Hoffenheim im Frankfurter Stadtwald

Eintracht Frankfurt: Jetzt weht ein anderer Wind für die SGE

Eine der wenigen spektakulären Szenen des Spieles gegen Vaduz: Almamy Toure versucht erfolglos den Fallrückzieher. Lucas Torro blickt erwartungsvoll hinterher. Foto: Hübner

Wenig überraschend hat die SGE am Donnerstag das Ticket für die Play-Off-Phase zur Europa-League gelöst. Und auch wenn die Eintracht in der noch jungen Saison bereits fünf Pflichtspiele auf dem Buckel hat: Heute geht’s erst richtig los.

Die Wundertüte Hoffenheim kommt zum Bundesligastart.

Frankfurt – Die Eintracht-Mannschaft, die am Donnerstag den Einzug in die Play-Off-Phase zur Europa-League mit einem 1:0 über den FC Vaduz klar machte, wird so wohl nie mehr zusammenspielen. Nach dem 5:0-Hinspielerfolg nutzte Trainer Adi Hütter die Gunst der Stunde, um sein Team auf fast allen Positionen mit Alternativpositionen zu besetzen. Es war klar, dass die 48.000 Zuschauer in der ausverkauften Commerzbank-Arena keinen spielerischen Leckerbissen zu sehen bekommen. Besonders hervorzuheben sind nur zwei Dinge, die aber gegensätzlicher nicht sein könnten. Zum einen stand Mittelfeldmotor Sebastian Rode nach seiner Verletzung aus dem Euro-League-Halbfinale gegen den FC Chelsea wieder in der Startelf und war dementsprechend glücklich nach dem Spiel: „Dem Knie geht es gut, es hat sich heute alles gut angefühlt. Für mein Comeback hätte ich mir keine bessere Kulisse vorstellen können.“ Zum anderen gibt es das Verletzungs-Drama um Marco Russ. Der Hanauer musste nach einem Kopfballduell verletzt vom Platz. Der Verdacht auf einen Achillessehnen-Riss hat sich bestätigt, es droht eine mehrmonatige Pause. Auch ein Karriereende wäre für den 34-Jährigen keine Überraschung.

Gegner in den erreichten Playoffs ist Racing Straßburg, die sich gegen Lok Plovdiv durchgesetzt hatten. Die Spiele finden am 22. in Straßburg und am 29. August in Frankfurt statt.

Aber am heutigen Sonntag startet um 15.30 Uhr erstmal die neue Bundesligasaison mit dem Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim für die Eintracht. Und bei allem Respekt für ihre bisherigen Pflichtspielgegner Tallinn, Mannheim und Vaduz: Damit beginnt tatsächlich die neue Spielzeit für die SGE. Auch Trainer Adi Hütter sprach am Freitag von „einem ganz anderen Wind“, der jetzt in der Bundesliga für sein Team weht. Fürs erste Spiel ist es noch fraglich, wie heftig der Eintracht dieser ins Gesicht bläst. Denn erster Gegner Hoffenheim ist die große Unbekannte. Im Jahr eins nach Julian Nagelsmann ist die Mannschaft mit Neu-Trainer Alfred Schreuder schwer einzuschätzen. Denn mit den Abgängen der spielprägenden Akteure Kerem Joelinton (nach Newcastle) Demirbay (Leverkusen), Nico Schulz (Dortmund) und Nadiem Amiri (Leverkusen) bekamen die Kraisgauer ein völlig neues Gesicht. Dies zeigt sich nun mit der Leihe des Ex-Hoffenheimers Sebastian Rudy (aus Schalke) sowie den festen Neuverpflichtungen Sargis Adamyan (Regensburg), Ihlas Beou (Hannover) sowie Robert Skov (Kopenhagen). Außerdem vermeldete die TSG in dieser Woche noch den Rekordeinkauf der Vereinsgeschichte: Für zwölf Millionen Euro wurde fürs Mittelfeld Diadie Samassekou von RB Salzburg verpflichtet.

Auch bei der Eintracht könnte sich bis zum Ende der Transferperiode noch einiges tun. Experten und Fans sind sich einig, dass dringend noch ein Stürmer verpflichtet werden muss. Sollte Ante Rebic den Verein noch verlassen, dann möglicherweise sogar zwei. Und es scheinen gar die verrücktesten Konstellationen möglich. Sogar eine Leihe des erst frisch an Real Madrid veräußerten Luka Jovic. Auf die Frage von Reporterin Laura Wontorra sagte Eintracht-Vorstands-Boss Fredi Bobic am Donnerstag nach dem Spiel: „Ich werde nicht ja und nicht nein sagen.“ Er wolle sich nicht an Gerüchten beteiligen. Was er aber eigentlich genau damit gemacht hat. Denn: Ein klares Dementi hört sich anders an.

Von Oliver Haas

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare