Saisonfinale für Eintracht Frankfurt

Zwei Endspiele: Erst der Vizemeister, dann der Meister

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„Wir sind in die Saison gestartet mit dem Ziel, nichts mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben“, blickte Niko Kovac in seiner letzten Pressekonferenz in Frankfurt zehn Monate zurück, „das ist uns schon sehr früh gelungen“. Kovac selber wechselt am Ende der Saison zum FC Bayern.

Frankfurt - Trainer Niko Kovac versuchte noch einmal, den Blick auf das große Ganze zur richten vor den beiden Festspielen, bei denen es für die Frankfurter Eintracht um alles geht. Von Peppi Schmitt

„Wir sind in die Saison gestartet mit dem Ziel, nichts mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben“, blickte er in seiner letzten Pressekonferenz in Frankfurt zehn Monate zurück, „das ist uns schon sehr früh gelungen“. Die Erfolge hätten es mit sich gebracht, dass im Laufe der Rückrunde neue Ziele gesetzt wurden. „Jetzt haben wir die Möglichkeit, uns für Europa zu qualifizieren“, sagt er vor dem letzten Ligaspiel am Samstag (15.30 Uhr, wir berichten im Liveticker) auf Schalke, „und nächste Woche haben wir dann noch eine Chance.“

Auf Schalke, dazu muss niemand hellseherische Fähigkeiten haben, könnte es weniger schwer werden als eine Woche später im Pokalfinale gegen den FC Bayern München. Beides sind große Herausforderungen für die Frankfurter. Erst gegen den Vizemeister, dann gegen den Meister. Dem Kollegen Domenico Tedesco attestiert Kovac „ganz tolle Arbeit“, die Schalker hätten ihre Saison mit dem ersten Platz hinter den Bayern schon gekrönt. „Sie wollen natürlich vor ihrem Publikum zum Abschluss noch einmal gewinnen“, sagt er, „aber wir sind auch noch da.“ Und, so Kovac, „wir fahren dahin, um zu gewinnen.“ Vor drei Wochen ist der Eintracht dieser Coup im Pokalhalbfinale gelungen. Mit viele Glück und ebenso viel Geschick konnten sie sich 1:0 durchsetzen.

Die Frankfurter benötigen vermutlich einen Punkt um den siebten Platz zu behaupten, der für die Qualifikationsrunde der Europa-League reichen würde. Bei einem Sieg wäre das auf jeden Fall sicher und sogar noch der sechste Platz möglich. Genau hinschauen wird die Eintracht zur Konkurrenz auf die anderen Plätze. Wie schlägt sich Leipzig in Berlin, was machen Mönchengladbach in Hamburg und Stuttgart in München. Der sechste Rang wäre Kovac und dem ganzen Verein natürlich am liebsten, würde er doch die Ochsentour durch möglicherweise sechs (!) Qualispiele ersparen. Aber der scheidende Trainer will auch von den fast schon panischen Bedenken vor dem siebten Platz nichts wissen. Der frühere Anfang der Saison, weil eben Ende Juli/Anfang August schon erste internationale Spiele auf dem Programm stehen würden, sei gar nicht so schlimm wie immer angenommen. Der Rhythmus von Pflichtaufgaben könne für die Bundesliga sogar „von Vorteil“ sein.

Während andernorts das Trainingspensum in den letzten Tagen der Saison runtergefahren wird, hat Kovac noch einmal angezogen. „Brutal“ hatte Gelson Fernandes unter der Woche das Pensum beschrieben. Vor allem die Zweikampfhärte sei forciert worden, sagt der Trainer, „wir haben vor zwei Wochen in München körperlos gespielt, aber wir müssen körperbetont spielen, wenn wir Erfolg haben wollen.“ Gegen den HSV beim 3:0 am letzten Samstag habe das wieder gut geklappt. Und ganz ähnlich erwartet er nun seine Mannschaft auch auf Schalke. „Das Denken bestimmt das Handeln“, wurde Kovac schon fast philosophisch, „wenn wir wissen, was wir wollen, können wir an die Grenzen gehen.“ Klappt das, könne seine Mannschaft erfolgreich spielen. „Jeder einzelne hat einen Schritt nach vorne getan“, sagt Kovac auch in eigener Sache, „die Entwicklung der Mannschaft ist sichtbar, wir haben hier auch Marktwerte geschaffen.“ In diesem Zusammenhang sei es besonders gut für die Eintracht, dass ein Spieler wie Marius Wolf langfristig gebunden sei. „Wenn einer kommt und ihn haben will, muss er richtig tief in die Schatulle greifen“, sagt der scheidende Coach.

Personell hat Kovac die „Qual der Wahl“. 25 Feldspieler und drei Torhüter haben unter der Woche am Training teilgenommen. Alleine der immer noch von einer Krankheit geschwächte Danny Blum und der gesperrte Makoto Hasebe werden auf Schalke fehlen. „Neun Mann muss ich streichen“, sagt Kovac. Darunter wird wohl auch Alex Meier sein, denn mit Ante Rebic und Jonathan de Guzman kehren zwei Stammkräfte zurück.

Eintracht: Hradecky – Russ, Abraham, Salcedo – Da Costa, Boateng, Mascarell, Willems – Wolf, Haller, Rebic

Bank: Zimmermann, Chandler, de Guzman Fernandes, Gacinovic, Fabián, Jovic

Quelle: op-online.de

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