„Müssen es viel besser machen“

Eintracht holt Punkt in rasantem „Topspiel“

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David Abraham und Danny da Costa machen beim ersten Gegentor keine gute Figur.

Bremen - Der Bezahlsender „Sky“ nennt seine Samstagabendspiele „Topspiel der Woche“. Nicht oft können die Spiele dann halten, was der hochtrabende Name verspricht. Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt aber hat alle Erwartungen erfüllt. Von Peppi Schmitt

„Es war eines der besten Topspiele, das ich in den letzten Jahren gesehen habe“, sagte Rekordnationalspieler und Sky-Experte Lothar Matthäus nach dem 2:2 (1:1)-Unentschieden. Der Punktgewinn für die Frankfurter war am Ende sicher glücklich, aber schämen müssen sie sich dafür nicht. „Wir haben einen Punkt bei einem heimstarken Team geholt und sind mit vier Punkten gut in die Rückrunde gestartet“, sagte der Frankfurter Trainer Adi Hüter, „ich kann mit dem Unentschieden sehr gut leben.“

Wie hoch die Erwartungen bei der Eintracht inzwischen gestiegen sind, ließ sich an den Reaktionen nach dem Abpfiff ablesen. Sowohl von den Protangonisten im Stadion als auch von den Fans in den Internetforen. Da werden längst Maßstäbe angelegt, denen die Mannschaft womöglich in ihrer gesamten Leistungsstruktur nicht gerecht werden kann. In der Vorrunde, nach der 1:2-Heimniederlage gegen die Bremer, schien den Hessen noch Abstiegsgefahr zu drohen, jetzt sind sie weiter unter den ersten Fünf platziert. Und sind trotzdem in vielen Facetten unzufrieden. „Wenn wir oben dabei sein wollen, müssen wir solche Spiele gewinnen“, sagte der beste Frankfurter, Torhüter Kevin Trapp. Der Nationalspieler verwies einmal mehr auf die „unheimliche Qualität“ und bemängelte, „dass wir manchmal nicht selbst daran glauben.“

Gerade in Bremen hatte in vielen Szenen die eigene Überzeugung gefehlt. Die Eintracht hatte zweifellos Qualitäten vermissen lassen, aber sie hatte auch Qualität gezeigt. Abgezockt waren die Hessen, eiskalt bei ihren wenigen Chancen. Ausgestattet mit dem Selbstvertrauen ihrer kaum zu bändigenden Stürmern. Ante Rebic (Tor Nummer 7) und Sébastien Haller (11) haben wieder getroffen. „Wenn man nicht gut spielt und trotzdem punktet, ist das auch Qualität“, sagte der Trainer. Die nächsten Spiele gegen die Spitzenteams aus Dortmund, Leipzig und Mönchengladbach werden freilich noch andere Herausforderungen und Anforderungen stellen als jetzt in Bremen. Egal ob Spieler oder Trainer, alle wissen, dass eine Steigerung vonnöten sein wird.

Vor allem in der abwehrenden Abteilung funktionierte über fast die gesamte Spielzeit nicht viel. Was neben der Stärke der Bremer zum einen am kompletten Defensivverbund lag, der nicht richtig zusammenarbeitet. Im Mittelfeld hatten die Bremer immer wieder Überzahl, die Angriffsreihe von Werder bekam so viel zu viele Freiheiten. Es lag aber auch an individuellen Schwächen. Makoto Hasebe wurde vom besten Bremer, Max Kruse, permanent unter Druck gesetzt und hatte es so sehr schwer, das eigene Spiel anzukurbeln. In diesem Bereich sind die Frankfurter nach ihrer starken Vorrunde von der Konkurrenz „entschlüsselt“.

Der Trainer war von der taktischen Variante des Gegners sicher nicht überrascht, aber ein wirkliches Gegenmittel hatte er nicht gefunden. Schwerer noch aber wog, dass die beiden anderen Verteidiger der Abwehrkette, David Abraham und Simon Falette, schlicht schlecht gespielt haben. Die Idee, Falette anstelle von Evan Ndicka aufzustellen (Hütter „Ich habe auf die Trainingsleistungen reagiert“), war nicht wirklich zielführend. Falette wirkte nicht nur bei den beiden Gegentoren durch Maxi Eggestein und Martin Harnik überfordert. Erstaunlich war die konzeptlose Vorstellung von Kapitän Abraham. Der Argentinier wirkt im neuen Jahr noch nicht fit, wurde später auch wieder wegen Wadenproblemen ausgewechselt.

Bilder: Eintracht punktet in Bremen

Eintracht Frankfurt holt Punkt bei Werder Bremen: Bilder
Das Bundesligaspiel zwischen Werder Bremen und Eintracht Frankfurt endet 2:2. © dpa
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Das Bundesligaspiel zwischen Werder Bremen und Eintracht Frankfurt endet 2:2. © dpa
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Das Bundesligaspiel zwischen Werder Bremen und Eintracht Frankfurt endet 2:2. © dpa

Im Grunde kann nach der Vorstellung von Bremen und nach dem Verkauf von Carlos Salcedo die Konsequenz nur lauten, dass die Eintracht sich bis zum Ende der Transferperiode am Donnerstag in der Verteidigung unbedingt verstärken sollte. Der Aussage von Sportvorstand Fredi Bobic, der die Eintracht mit vier Innenverteidigern „gut bestückt“ sieht, muss man nicht wirklich folgen. „Es ist ja schön, dass wir so erfolgreiche Stürmer haben“, sagte der für Abraham eingewechselte Routinier Marco Russ, „aber wir dürfen uns nicht immer auf ihre Geniestreiche verlassen.“ Sollen die hohen Ziele erreicht werden, besteht kurzfristig Handlungsbedarf.

Auch Torwart Trapp mahnt: „Wir müssen es in den nächsten Wochen gegen andere Gegner viel besser machen.“ Nächste Woche spielt die Eintracht gegen Borussia Dortmund. Favorit sind die Frankfurter gegen den Spitzenreiter sicher nicht.

Quelle: op-online.de

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