Rebic wieder am Ball

Knie verdreht: Paciencia bricht Training ab

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Gestützt von Physiotherapeut Thomas Stubner und Trainer Adi Hütter humpelt Goncalo Paciencia vom Platz.

Frankfurt - Wie gewonnen, so zerronnen: Kaum hatte sich Adi Hütter über die Rückkehr einiger Stammkräfte ins Training gefreut, muss der Trainer der Frankfurter Eintracht schon wieder um einen anderen bangen. Von Peppi Schmitt

Goncalo Paciencia hat sich am Montagvormittag ohne Einwirkung eines Kollegen ganz offenbar das linke Knie verdreht. Gestützt von Rehatrainer Martin Spohrer und Physiotherapeut Thomas Stubner musste er vorzeitig den Platz verlassen und wurde mit einem Auto hoch in die Kabine gefahren. Paciencia konnte nicht mehr richtig auftreten, das sah nicht wirklich gut aus. Eine genaue Diagnose gab es am Montag noch nicht, dennoch droht der Neuzugang aus Porto auszufallen. So geht das nun mal im Profifußball.

Andere sind zurück

Mit Ante Rebic, Mijat Gacinovic und David Abraham konnten drei andere nach unterschiedlich langen Pausen wieder mitmachen. Vor allem auf Ante Rebic ruhten die Blicke. Der kroatische Vizeweltmeister, zuletzt wegen einer Bauchmuskelverletzung außer Gefecht und in der Bundesliga in dieser Saison noch nicht eingesetzt, machte einen Teil des Trainings mit. Bei den ersten Übungsspielchen war er auch am Ball, es geht sichtlich aufwärts. Ob Rebic freilich schon am Freitag beim Auswärtsspiel in Dortmund sein Comeback feiern wird, ist offen. Trainer Hütter will da nichts überstürzen.

Ganz sicher wieder dabei sein werden dagegen Gacinovic und Abraham, die sich beim letzten Heimspiel gegen Bremen leichtere Blessuren zugezogen hatten. Der offensive Mittelfeldspieler und der Abwehrchef sind unumstrittene Stammspieler.

Hasebe nicht länger Stammspieler?

Diesen Status scheint Makoto Hasebe gerade verloren zu haben. Weder in Freiburg noch gegen Bremen hat der Japaner gespielt, gegen Werder hatte er nicht einmal im Kader gestanden. „Natürlich bin ich mit meiner Situation unzufrieden“, sagte er am Montag in einer Presserunde, „ich war immer Stammspieler bei der Eintracht". Zuletzt war er Bankdrücker bei seiner ersten Bundesliga-Station einst in Wolfsburg gewesen, aber das ist zehn Jahre her. Der Grund für Hasebes ziemlich sicher nur vorübergehende Nichtberücksichtigung liegt im Systemwechsel, den der neue Coach vorgenommen hat. Solange die Eintracht mit Dreierkette spielt, gilt Hasebe als „Libero“ gesetzt. Seit Hütter jedoch auf Viererkette umgestellt hat, gibt es keinen Platz mehr.

Bei aller persönlichen Unzufriedenheit wird Hasebe nie negative Stimmung in die Mannschaft tragen, das entspricht nicht dem Charakter des 34 Jahre alten Musterprofis. „Im Fußball wollen eben immer alle spielen“, sagt er, „da gibt es nur eines: Den Kopf hochnehmen und weiterarbeiten.“

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Längst hat auch ein Vier-Augen-Gespräch zwischen Trainer und Routinier stattgefunden. Gerade Adi Hütter legt ja großen Wert darauf, seine Entscheidungen, den Spielern auch zu erklären und zu begründen. Neben dem Systemwechsel wurde außerdem angeführt, dass Hasebe wegen der Teilnahme an der Weltmeisterschaft auch noch ein paar Trainingsrückstände aufweise. „Der Trainer meint, dass die anderen im Moment besser sind als ich“, sagt Hasebe und betont, „zwischen uns gibt es keine Probleme." Aus Erfahrung weiß er, dass seine Chance schon ziemlich bald wieder kommen wird.

Zehn Tage - drei Spiele

Drei Spiele muss die Eintracht in den nächsten zehn Tagen bestreiten, da werden so ziemlich alle gesunden Spieler gebraucht. „Ich bin bereit, ich fühle mich gut“, sagt er. Die Geduld wird wohl auch deshalb nicht mehr solange auf eine Probe gestellt werden, weil er mehrere Positionen spielen kann. Unter Niko Kovac war es meist der „Libero“, in der Nationalmannschaft und bei seinen vielen Stationen in der Bundesliga musste er im defensiven Mittelfeld ran. Und als bei der Eintracht mal die Not groß war, hatte ihn der frühere Trainer Armin Veh auch als rechten Verteidiger aufgeboten. Möglich, dass auch Adi Hütter so denkt.

Zum einen fallen mit Timothy Chandler und Carlos Salcedo ja zwei Spieler aus, die dort zu Hause sind, zum anderen hat Hasebe beim Training auffällig oft rechts gespielt.

Quelle: op-online.de

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