Kaum Chancen, aber Verträge

Hrgota und Tawatha pokern hoch

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Branimir Hrgota (links, hier mit Simon Falette) soll die Eintracht verlassen, zögert aber noch.

Frankfurt - Die persönliche Kennenlernphase hat begonnen. Der neue Trainer der Frankfurter Eintracht, Adi Hütter, muss ein ziemliches Tempo vorlegen, um rechtzeitig bereit zu sein, Akzente zu setzen und personelle Entscheidungen zu treffen. Von Peppi Schmitt

Vorgespräche mit Sportvorstand Fredi Bobic und Manager Bruno Hübner hat es natürlich in aller Ausführlichkeit gegeben. Auch mit dem verbliebenen Assistenz-Trainer Armin Reutershahn haben sich Hütter und der neue Co-Trainer Christian Peintinger schon ausgetauscht. Die Trainingsinhalte und die Trainingssteuerung für die sechswöchige Vorbereitung wurden festgelegt. Und über die Spielstärke einzelner Profis hat sich Hütter beim Studium viele rEintracht-Begegnungen aus der letzten Saison ein Bild gemacht. Nun aber geht es darum, die Zusammensetzung des Kaders weiter voranzutreiben. Dies wird erschwert durch das Fehlen der WM-Teilnehmer, aber dies war ja vorher bekannt. Es wird aber auch erschwert durch die durchaus rationale Transferpolitik, die die Eintracht bislang verfolgt hat. Gerade einmal drei Neuzugänge wurden verpflichtet, alle „eins-zu-eins“ zu den Abgängen. Zwei Torhüter sind gegangen, zwei (Frederik Rönnow und Felix Wiedwald) sind gekommen, ein Außen ist gegangen, ein Außen (Nicolai Müller) ist gekommen.

Während ein Klub wie Schalke 04 im Grunde schon mit dem kompletten Kader in die Vorbereitung gestartet ist, muss Hütter seit Montag ohne einen maßgeblichen Teil der zukünftigen Mannschaft auskommen. Und sich dafür mit Spielern beschäftigen, die möglicherweise überhaupt keine Rolle mehr spielen. Bestes Beispiel dafür ist Branimir Hrgota: Der 25 Jahre alte Stürmer hat in der vergangenen Saison nur sechs Spiele für die Eintracht bestritten, dabei kein einziges Tor geschossen. Am Ende war er nicht einmal mehr zweite Wahl. Für jeden ersichtlich: Gegen die Konkurrenz aus Sébastien Haller, Luka Jovic oder Ante Rebic hatte er schlicht keine Chance. Niemand glaubt, dass dies in der neuen Saison besser wird.

Von Hannover 96 gibt es ein „konkretes Interesse“ wie Manager Hübner bestätigt. Die Vereine hatten sich schnell auf Wechselmodalitäten geeinigt. Doch Hrgota will plötzlich nicht mehr. Oder noch nicht. Zunächst möchte er beim neuen Trainer abklopfen, ob sich in Frankfurt vielleicht doch noch eine Tür öffnet. Das kann passieren, ist aber unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, dass die Tür in Hannover zugeht. Und dann wäre Hrgota wieder auf Vereinssuche, allerdings mit der wirtschaftlichen Sicherheit eines noch bis 2019 laufenden Vertrages. Das ist auch für die Eintracht, die plant einen weiteren jungen Stürmer zu holen, ärgerlich.

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Ganz ähnlich verhält es sich bei Taleb Tawatha. Der 26 Jahre israelische Nationalspieler würde eigentlich gerne zurück in seine Heimat wechseln und hat auch einen Klub, der sich für ihn interessiert. Doch es geht ums Geld. Tawatha hat noch bis 2019 Vertrag bei der Eintracht und in Israel werden halt nicht so gute Gehälter bezahlt wie in der Bundesliga. Also zockt Tawatha, hofft auf eine neue Chance und zögert mit dem Wechsel. Dabei ist die Konkurrenz mit Jetro Willems, Timmy Chandler und sogar dem jungen Deji Beyreuther deutlich zu groß für ihn, der über Mittelmaß nie hinausgekommen ist.

Die Eintracht wäre also bereit, Spieler abzugeben, auch um weitere Plätze im Kader freizumachen. Die andere Seite: Spieler wie Tawatha und Hrgota haben gültige Verträge und die Eintracht wird diese natürlich einhalten. Das alles sind normale Vorgänge im Profifußball. Doch für den neuen Trainer stellt dies durchaus ein Problem dar. Ein paar Stammkräfte sind weg, ein paar Stammkräfte sind noch bei der WM, wirkliche Verstärkungen wurden (noch) nicht geholt und im Kader stehen Spieler, die keine Zukunft bei der Eintracht haben. Eine schwierige Gemengelage, die den Verantwortlichen durchaus bewusst ist, aber sie auch nicht wirklich aus der Ruhe bringt. So hört man aus Eintracht-Kreisen, dass noch vor dem ersten Trainingslager (7. bis 15. Juli in den USA) der eine oder andere Neuzugang präsentiert werden soll.

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Quelle: op-online.de

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