6000 Fans dabei - Mascarell im Kader

Schalke gegen Eintracht: Mit Beton ins Pokalendspiel?

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Archivbild vom DFB-Pokalfinale aus dem vergangenen Jahr. 

Frankfurt - Niko Kovac war sichtlich entspannt. Bei der Pressekonferenz vor dem DFB-Pokal-Halbfinale auf Schalke (Mittwoch, 20.45 Uhr - wir berichten im Liveticker) konnte er endlich wieder über Fußball reden. Von Peppi Schmitt

Ihm persönlich und seiner Mannschaft kommt diese Herausforderung nach den Turbulenzen der letzten Woche und der Niederlage in Leverkusen gerade Recht. „Es herrscht eine riesige Vorfreude“, sagt der Trainer der Frankfurter Eintracht, „die Hoffnung lebt.“ Es ist die Hoffnung zum zweiten Mal hintereinander ins Finale einzuziehen. „Wir wissen, wie es geht und wir wissen wie schön es ist in Berlin“, sagt Kovac. Dass die Frankfurter als Außenseiter antreten, ist ihm ganz Recht. Schalke schwimme spätestens nach dem Derbysieg gegen Dortmund auf einer Welle der Euphorie. „Das ist wie letztes Jahr in Mönchengladbach“, sagt Kovac, „da hat uns keiner was zugetraut.“ Und dann haben sich die Frankfurter im Elfmeterschießen durchgesetzt.

Wie damals haben sie auch diesmal keine Elfmeter geübt, „weil man das nicht simulieren kann“. Ausschließen will der Frankfurter Coach den Show-Down vom Punkt auch nicht. „Es interessiert mich nicht, ob wir schön spielen oder 120 Minuten Beton anrühren“, sagt er, „wir wollen gewinnen.“ Das ist ein leichter Hinweis darauf, dass die Frankfurter versuchen werden, ihr Heil in der Defensive zu suchen. „Weniger Chancen zulassen“ als in den letzten Auswärtsspielen in der Liga wie in Dortmund oder zuletzt in Leverkusen, das ist das erklärte Ziel. „Jeder muss an seinem Maximum spielen“, fordert er von seinen Spielern, „wir müssen die Fehler minimieren“.

In den letzten Tagen wurde viel geredet und wenig trainiert. „Mental sind wir gewappnet“, sagt Kovac. Und körperlich sowieso. Vermutungen, den Spielern könnten so langsam die Kräfte ausgehen und die damit verbundene Kritik an der Trainingssteuerung, weist er zurück. Die Mannschaft befinde sich konditionell auf „einem hohen Niveau“. Durchaus hilfreich sei es auch, dass die Eintracht einen Tag mehr zur Vorbereitung aufs Spiel hatte wie die Schalker. Ein Vorteil, der durch den Heimvorteil für die Schalker wieder aufgehoben wird.

6000 Eintracht-Fans werden ihre Mannschaft nach Gelsenkirchen begleiten. Sie können sich womöglich wieder auf die eine oder andere Überraschung in der Aufstellung einstellen. Mit Ausnahme von Carlos Salcedo (Schlüsselbeinbruch) und Ante Rebic (Muskelfaserriss) stehen alle anderen Spieler zur Verfügung. Als „Überraschungsgast“ wird Kovac Omar Mascarell zur Pokal-Party mitnehmen. Der Spanier habe nach seiner Fußverletzung „ordentliche Fortschritte“ gemacht und zuletzt drei Tage mit dem Team trainiert. „Er ist schmerzfrei und motiviert“, sagt der Trainer, „er könnte eine Alternative sein.“ Normalerweise kommt gerade bei Kovac ein Spieler, der wochenlang wegen einer Verletzung gefehlt hat, nicht in Frage. Aber dieses Spiel sei eben besonders. „Und besondere Anlässe erfordern besondere Maßnahmen“, sagt der Frankfurter der Trainer.

Ganz besonders setzen sie bei der Eintracht auf Kevin-Prince Boateng. Dessen eher dezente Leistungen in den letzten Spielen inklusive Auswechslungen hätten Gründe gehabt. Gegen Hoffenheim habe sich der „Anführer“ in der Halbzeit übergeben müssen und sei deshalb ausgewechselt worden. Und in Leverkusen hat Kovac ihn rausgenommen, um Kräfte für Schalke zu sparen. Boateng werde mit viel Kraft und viel Lust auf dem Platz stehen. Genau wie Luka Jovic, der seine Knieverletzung überwunden hat. Der Spielmacher und der aktuell beste Torjäger sind also bereit. Kovacs Fazit: „Es wird eng und es wird auf die Tagesform ankommen.“

Quelle: op-online.de

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