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Adi Hütter mahnt zur Ruhe – Rode auch gegen BVB nicht dabei

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Adi Hütter mahnt nach der Niederlage gegen Arsenal zur Ruhe. 

Die 0:3-Niederlage gegen den FC Arsenal im ersten Europa-League-Gruppenspiel war für Eintracht Frankfurt ernüchternd. Doch jetzt wird der Blick auf Borussia Dortmund gerichtet.

Frankfurt - Die 0:3-Niederlage gegen den FC Arsenal war für die Frankfurter Eintracht ernüchternd, gerade weil die Latte nach der letzten Europa-League-Saison so hoch liegt. Fußball-Festtage in der Arena waren zu einer schönen Gewohnheit geworden. Jetzt also der Rückschlag. Und die Suche nach Gründen. Klemmt es hinten, weil die Eintracht einfach zu viele Chancen zulässt und zu viele Gegentore bekommt? Oder vorne, weil die neuen Stürmer (noch) nicht treffen. Beides trifft zu. „Uns hat die letzte Konsequenz gefehlt, in unserem Sechzehner und im gegnerischen Sechzehner“, hat Abwehrchef Makoto Hasebe treffend formuliert. 

Das ganze Spiel ist noch nicht homogen, trotz guter Ansätze passt vieles noch nicht zusammen, die Übergänge zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen sind nicht flüssig, eher holprig. Der Trainer mahnt zur Ruhe. „Wir haben ein paar Eigenfehler zu viel gemacht und die Balance hat noch nicht richtig gestimmt“, sagte Adi Hütter, „aber insgesamt habe ich trotz des Ergebnisses eine sehr ansprechende Leistung gesehen und ich bin grundsätzlich beruhigt“.

Eintracht Frankfurt hat ihren ureigenen Spielstil noch nicht wiedergefunden

Die Eintracht hat ihren ureigenen Spielstil, der nach den Verlusten wichtiger Spieler zwangsläufig ein anderer sein muss, noch nicht gefunden. Gegen Arsenal hat es an Kompaktheit in der Rückwärtsbewegung gefehlt, gepaart mit vielen kleinen und größeren Fehlern einzelner Spieler wie David Abraham oder Djibril Sow. Sie stehen stellvertretend für die Defensivprobleme. Der eine, weil er als Routinier einfach zu viele Zweikämpfe verliert, der andere, weil ihm als Neuling zu viele leichte Fehler unterlaufen. Sow begründet das mit „fehlendem Spielrhythmus“, was wohl der Wahrheit ziemlich nahekommt. Denn mit Dauer der Partie wurde der junge Schweizer immer besser. Abrahams Leistungsstand aber ist seit Wochen ein Rätsel. „Manchmal muss man Spielern auch helfen“, will der Trainer nicht den Stab über Einzelne brechen.

Dennoch stellen sich personelle Fragen: Wäre es gegen Arsenal nicht vielleicht besser gewesen, den erfahrenen Gelson Fernandes als Absicherung aufzustellen, der als Meister des Zweikampfes und der Balleroberung gilt? Und warum haben Spieler wie Almamy Touré und Erik Durm nicht einmal im Aufgebot gestanden? Ganz abgesehen davon, dass mit Evan Ndicka ein Abwehrspieler komplett außen vor scheint und mit Sebastian Rode wegen Verletzung das „Schwungrad“ ausgefallen ist. Rode wird auch gegen Dortmund nicht spielen können, das operierte Knie wurde von einem Schlag getroffen, die MRT-Bilder zeigten zwar „nichts Besorgniserregendes“, dennoch ist er zu seinem Operateur gefahren, um eine zweite Meinung über die Schwere der Verletzung einzuholen.

Adi Hütter: "Die Neuen brauchen einfach noch Zeit" – Rückschläge gehören dazu

Hütter hat natürlich recht, wenn er die grundsätzlichen Schwächen nicht an einzelnen Spielern festmachen will. „Wir gewinnen und verlieren zusammen“, sagt er, „und die Neuen brauchen einfach noch Zeit.“ Gegen Arsenal hatten fünf Neuzugänge (Kohr, Dost, Silva, Kamada, Sow) im Team gestanden, die Bitte um Geduld ist also angebracht, wenn auch im hocherhitzten Fußball schwierig umzusetzen. Keiner in Frankfurt sollte so überheblich sein und denken, dass es immer nur weiter aufwärts geht. Rückschläge gehören gerade beim Aufbau einer neuen Struktur zwangsläufig dazu. Und doch ist der Druck gewachsen, die nächsten beiden EL-Spiele in Guimaraes und gegen Lüttich sind richtungweisend.

Eintracht-Konkurrenzkampf: Vier Stars müssen zu Hause bleiben

Von den Stürmern werden nun Tore erwartet. Die individuelle Klasse von Goncalo Paciencia, Bas Dost und André Silva ist unbestritten. Doch sie spielen nun mal anders als ihre Vorgänger. „Wichtig ist, dass wir Chancen herausspielen“, sagt der Trainer. „Für mich persönlich sehe ich noch Luft nach oben, ich kann es besser“, sagt Bas Dost. Silva sicher auch, er kommt allerdings seinem ersten Treffer immer näher. Paciencia ist sowieso der treffsicherste. Der Trainer muss nun herausfinden, wer am besten zu wem in welchen Spielen passt. Vor allem im Angriff, aber auch in den anderen Bereichen.

Eintracht Frankfurt: Trainer Hütter kündigt personelle Veränderungen gegen Borussia Dortmund an

Die nächste Aufgabe könnte allerdings kaum schwerer sein. Borussia Dortmund kommt nach dem 4:0 gegen Leverkusen und dem 0:0 gegen Barcelona mit breiter Brust. Es werde „personelle Veränderungen“ geben, kündigte der Eintracht-Trainer an. Die Frankfurter werden deutlich vorsichtiger zu Werke gehen. Gegen Arsenal hätten sich „zu viele Spieler bei den Angriffen nach vorne eingeschaltet“, moniert der Coach, die Rückwärtsbewegungen nach Ballverlusten seien zudem zu langsam gewesen. Das dürfe gegen die „schnellen und intelligenten Dortmunder“ nicht passieren. Von Peppi Schmitt

Eintracht: Trapp – Touré (Falette), Hasebe, Hinteregger – Da Costa, Kohr, Sow, Fernandes, Kostic – Paciencia, Silva.- Bank: Rönnow, Abraham, Falette (Touré), Ndicka, Chandler, Durm, Kamada, Joveljic, Dost.

Quelle: op-online.de

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