Vier Profis nicht im Aufgebot

Hütter mit Testspiel in Wiesbaden zufrieden

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Schnell nach vorne spielen, „mit Speed“, ist die Vorgabe des Eintracht-Trainers Adi Hütter. Dazu hat er seine Spieler an der Seitenlinie immer wieder lautstark und gestenreich animiert.

Wiesbaden - Auf der Tribüne des kleinen Wiesbadener Stadions waren die Bosse der Frankfurter Eintracht fast komplett versammelt. Sie bekamen beim 6:2 (1:1) gegen den SV Wehen Wiesbaden einen Vorgeschmack auf die Art und Weise, wie die Eintracht in Zukunft Fußball spielen will.

Es ging in nahezu jeder Phase des Spiels nach vorne, kompromisslos, schnell und entschlossen. Das ist der Fußball, den der neue Trainer Adi Hütter bevorzugt. Sechs eigene Treffer und zwei Gegentore drücken diese Art des Spieles im Resultat aus. „Es war ein guter Test“, sagte Hütter. Er habe „Schlüsse ziehen können und „Erkenntnisse“ gewonnen. Dass der engagierte Gegner, der ja schon nächste Woche in den Ligabetrieb startet und sich deshalb körperlich in guter Verfassung befinden sollte, so klar und deutlich beherrscht werden konnte, hilft auch innerhalb der Frankfurter Mannschaft, die Akzeptanz für die neue Spielidee weiter zu steigern.

„Ich mag, was der Trainer will“, sagte Mijat Gacinovic, es sei „mehr Risiko in der gegnerischen Hälfte“ gefordert. Dies ging in Wiesbaden freilich auch mit der Unwägbarkeit einher, in gegnerische Konter zu laufen. Zwei, dreimal konnten die Wehener aus Eckbällen der Frankfurter mit schnellem Konterspiel Profit schlagen. „Da waren wir noch nicht gestaffelt genug“, sagte Hütter, „das hat mir noch nicht gefallen“. Freilich hatten die Frankfurter in den Trainingseinheiten bislang auch noch nicht wirklich viel Zeit die vielfältigen neuen Aufgaben zu verinnerlichen.

Nach vorne ging es in Wiesbaden schon gut. In den ersten zehn Minuten hatte die Eintracht ein Feuerwerk abgebrannt, aber eine Serie von besten Chancen nicht nutzen können. „Sehr, sehr gut“ habe man angefangen, lobte Hütter, der dann sehen musste, „dass wir nach dem Gegentor den Faden verloren haben.“ Wehen kam zu zwei Kopfballtoren, zum 1:0 und 2:2, beide Male hatte die Defensiv-Abstimmung überhaupt nicht gestimmt. Was nicht weiter überraschend ist, denn zum einen wird noch mit dem Personal kräftig experimentiert, zum anderen auch das System immer wieder verändert. Diesmal ließ Hütter eine Halbzeit in einem 3-5-2-System spielen, mit der Doppelspitze Haller und Paciencia, der gleich in seinem ersten Spiel traf. In der anderen dann 4-2-3-1.

Bei allen Systemfragen bleibt das Grundprinzip unangetastet: Schnell nach vorne spielen, „mit Speed“, sagt der Frankfurter Coach. Dazu hat er seine Spieler an der Seitenlinie immer wieder lautstark und gestenreich animiert. Es soll in Fleisch und Blut übergehen. Personelle Rückschlüsse aus den verschiedenen Aufstellungen, dürfe man noch nicht ziehen, sagte Hütter. Es fehlen ja auch noch sechs WM-Teilnehmer und der eine oder andere weitere Neuzugang. Es wird sich also noch vieles ändern. Erste Pflöcke hat er aber schon eingeschlagen. Mit Branimir Hrgota, Daicha Kamada, Max Besuschkow und Taleb Tawatha hatten vier Profis nicht im Aufgebot gestanden, die mit im Trainingscamp in den USA waren. Nur Tawatha war verletzt (Achillessehne), für die anderen aber war es ein deutliches Signal, dass ihre Perspektiven bei der Eintracht sehr begrenzt sind. Andere Wackelkandidaten konnten in eigener Sache werben. Marc Stendera zeigte eine gute Leistung, übertraf Gastspieler Allan Souza deutlich. Und für den Torschützen Danny Blum („er hat es sehr gut gemacht“) gab ein Sonderlob des Trainers.

Eintracht (erste Halbzeit): Wiedwald - Abraham, Russ, Ndicka – Da Costa, Torró, Cavar, Allan, Willems - Haller, Paciencia

Eintracht (zweite Halbzeit): Wiedwald - Chandler, Knothe, Falette, Beyreuther - Stendera, de Guzman - Müller, Gacinovic, Blum – Jovic

Zuschauer: 4709

Tore: 1:0 Brandstetter (17.), 1:1 Paciencia (22.), 1:2 Jovic (52.), 2:2 Mockenhaupt (62.), 2:3 Blum (64.), 2:4 Gacinovic (69.), 2:5 Gacinovic (80.), 2:6 Müller (87.)

Quelle: op-online.de

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