Reisen zehren an Kräften

SGE-Nationalspieler: Hasebe und Fernandes profitieren von Rücktritt

+
Gelson Fernandes und Makoto Hasebe (rechts) spielen seit ihrem Rücktritt aus der Nationalmannschaft stark auf.

Frankfurt - Bei Eintracht Frankfurt sind gerade viele Nationalspieler unterwegs. Zwei, die jahrelang für ihr Land aufgelaufen sind, befinden sich jedoch im Training: Makoto Hasebe und Gelson Fernandes haben beide von ihrem Rücktritt profitiert. Von Peppi Schmitt

Seit Montag sind sie unterwegs die Nationalspieler der Frankfurter Eintracht. Die Jungstars wie Evan Ndicka mit der französischen U 20 oder Luka Jovic mit Serbien, auch die Etablierten wie Kevin Trapp mit dem DFB, Mijat Gacinovic und Filip Kostic mit Serbien und Ante Rebic mit Kroatien. Zwei Spieler aber, die in den letzten Jahren feste Bestandteile ihrer Nationalmannschaften waren, sind zu Hause geblieben. Makoto Hasebe und Gelson Fernandes haben nach der Weltmeisterschaft ihre Rücktritte aus den Nationalmannschaften Japans und der Schweiz erklärt. Für die Spieler selbst und vor allem für die Eintracht sind diese Entscheidungen ein wahrer Segen.

Beide, Hasebe wie Fernandes, spielen in diesen Tagen und Wochen so gut wie noch nie zuvor bei der Eintracht. Das hat viele Gründe, hängt aber ziemlich sicher auch damit zusammen, dass sie eine körperliche und mentale Beanspruchung weniger haben. Gerade bei Hasebe ist das offensichtlich. In jeder Bundesligapause war er im vergangenen Jahrzehnt zu jedem Länderspiel in seine Heimat um den halben Globus geflogen. Auch wenn Bundesligastars viel Komfort auf den langen Flügen genießen, ermüdend und kräfteraubend sind sie allemal.

„Es tut gut, mal die Beine hochlegen zu können“, hat Hasebe gesagt, „es ist schön, auch mal mit der Familie spazieren zu gehen.“ Nach der WM sei er dem Fußball ein wenig überdrüssig gewesen, davon ist nun nichts mehr zu spüren. Hasebe spielt im Alter von 34 Jahren wie ein Junger. Nicht nur mit Übersicht, die hatte er schon immer und die bringt die Erfahrung aus 114 Länderspielen wahrscheinlich auch automatisch mit sich, sondern auch mit einer bei ihm zuvor nicht gekannten Spritzigkeit. Er lenkt nicht nur als moderner Libero das Spiel der Eintracht, er gewinnt auch viel Zweikämpfe, ist in der Lage, Löcher zu stopfen und Bälle abzulaufen. Den mutigen Pass aus der Abwehrmitte durch das Mittelfeld in die Spitze, hat ihm Trainer Adi Hütter zwar nicht beigebracht, in seinem Alter konnte das Hasebe natürlich schon vorher, aber er hat ihn dazu animiert, den Ball auch zu spielen.

Das gilt übrigens auch für Hasebes Partner in der Abwehrkette, David Abraham und Evan Ndicka. Hasebe eröffnet das Spiel und ist durch seine Position vom Gegner daran nur schwer zu hindern. Passend dazu steht dahinter mit Kevin Trapp ein Torwart, der den genauen Pass, die Spieleröffnung, in seiner drei Jahren bei Paris St. Germain ebenfalls deutlich verbessert hat. Die Schwungräder der Eintracht stehen also ganz hinten. Davor und an den Seiten wird gesprintet, geschossen und gearbeitet. Dabei kommt Gelson Fernandes eine besondere Rolle zu. Seit der Spanier Lucas Torró wegen einer Schambeinentzündung ausfällt, gehört der Schweizer, der 67 Länderspiele auf dem Buckel hat, wieder zur Stammformation.

Eintracht-Zeugnis gegen Schalke 04

Eintracht Frankfurt präsentiert Kevin Trapp
Kevin Trapp: Note 2 © dpa
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Evan Ndicka: Note 3 © Hüb ner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Gelson Fernandes: Note 3 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Jonathan de Guzman: Note 3 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Luka Jovic: Note 1,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Sebastien Haller: Note 2,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Mijat Gacinovic: Keine Note, spät eingewechselt © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
David Abraham: Note 2,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Makoto Hasebe: Note 1 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Danny da Costa: Note 2,5 © Hübner
Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt Training
Filip Kostic: Note 2 © Hübner
Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt Pressekonferenz
Ante Rebic: Note 2 © Hübner

Auch er hat im „hohen“ Fußballalter von 32 sein Passspiel unter dem neuen Trainer noch verbessert. Es sieht immer sehr bemüht aus, wenn Fernandes einfachste Bälle spielt. Und das ist es wohl auch. Diese sichtbare Konzentration hilft ihm, keine leichtsinnigen Fehler zu machen. Kämpferisch steht Fernandes ganz oben in der Hierarchie, als Persönlichkeit sowieso.

Den Jungen, so sagt er, „will ich immer eine Hilfe sein.“ Inzwischen ist er dem ganzen Team eine große Hilfe, deutlich mehr als noch in der letzten Saison. Hasebe und Fernandes sind zwei Spieler, die stellvertretend dafür stehen, dass man auch im Herbst der Karriere noch hinzulernen und sich verbessern kann. Trainer Hütter hat das Potential erkannt, es weiterentwickelt und es gewinnbringend für die Mannschaft eingesetzt.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare