So geht es weiter bei der Eintracht:

Hradecky weg, Wolf will weg, Fabián darf weg

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Die Fans können sich auf eine spannende Saison 2018/19 freuen.

Frankfurt - Nach dem Endspiel ist vor der Saison: Die Frankfurter Eintracht wird als amtierender DFB-Pokalsieger in diesem Jahr bis zur Winterpause noch 26 Pflichtspiele austragen. Zu den siebzehn Bundesligaspielen zwischen dem 24. August und dem 23. Dezember kommen noch zwei DFB-Pokalspiele im August und Oktober sowie sechs Spiele in der Europa-League im Herbst und im Frühwinter und der Supercup Mitte August. Von Peppi Schmitt

Das sind sieben Begegnungen mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Mehr Spiele also und eine deutliche Mehrbelastung. Das erfordert bei rationaler Betrachtung auch mehr Spieler und damit den Einsatz von mehr Geld. In die letzte Saison war die Eintracht mit 33 Spielern gestartet, darunter allerdings einige Langzeitverletzte (Alex Meier und Omar Mascarell) und ein halbes Dutzend Spieler, die wegen ihrer Jugend (Noel Knothe, Deji Beyreuther, Nelson Mandela, Renat Dadashov) oder ihrer Qualität (Max Besuschkow, Andersson Ordonez) keine wirkliche Rolle gespielt haben.

Der neue Trainer Adi Hütter wird gemeinsam mit der sportlichen Leitung nun entscheiden müssen, wie groß der Kader sein soll, mit wie vielen Spielern er tagtäglich arbeiten will. Neben Quantität wird vor allem Qualität gefragt sein. 30 Spieler, davon ist auszugehen, wird das Aufgebot sicher umfassen. Wieder inklusive dem einen oder anderen Talent, denn es gibt ja wegen der fehlenden U23 keine Möglichkeit, sich in Notfällen aus dem eigenen Nachwuchs zu bedienen. „Es wird einige Veränderungen geben“, hat Sportvorstand Fredi Bobic schon mal angekündigt. Das war vor dem Triumph im Endspiel. Nun sind die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Eintracht deutlich angestiegen, die Anforderungen freilich auch. Ob aus den Veränderungen dann doch ein größerer Umbruch werden wird, wird die Zukunft zeigen.

Gerüchte und Spekulationen gibt es viele, Fakten aktuell nur wenige. Fest steht lediglich, dass Torwart Lukas Hradecky den Verein verlassen und der Däne Frederik Rönnow von Bröndby IF sein Nachfolger werden wird. Schon die Frage nach den weiteren Torhütern ist noch nicht beantwortet. Jan Zimmermann und Leon Bätge, die Nummern zwei und drei, sind (fast) gänzlich ohne Spielpraxis geblieben. Möglich, dass die Eintracht noch einen weiteren Torhüter holt, um nicht komplett darauf angewiesen zu sein, dass Rönnow gleich in die großen Fußstapfen von Hradecky tritt.

32 Spieler stehen, Stand jetzt, auf der Kaderliste der Eintracht. Darunter sind aber erneut mit Knothe, Beyreuther, Mandela und dem Rückkehrer aus Kiel Max Besuschkow Spieler, die wohl kaum das Zeug haben, auf Anhieb in der Bundesliga oder gar in Europa eine Rolle zu spielen. Da sind Ausleihgeschäfte möglich, auch wenn das gerade bei Besuschkow komplett in die Hose gegangen ist. Der aus Stuttgart geholte Mittelfeldspieler hat zum Schluss bei Holstein Kiel nicht einmal mehr auf der Bank gesessen und ein komplettes halbes Jahr „verloren“.

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Die Veränderungen, auf die Bobic anspielt, sind wohl jene Profis, die gehen können, wollen oder sollen. Marius Wolf wird mit vielen Bundesligaklubs in Verbindung gebracht, nachdem die fast schon peinliche Ausstiegsklausel in Höhe von fünf Millionen Euro bekannt geworden ist. Omar Mascarell könnte zu Real Madrid zurückgehen, die „Königlichen“ haben eine Rückkaufoption in Höhe von vier Millionen Euro. Ob sie sie ziehen werden, ist offen. Mascarell würde gerne bleiben. Ob Alex Meier einen neuen Vertrag bekommt, muss noch besprochen werden. Nahezu alle Würdenträger des Klubs sind dafür, die Fans sowieso, die Mitspieler auch. Meier ist die Integrationsfigur überhaupt, verkörpert all das, was ganz Frankfurt am letzten Wochenende landesweit so sympathisch gemacht hat. Auch sportlich könnte Meier gerade bei der erhöhten Anzahl von Spielen noch gute Dienste erweisen. Adi Hütter muss das entscheiden und Fredi Bobic über seinen Schatten springen. Noch wichtiger für die Eintracht: Was passiert mit Ante Rebic? Der Kroate hat im Pokal für Furore gesorgt und kann dies auch bei der WM tun. Ob er dann noch zu halten sein wird, ist offen. Sportlich wäre es unbedingt notwendig, denn Rebic ist einer, der den Unterschied macht. Wirtschaftlich könnte er der Eintracht eine Ablösesumme in bisher nicht erreichten Dimensionen bescheren.

Es gibt auch eine Gruppe von Spielern, die das hohe Niveau nicht mitgehen konnte. Daichi Kamada, Marc Stendera, Branimir Hragota und Danny Blum haben kaum oder gar nicht gespielt. Fraglich, ob sie noch einmal den Anschluss schaffen. Stendera, so sein Berater, wolle sich aber erst einmal dem neuen Coach vorstellen und danach über seine Zukunft entscheiden. Bei Kamada muss die Eintracht entscheiden, ob sie das Experiment schon nach einem Jahr beendet. Simon Falette hat noch drei Jahre Vertrag, Taleb Tawatha noch ein Jahr. Beide, der Innen- und der Außenverteidiger, haben höchstens das Zeug zu Ergänzungsspielern.

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Und da sind mit Sébastien Haller und Marco Fabián zwei hochbezahlte Spieler, deren Zukunft offen ist. Haller hat seinen Stammplatz im Laufe der Rückrunde verloren, Fabián hat ihn sich nach langer Verletzung nicht wieder zurückerobern können. Unter einem neuen Trainer könnten beide wieder Erfolg haben, aber bei halbwegs attraktiven Angeboten würde die Eintracht sicher nicht zögern, sie abzugeben.

Quelle: op-online.de

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