Eintracht holt Wiedwald zurück

Die neue Nummer zwei ist ein alter Bekannter

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Zzwischen 2013 und 2015 spielte Felix Wiedwald bereits für Eintracht Frankfurt.

Frankfurt - Die Nummer eins der Frankfurter Eintracht hat sich nach drei erfolgreichen Jahren verabschiedet, Lukas Hradecky geht zu Bayer Leverkusen. Von Peppi Schmitt

Und die Nummer drei ist ebenfalls weg. Leon Bätge hat bei den Würzburger Kickers unterschrieben. Es gibt also Bewegung zwischen den Pfosten der Eintracht für die neue Saison. Als neue Nummer eins haben sich Sportvorstand Fredi Bobic und Manager Bruno Hübner den 25 Jahre alten dänischen Nationalspieler Frederik Rönnow ausgesucht. Der Nationalspieler kommt für eine Ablösesumme von rund drei Millionen Euro von Bröndby IF. Der wichtigste Platz ist damit vergeben. Einen internen Kampf wird der neue Trainer Adi Hütter da sicher nicht ausrufen. Der wird aber um einen Platz auf der Bank entbrennen. Denn die bisherige Nummer zwei, Jan Zimmermann, bekommt einen in Frankfurt durchaus bekannten Konkurrenten. Die Hessen wollen Felix Wiedwald zurückholen, der vor drei Jahren zu Werder Bremen und von dort vor einem Jahr zu Leeds United auf die Insel gewechselt war. „Es ist noch nicht endgültig entschieden, aber wir arbeiten daran“, sagte Manager Bruno Hübner am heutigen Montag.

Wiedwald war immer mal wieder nahe dran, Stammkeeper zu werden, doch in den letzten Jahren hat sich herausgestellt, dass dafür die Klasse doch nicht ganz reicht. Er gilt als guter zweiter Mann, auf den im Notfall Verlass ist. Bei der Eintracht war er zwischen 2013 und 2015 Vertreter von Kevin Trapp. In seiner ersten Saison am Main hat er mit Ausnahme eines dreizehnminütigen Einsatzes im Auswärtsspiel in München komplett auf der Bank gesessen. In der zweiten hat er seinen Mann gestanden, als Trapp wegen eines Syndesmosebandrisses ausgefallen war. Neunmal in Folge stand Wiedwald zwischen den Pfosten und konnte meist überzeugen. Doch dann warf ihn eine Krankheit zurück (Pfeiffersches Drüsenfieber), die Eintracht holte als Überganslösung den früheren Nationaltorwart Timo Hildebrand. Und zur Rückrunde war dann Trapp wieder fit.

Wiedwald aber wollte sich mit einem Bankplatz nicht mehr zufriedengeben. Schon bevor Trapps Wechsel nach Paris zustande kam, hatte er sich für seinen Heimatverein Werder Bremen entschieden. Das schien zunächst auch ein gute Idee. In der Spielzeit 15/16 machte er alle Spiele für Werder, doch dann schwand das Vertrauen. Im Zweikampf mit Routinier Jaroslav Drobny behielt Wiedwald zwar nach einigem Hin- und Her die Oberhand, so richtig glücklich aber waren weder der Verein noch der Spieler. Und so zog er vor einem Jahr weiter auf die britische Insel. Doch der Ausflug in die zweite englische Liga endete in einem Desaster. Der deutsche Keeper leistete sich slapstickartige Fehler im halben Dutzend. Insgesamt stand er dennoch in 28 der 46 Punktspiele im Tor, doch seit dem 2. März, einer Begegnung gegen Middlesbrough, war er außen vor. Der argentinische Trainer Marcelo Bielsa vertraute lieber dem 21 Jahre alten Nordiren Bailey Peacock-Farrell.

Es ist also nur logisch, dass Wiedwald wieder auf der Suche nach einem neuen Verein ist. Und da bietet sich die Eintracht an. Manager Hübner hat seit Duisburger Zeiten ein bekannt gutes Verhältnis zum inzwischen 28 Jahre alte Keeper. Und Torwarttrainer Moppes Petz hat durchaus auch eine hohe Meinung von Wiedwald. Im Laufe der Woche wird die endgültige Bestätigung erwartet, dass man es noch einmal gemeinsam versuchen wird. Leeds hat im letzten Sommer eine halbe Million Euro an Ablöse nach Bremen überwiesen, die Eintracht hofft, dass Wiedwald ablösefrei wechseln kann.

Zwei neue Torhüter also, aber die Rangfolge ist klar. „Rönnow ist die Nummer eins“, sagt Manager Hübner zum Plan. Wiedwald und Zimmermann, der in der abgelaufenen Saison als reiner „Trainingstorwart“ auch nicht wirklich überzeugen konnte, sollen sich um den Bankplatz balgen.

Quelle: op-online.de

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