur“ in der Bundesliga erhalten.

In diesen schweren Zeiten haben Fabián sein positiver Charakter und seine Freude am Beruf weitergeholfen. „Ich habe einfach viel Spaß beim Fußball“, sagt er und ist froh, weiter bei der Eintracht Fußball spielen zu können. Das Spiel gegen Ederbergland, die beiden Tore, die gute Leistung, all das hat dazu beigetragen, dass er nun wieder mitten drin ist. Und das wird auch so bleiben. „Wir haben definitiv entschieden, dass er bei uns bleibt“, sagte auch ein sichtlich zufriedener Trainer Hütter, „er fühlt sich sehr wohl hier und ist aufgenommen worden, wie es sich gehört“.

Eintracht unterliegt im Supercup Bayern München: Bilder

Nicht die einzige gute Nachricht von der Eintracht in der kurzen Bundesligapause: Positiv ist auch, dass Ante Rebic nach einer Bauchmuskelverletzung wieder gegen den Ball tritt, zwar noch nicht wieder mit voller Kraft, aber immerhin so stark, dass Hoffnung auf eine baldige Rückkehr besteht. Eine Prognose, wann das genau sein wird, wollte der Trainer nicht geben. „Er ist mit einem guten Gefühl zurückgekommen“, sagte Hütter, „ich hoffe, dass er nun schnell wieder spielen kann. Wir brauchen ihn, er ist eine Persönlichkeit und ein guter Spieler.“

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare