Die Stärken des neuen Trainers

Eintracht auf Hütters Weg

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Adi Hütter lernt seine Spieler ganz genau kennen - ein Teil seines Erfolgsrezepts.

Frankfurt - Seit 122 Tagen ist Adi Hütter Cheftrainer der Frankfurter Eintracht. Seit seinem Amtsantritt am 2. Juli hat der 48 Jahre alte Österreicher nicht alles auf den Kopf gestellt, aber vieles verändert. Von Peppi Schmitt

Adi Hütter ist es gelungen, Bewährtes zu übernehmen und Neues einzubringen. Natürlich wird er immer wieder mit seinem Vorgänger Niko Kovac verglichen, der sich mit dem Pokalsieg bei der Eintracht unsterblich gemacht hat. Kovac ist es gelungen, die Frankfurter aus den Tiefen des Abstiegskampfes 2016 ins internationale Geschäft zu heben. Hütter arbeitet nun daran, den nächsten Schritt zu tun, der eine Etablierung zumindest in der oberen Hälfte der Bundesliga mit jährlichen Chancen auf eine Europapokalteilnahme beinhalten würde. Die bisherige Bilanz spricht dafür, dass er auf einem guten Weg ist. In der Liga liegen die Frankfurter auf dem siebten Platz, in der Europa-League ungeschlagen auf dem ersten Platz.

Hütters große Stärke ist die Kommunikation. Er erklärt den Spielern seine Entscheidungen, er versucht zu überzeugen. Er will „die Menschen mitnehmen“, so hat er es bei seiner Vorstellung versprochen. Bei der Eintracht nimmt er (fast) alle mit. 25 Spieler hat Hütter alleine in der Bundesliga schon eingesetzt, so viele wie kein anderer Klub in der Liga. Das ist natürlich auch Zwängen geschuldet, die durch Sperren oder langwierige Verletzungen entstanden sind. Und es liegt auch daran, dass Hütter nach dem Umbruch in der Frankfurter Mannschaft seit Sommer über Wochen auch selbst ein „Suchender“ war.

Denn es gehört zu den Qualitäten dieses Fußball-Lehrers, dass er selbst dazulernt, indem er seine Spieler besser kennenlernt. Er hat seinen eigenen Kopf, aber er ist nicht ausschließlich fixiert auf seine eigene Meinung, sondern lässt sich überzeugen. Er lässt Kritik zu, sogar öffentliche, die er schon mal als absolut „berechtigt“ bezeichnet.

Das ist anders als bei seinem Vorgänger und in diesen Zeiten nicht selbstverständlich. Bei den Spielen hat das dazu geführt, dass Hütter von seinem eigentlich bevorzugten 4-4-2-System abgekommen ist und die Eintracht in einem variantenreichen 3-5-2 spielen lässt. Er hat erkannt, dass Makoto Hasebe nirgendwo so wertvoll für die Mannschaft ist wie als Libero. Er hat den als Linksaußen geholten Filip Kostic zu einem offensiven Verteidiger „umfunktioniert“. Er hat mit dem Märchen aufgeräumt, dass die beiden zentralen Stürmer Luka Jovic und Sébastien Haller nicht zusammenspielen können. Das geht sehr wohl, nicht immer, aber immer öfter. Er hat ein feines Näschen entwickelt, welches Stürmerpärchen aus seinem Startrio im jeweiligen Spiel zusammenpassen könnte.

Bilder: Eintracht gewinnt gegen Apollon Limassol

Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol © dpa-avis
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Frankfurt setzt Siegesserie fort - 2:0 gegen Limassol
Frankfurt setzt Siegesserie fort - 2:0 gegen Limassol © dpa-avis
Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Frankfurt nach "Riesenschritt" in Europa League fast am Ziel
Frankfurt nach "Riesenschritt" in Europa League fast am Ziel © dpa-avis

Hütter trainiert anders als sein Vorgänger. Vermeintlich nicht ganz so intensiv wie unter Kovac, aber genauso effektiv. Zumindest ist der Eintracht der geistige und körperliche Spagat zwischen Liga und Europapokal bislang eindrucksvoll gelungen. Die Frankfurter haben nach den anstrengenden Europacup-Spielen ihre Bundesligaspiele nicht verloren. Und das alles ohne die früher fast täglichen Blutuntersuchungen, die den Spieler zunehmend auf den Geist gegangen waren. Beide Arten der Trainingssteuerung waren bei der Eintracht erfolgreich. Für die meisten Spieler scheint die Abwechslung befruchtend zu sein. Aus dem dichtgedrängten Terminplan, der in vielen Wochen kaum Training, dafür mehr Regeneration erfordert, macht Hütter das Beste, indem er die Video-Sitzungen verstärkt hat. Die Visualisierung der Spielidee nimmt einen breiten Raum ein.

Der Neue hat sich auch nach außen mehr geöffnet als sein Vorgänger. So wäre die Dokumentation von „Nitro“, die die Kameras bis in die Kabine gelassen hat, vor ein paar Monaten noch undenkbar gewesen. Auch da geht Hütter seinen eigenen Weg. Freilich: Geht es ans „Eingemachte“ ist auch er verschlossen wie eine Auster. Geheimtraining gibt es nach wie vor und konkrete Informationen in den Pressekonferenzen vor den Spielen vermeidet er weitgehend. Bislang ist Hütters Weg ein erfolgreicher.

Quelle: op-online.de

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