Große Euphorie bei der SGE

Eintracht Frankfurt lebt Adi Hütters Fußballidee 

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Trainer Adi Hütter findet mit seiner Spielidee Anklang.

Frankfurt - Bei Frankfurter Eintracht bekommen sie das Lächeln gar nicht mehr aus dem Gesicht. Nach dem elften Spiel ohne Niederlage in Folge, dem fünften Sieg im fünften Spiel der Europa-League (EL), herrschte eine fröhliche Ausgelassenheit rund um die Arena im Stadtwald. Von Peppi Schmitt

Dabei soll das 4:0 gegen Olympique Marseille nur eine europäische Durchgangsstation gewesen sein. „Europa ist bei uns ein Spektakel“, sagt Vorstand Axel Hellmann, „wir bieten unseren Zuschauern etwas.“ Das ist noch untertrieben formuliert. 4:1 gegen Rom, 2:0 gegen Limassol, jetzt wieder vier Tore gegen Marseille, das ist Fußball pur.

Dazu fantastische Choreografien, die zu Gänsehautmomenten führen. Und, das Wichtigste: Eine Mannschaft, die voller Begeisterung ihre so ganz eigene Art Fußball zu spielen, in vollen Zügen auslebt. Die Erfolge hätten etwas mit der Qualität der Spieler zu tun, sagt der Vater des Erfolgs, Trainer Adi Hütter, aber auch mit der Spielanlage. „Es ist wichtig, dass meine Idee, die ich im Kopf habe, in die Köpfe der Spieler geht“, sagt er, „das ist mir in Bern gelungen, das scheint mir auch jetzt zu gelingen.“

In die Herzen der Fans hat er es auch schon geschafft. Die Eintrittskarten für die nächste Runde im Februar sind schon jetzt heißt begehrt, obwohl der Gegner noch nicht feststeht. Was Hütter in diesen Tagen auch anpackt, es funktioniert. Jüngstes Beispiel: Jetro Willems. Der Holländer hat seit seiner Verpflichtung immer nur linker Verteidiger gespielt, hatte zuletzt seinen Platz aber an den eigentlichen Stürmer Filip Kostic verloren. Schon dessen „Rückversetzung“ war ein gelungener Überraschungscoup des Trainers.

Nun wurde Kostic geschont und da Johnny de Guzman von einer Magenverstimmung geschwächt war, musste Willems im Mittelfeld spielen. „Er hat das toll gemacht“, sagte Hütter später. „Wir wissen ja, dass Jetro ein genialer Fußballer ist, der Dinge kann, die andere nicht können“, sagte Kollege Danny da Costa, „er hat im Mittelfeld gespielt als hätte er nie woanders gespielt.“ Ein weiterer Baustein also für die Zukunft der Mannschaft, den der Trainer da eingefügt hat.

„Es herrscht Harmonie trotz Rotation“, freut sich Hütter. Der 48 Jahre alte Österreicher versucht zwar bescheiden mit den Erfolgen und Lobeshymnen umzugehen, blickt aber trotzdem optimistisch und selbstbewusst nach vorne. Er sehe nicht den geringsten Grund „die Euphorie zu dämpfen“, wiederholte Hütter, „ich habe auch nicht den Eindruck, als könnten wir einbrechen.“

Die Stimmung in der Kabine nach den Siegen, die nahezu kindliche Freude, würden die Spieler von ganz alleine auf dem Boden halten. Alle bei der Eintracht wollen den Erfolgsweg weitergehen. Hilfreich ist dabei neben diesem Erfolgshunger der einzelnen Profis auch der Hang zur Perfektion beim Trainer. „Wenn ich als Trainer zufrieden bin, dann sind es auch die Spieler“, sagt er, „und Zufriedenheit bedeutet Stillstand und Stillstand bedeutet Rückschritt.“

Eintracht-Zeugnis gegen Marseille

Eintracht Frankfurt präsentiert Kevin Trapp
Kevin Trapp: 3 © dpa
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Simon Falette: 3 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Gelson Fernandes: 2 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Luka Jovic: 2 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Sebastien Haller: 3 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Mijat Gacinovic: 3 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Jetro Willems: 2,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Makoto Hasebe: 2 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Marco Russ: 3 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Danny da Costa: 2,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Nicolai Müller: ohne Bewertung © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Taleb Tawatha: 3,5 © Hübner
Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt Training
Filip Kostic: 2,5 © Hübner
Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt Pressekonferenz
Ante Rebic: ohne Bewertung © Hübner

Immer weiter und weiter also als Motto. Nichts würde „von selbst laufen“, sagt er, Voraussetzung für alle Siege der Mannschaft sei die große Hingabe der Spieler beim Training und beim Spiel. Hütters Beurteilung des Marseille-Spiels passt da genau: „Wir haben hervorragend gespielt, aber nicht alles richtig gemacht.“ Dementsprechend ist das Abschneiden der Eintracht in diesem ersten Halbjahr der Saison bisher optimal.

Die Leistungen aber sind es nicht immer. Diese Erkenntnis macht es dem Trainer auch leicht, immer wieder den Hebel anzusetzen. Doch Hütter kann sich auch freuen und macht auch daraus keinen Hehl. „Ich bin ein stiller Genießer“, sagt er, „es macht mir Freude wie die Jungs den Gegner gemeinsam jagen.“ Die Fußballspiele dieser Eintracht sind in der Tat ein Gemeinschaftserlebnis auf allen Ebenen. „Wie im Märchen“, sagt Routinier Marco Russ. Und Danny da Costa war auch um eine Antwort auf die Frage nach den Grenzen des Höhenflugs nicht verlegen. „Wir nehmen alles wie es kommt“, hat er gesagt, „es ist doch gut, wenn nach oben keine Grenzen gesetzt sind.“

Quelle: op-online.de

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