Sechs Millionen Euro für N’Dicka?

Torró im Training: Ballsicher und zweikampfstark

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Mittendrin im Geschehen war der Spanier Lucas Torró, den die Eintracht am Donnerstag für eine Ablösesumme von 3,5 Millionen Euro von Real Madrid (ausgeliehen an den Zweitligisten CA Osasuna) geholt hat. Der erste Eindruck vom 1,88 Meter großen Mittelfeldspieler: Sicher am Ball, zweikampfstark und mit der nötigen Härte ausgestattet.

Frankfurt - Mit 24 Spielern reist die Frankfurter Eintracht am Samstagmorgen nach Salt Lake City, aus der europäischen Wärme in die amerikanische Wüstenhitze. Im ersten Teil des Trainingslagers in den USA erwarten die Frankfurter im Bundestaat Utah Temperaturen an die 39 Grad. Von Peppi Schmitt

Am Mittwochnacht (1 Uhr MEZ) tragen die Hessen ein Testspiel gegen Real Salt Lake aus. Mit Felix Wiedwald, Nicolai Müller, Lucas Torró und Evan N’Dicka werden vier Neuzugänge mit nach Amerika fliegen und dort die Gelegenheit haben, die neuen Kollegen besser kennenzulernen. Als eine Art Reiseleiter wird wieder Timothy Chandler fungieren, in Frankfurt geborener amerikanischer Nationalspieler, ausgestattet mit einem deutschen und einem amerikanischen Pass. „Wir hatten letztes Jahr in den USA eine tolle Zeit und sind als Mannschaft zusammengewachsen“, sagt Chandler, „das wird auch diesmal wieder so sein“. Selbst für ihn ist Salt Lake freilich Neuland. „Ich freue mich, wieder eine neue Stadt kennenzulernen.“

Am nächsten Donnerstag wird die Eintracht dann nach Philadelphia an die Ostküste fliegen und dort ein weiteres Freundschaftsspiel (Sonntag) austragen. Der neue Trainer Adi Hütter bezeichnet die Woche in den USA als „besonders wichtig“. Er habe Gelegenheit mit den Spielern „viel zu reden und ich kann sehen, wie sich die Jungs verhalten.“

Alle Beteiligten wird es viel Energie kosten, den Trainingsanforderungen gerecht zu werden. Dem Trainerteam, das die richtige Dosierung gerade wegen der Hitze und der langen Anreise finden muss. Den Spielern, die in ungewohnter Umgebung mit neuen Abläufen und hohen Belastungen fertig werden müssen. Der Trainer hat schon angekündigt, am Sonntag wegen der Zeitumstellung und dem langen Flug noch kürzer zu treten. Danach aber soll hart gearbeitet werden. „In allen Bereichen“, sagt der neue Coach, „technisch, taktisch und konditionell.“ Ganz so wie bei der letzten Übungseinheit auf deutschem Boden am heutigen Freitagvormittag. Da hatten Hütter und seine Assistenten an die intensive Einheit mit Ball, in denen viele Zweikämpfe und Abschlüsse geübt wurden, noch eine scharfe Laufeinheit angehängt.

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Mittendrin im Geschehen war der Spanier Lucas Torró, den die Eintracht am Donnerstag für eine Ablösesumme von 3,5 Millionen Euro von Real Madrid (ausgeliehen an den Zweitligisten CA Osasuna) geholt hat. Der erste Eindruck vom 1,88 Meter großen Mittelfeldspieler: Sicher am Ball, zweikampfstark und mit der nötigen Härte ausgestattet. Torró hatte einen rundherum guten Einstand, nachdem er vom spanisch sprechenden Kapitän David Abraham den Kollegen vorgestellt worden war.

Den zweiten Neuen, Abwehrspieler N’Dicka, bekamen die Fans noch nicht zu sehen. Der 18 Jahre alte Franzose absolvierte die vorgeschriebenen medizinischen Tests und einen Laktattest. N‘Dicka kommt vom französischen Zweitligisten AJ Auxerre, für den er schon im Alter von 16 Jahren Pflichtspiele in der Profimannschaft bestritten hat. Nicht nur deshalb kommt er mit vielen Vorschusslorbeeren. Er sei ein „hochinteressanter Verteidiger“, sagt Trainer Hütter, „sehr reif für sein Alter.“ Hütter bezeichnet N‘Dicka freilich noch als „Perspektivspieler“.

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In diesem Zusammenhang ist eine Passage in der renommierten französischen Sportzeitung L’Equipe interessant, denn dort ist Rede von fünf bis sechs Millionen Euro, die die Eintracht als Ablöse an Auxerre überwiesen hat. Das ist nach Sébastien Haller (sieben Millionen Euro an den FC Utrecht) im letzten Jahr, die höchste Ablösesumme in der Geschichte der Eintracht. Zudem soll Auxerre laut L’Equipe auch bei einem Weiterverkauf an der Einnahme prozentual beteiligt sein. Eine stolze Summe für einen Spieler, der gerade der Jugend entwachsen ist und in der vergangenen Saison lediglich vierzehn Zweitligaspiele in Frankreich absolviert hat.

Eintracht-Manager Bruno Hübner wollte sich an den Spekulationen nicht beteiligen, wies aber darauf hin, dass der Spieler „eine große Wertigkeit“ habe und englische Spitzenclubs Ablösesummen im zweistelligen Bereich geboten hätten. N’Dicka freilich habe sich für den aus seiner Sicht sportlich besten Weg entschieden. Zudem haben sich auch in der Bundesliga schon ganz junge Spieler behaupten und ihren Marktwert vervielfachen können, beispielsweise der Leipziger Dayot Upamecano oder der Dortmunder Jaden Sancho. In jedem Fall ein Indiz dafür, dass die Eintracht in N’Dicka einen zukünftigen Spitzenspieler sieht.

Quelle: op-online.de

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