Boateng, Abraham und Rebic gegen HSV wieder dabei

Letztes Heimspiel für Kovac - und Fußballgott Alex Meier?

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Frankfurt - Vor einer Woche musste die Frankfurter Eintracht gegen die C-Elf des FC Bayern München mit einer B-Elf antreten. Das bittere Ende ist bekannt. An diesem Samstag (15.30 Uhr - wir berichten im Liveticker) kommt der Hamburger SV und muss damit rechnen, auf die Frankfurter „A-Elf“ zu treffen. Von Peppi Schmitt

Mit ganz wenigen Ausnahmen, Makoto Hasebe ist gesperrt, Jonathan de Guzman erst nächste Woche wieder fit, kann Trainer Niko Kovac seine stärkste Formation aufs Feld schicken. „Wir wollen unsere Ziele verfolgen und auf jeden Fall gewinnen“, sagt der 46 Jahre alte Trainer, der zum letzten Mal im eigenen Stadion die Verantwortung tragen wird. Ein bisschen Wehmut werde dabei sein, räumt der zukünftige Trainer des FC Bayern ein, „für mich geht hier eine schöne Zeit zu Ende.“ Die teilweise massive Kritik an seinem Wechsel hat Kovac sehr wohl vernommen, will sie aber nicht überbewerten. „Eine Minderheit wird viel mehr wahrgenommen als die Mehrheit“, glaubt er. In persönlichen Gesprächen habe er „das Gegenteil wahrgenommen“, also keine Ablehnung, sondern viel Verständnis. Kovac will sich von nichts und niemanden von seiner Aufgabe ablenken lassen. „Ich weiß, was in meinem Herzen ist, alles andere ist unwichtig“, sagt er, „wir haben hier gut gearbeitet und viel erreicht, es besteht kein Grund, alles in Frage zu stellen“. Wenn ein Trainer einen Verein verlasse, sei dies nicht „das Schlimmste auf der Welt.“

Für die vielen Eintracht-Fans unter den 51.500 Zuschauern in der ausverkauften Arena hält er noch ein besonderes Bonbon bereit. Zum ersten Mal in dieser Saison wird Alexander Meier im Kader stehen. Der 35 Jahre alte Kapitän hat nach zwei Fußoperationen vor acht Wochen das Training wieder aufgenommen. Ob sein auslaufender Vertrag noch einmal verlängert wird, ist offen, das soll der neue Trainer entscheiden. Der alte Trainer zollt dem als „Fußball-Gott“ verehrten Meier nun seinen Respekt. Er wisse, wie schön es ist, ein Abschiedsspiel zu bekommen, sagt Kovac, „ich habe das in Berlin und Salzburg zweimal erlebt.“ Kovac hat vor, Meier auf jeden Fall auch ein paar Einsatzminuten zu gönnen, sofern es der Spielstand irgendwie hergibt. Meier selbst freut sich auf die Rückkehr auf den Rasen. In der Liga ist er zum ersten Mal seit dem 20. Mai 2017, damals gegen Leipzig, dabei. Unter der Woche hatte Meier gesagt, „dass ich auf jeden Fall noch weiterspielen will“. Angeblich liegen ihm zwei Anfragen aus der Bundesliga vor. Am liebsten aber möchte er seine Karriere bei der Eintracht fortsetzen.

Die Hamburger müssen aber nicht nur mit Meier rechnen, sondern auch mit vielen anderen Stars der Eintracht. Abwehrchef David Abraham hat am Donnerstag und Freitag wieder trainiert (Kovac: „Eine absolute Alternative“), Innenverteidiger Carlos Salcedo brennt nach Schlüsselbeinbruch und Operation auf sein Comeback, „Anführer“ Kevin-Prince Boateng hat sich fit zurückgemeldet, Stürmer Ante Rebic wird im Kader stehen. „Zwanzig, dreißig Minuten kann er sicher spielen“, glaubt der Trainer, der mit verbesserten Personal auch wieder ein besseres Gefühl hat. „Wenn fünf, sechs Spieler nicht da sind, wie letzte Woche in München, dann wird die Eintracht nicht richtig widergespiegelt“, sagt er.

Eintracht-Zeugnis gegen Bayern München

Mit den Spielern soll auch wieder die richtige Mentalität einziehen. Die von den Kritikern zuletzt angeführte Müdigkeit, kann er nicht erkennen. „Wir dürfen uns nicht einreden lassen, dass wir müde sind“, predigt er seinen Spielern. Die Hamburger seien zuletzt 125 Kilometer pro Spiel gelaufen, ähnliches müsse die Eintracht nun entgegensetzen. Kovac: „Der Druck auf den HSV ist doch viel höher als bei uns.“ Für die Hamburger geht es um den Klassenerhalt, für die Frankfurter um einen Platz in der Europa-League. Taktisch sei der HSV unter dem neuen Trainer Christian Titz für sein Team eine echte Herausforderung. Die Hamburger hätten mit dem dritten Trainer der Saison zu einem interessanten „Spielstil“ gefunden, sagt Kovac, „die Erfolge kommen nicht von ungefähr.“ Dass Torhüter Julian Pollersbeck 35 Meter vor dem Tor agiere und sich ins Spiel einschalte sei „ein Novum für die Bundesliga“. Die Eintracht hat unter der Woche an einem Gegenmittel gebastelt, um den HSV nicht das Mittelfeld zu überlassen. An der Einstellung, davon geht der Frankfurter Trainer aus, wird es jedenfalls nicht liegen. „Wir werden ein anderes Gesicht zeigen wie in München“, sagt Kovac.

Mögliche Aufstellung gegen den HSV

Eintracht: Hradecky – Salcedo, Abraham, Russ – Chandler, Boateng, Mascarell, Willems – Fabián - Wolf, Jovic

Bank: Zimmermann, da Costa, Falette, Fernandes, Gacinovic, Meier, Rebic

Quelle: op-online.de

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