Vorfreude auf Pokalfinale

Legende Körbel: „Wir sind mal wieder dran“

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Die Vorfreude bei den Fans auf das Pokalfinale ist groß, im vergangenen Jahr sorgten die Anhänger von Eintracht Frankfurt für eine Gänsehaut-Stimmung im Berliner Olympiastadion.

Frankfurt - Der letzte Titel für die Frankfurter Eintracht ist genau 30 Jahre her. 1988 haben die Hessen den DFB-Pokal mit einem 1:0 gegen den VfL Bochum geholt. Von Peppi Schmitt

Danach waren sie noch zweimal im Finale, haben gegen Bayern München (2006) und Borussia Dortmund (2017) jeweils knapp verloren. Jetzt geht es wieder gegen die Bayern, wieder in Berlin, wieder im Pokalendspiel. „Wir sind mal wieder dran“, sagt Eintracht-Legende und Bundesliga-Rekordspieler (602 Einsätze) Karl-Heinz Körbel. Die Vorfreude in der ganzen Region ist groß, aber sie ist durchaus geteilt. Die Anhänger, Sympathisanten und Freunde der Eintracht, weit mehr als 20.000 werden in der Hauptstadt erwartet, freuen sich riesig auf das Pokalwochenende in Berlin, auf die Stimmung im Olympiastadion, auf das Fest am Breitscheidplatz und auf das ganze „Drumherum“.

Mit Blick auf das Spiel aber ist die Freude nach den letzten unbefriedigenden Wochen getrübt. Der in der Liga verschenkte Europa-League-Platz inklusive vier Millionen Euro Fernsehgelder, der Wechsel des Trainers zum Gegner vom Samstag und die vielen personellen Unsicherheiten kurz vor dem Ende der Saison, lassen die pure Freude einfach nicht zu. Dabei bietet dieses Spiel gerade gegen den vermeintlich übermächtigen Gegner die ultimative Chance, all den in den letzten Wochen verlorenen Kredit auf einen Schlag wieder zurückzugewinnen. Die Fans sehen das Endspiel aus einem ganz anderen Blickwinkel. Sie wollen das Finale zelebrieren, die Choreografie soll besser, schöner und größer sein als jene des Gegners. Angeblich bis zu 150.000 Euro soll die Show kosten, die die Frankfurter im Olympiastadion bieten wollen.

Vor einem Jahr gegen Borussia Dortmund ist es der Eintracht gelungen, so etwas wie der „Pokalsieger der Herzen“ zu werden, gerade auch wegen des Auftretens ihrer Anhänger im Stadion und der ganzen Stadt. Die Stimmung war fantastisch, sie soll es jetzt wieder werden. „Wir werden Berlin wieder rocken“, hat Präsident Peter Fischer schon mal angekündigt. Schon am Freitagabend wird die Eintracht mit Sponsoren, Freunden, ehemaligen Spielern und Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur feiern, im ganz großen Rahmen. Vorstand Axel Hellmann will die ganze „Eintracht-Familie“ zusammenführen. „300, 400 Leute mehr als letztes Jahr“, sagt Hellmann. Und schon vor einem Jahr war es eine wunderbare Feier mit fast tausend Menschen. Diesmal fliegen Sponsoren aus Amerika, Abu Dhabi, China und Japan ein. „Eintracht first“ also zumindest auf dieser Ebene.

Es wird der Mannschaft und ihrem Trainer obliegen, dem Meister aus München dann auch ein sportlicher Gegner auf Augenhöhe zu sein. Denn, und das muss bei aller Euphorie und Vorfreude auch mal gesagt werden, im Mittelpunkt des Endspiel-Wochenendes sollten die 90 oder 120 Minuten auf dem Rasen stehen. Leistungen wie zuletzt in München oder auf Schalke kann sich die Eintracht nicht erlauben. Das vermeintlich ungleiche Duell mit dem Rekordmeister, der der Eintracht nicht nur mit dem Trainer-„Klau“ und dem damit verbunden Getöse, sondern auch mit einer indiskutablen Leistung beim 1:4 gegen den VfB Stuttgart direkt geschadet hat, ist eine ganz besondere sportliche Herausforderung. Wenn die Bayern nun nach Medienberichten sogar darüber nachdenken, den seit einem Jahr verletzten Torwart Manuel Neuer im Laufe des Endspiels bei einer klaren Führung einzuwechseln, um ihm Spielpraxis für eine mögliche WM-Nominierung zu bieten, wäre das die ultimative Demütigung.

Für die Eintracht von vor ein paar Wochen wäre so eine Ankündigung genau die richtige Zusatzmotivation gewesen, um sich sportlich entgegenzustemmen. Und an einem guten Tag, das haben die Frankfurter und ihr scheidender Trainer ja auch schon gezeigt, können sie mithalten. Dazu bedarf es aber wieder mehr Entschlossenheit, mehr Mut, vor allem mehr Konzentration bei allen Beteiligten als in den letzten Spielen. „Im Finale kann keiner müde sein“, sagt Sportvorstand Fredi Bobic. Soll auch heißen: Alibis gibt es keine mehr beim letzten Spiel. Schon gar keine personellen. Denn Trainer Niko Kovac wird im Grunde auf seinen kompletten Kader zurückgreifen können. Alleine der von einer Krankheit gebeutelte Danny Blum wird nicht zur Verfügung stehen. Alle anderen schon. Makoto Hasebe, in der Liga zuletzt wegen Sperre schmerzlich vermisst, wird in die Abwehrkette zurückkehren. Jonathan de Guzman und Ante Rebic haben auf Schalke nachgewiesen, dass sie bereit sind. Und die drei zuletzt zu Hause gebliebenen Timmy Chandler, Marco Fabián und Alex Meier sowieso. Der Trainer braucht nun ein gutes Händchen um die richtigen elf für die Startformation und die wichtigen sieben für die Bank aus seinem breiten Kader herauszufiltern.

So feiert die Eintracht den Finaleinzug: Fotos

Quelle: op-online.de

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