Durchsuchungen nach Fischer-Video / Fans attackieren Beamte und Gäste

Vor dem Euro League-Spiel: Eintracht ärgert sich über die Polizei

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Die Frankfurter Ultras stehen vor dem Spiel gegen Schachtjor Donezk mit dem Rücken zum Spielfeld im Fanblock. 

Frankfurt – Zwei Stunden vor dem Anpfiff des gestrigen Europa-League-Spiels gegen Donezk haben die Fans der Eintracht die geplante Choreografie abgesagt. Die Materialien wurden von den Ultras eingesammelt und zerstört.

Wenige Minuten zuvor hatte die Polizei Frankfurt nach eigenen Angaben vor der Nordwestkurve ein Banner mit „mutmaßlich beleidigendem Inhalt zum Nachteil des hessischen Innenministers“ Peter Beuth sichergestellt. Dabei sei es zu körperlichen Übergriffen sogenannter Problemfans gegenüber Polizeibeamten gekommen.

Dies war aber bereits die zweite Eskalationsstufe. Am Nachmittag hatte der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill Eintracht-Vorstand Axel Hellmann telefonisch darüber informiert, dass die Polizei massive Durchsuchungen vornehmen werde. Grund dafür sei ein Internetvideo von Eintracht-Präsident Peter Fischer. „Das Stadion muss brennen. Und wenn ich sage, dass das Stadion morgen brennt, dann brennt das morgen“, hatte Fischer gesagt. Gestern Vormittag hatte Fischer klargestellt: „Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass im Stadion eine besondere Stimmung herrschen muss und habe keinesfalls Pyrotechnik gutgeheißen.“

Die Polizei begründete ihren Einsatz „im Sinne der Gefahrenabwehr nach einem Video des Präsidenten“, wie Hellmann erklärte. Nachdem ihre Räume durchsucht worden waren, reagierten die Ultras zunächst mit eine kurzfristig gemalten Plakat, in dem der oberste Dienstherr der Polizei, Innenminister Peter Beuth, beleidigt wurde.

Neben den Vorkommnissen im Stadion hatte es im Vorfeld einen Überfall auf ukrainische Fans gegeben. Einer von ihnen sei darauf mit Verletzungen ins Krankenhaus gekommen, meldete die Polizei. Bei anschließenden Kontrollen von Heimfans seien Waffen sichergestellt worden, darunter ein Schlagring und Messer.

Eintracht Frankfurt nach 24 Jahren wieder im Achtelfinale

Frankfurts Mannschaft feiert mit den Fans den Sieg. Foto: Uwe Anspach
Frankfurts Mannschaft feiert mit den Fans den Sieg. Foto: Uwe Anspach © Uwe Anspach
Luka Jovic (r) schiesst das Tor zum 1:0 für Eintracht Frankfurt. Foto: Uwe Anspach
Luka Jovic (r) schiesst das Tor zum 1:0 für Eintracht Frankfurt. Foto: Uwe Anspach © Uwe Anspach
Frankfurts Torschütze Luka Jovic (M) jubelt mit seinen Teamkollegen über das 1:0 gegen Donezk. Foto: Uwe Anspach
Frankfurts Torschütze Luka Jovic (M) jubelt mit seinen Teamkollegen über das 1:0 gegen Donezk. Foto: Uwe Anspach © Uwe Anspach
Frankfurts Sebastien Haller (M/9) erzielt per Elfmeter das 2:0 gegen Schachtjor-Torwart Andrii Piatov. Foto: Arne Dedert
Frankfurts Sebastien Haller (M/9) erzielt per Elfmeter das 2:0 gegen Schachtjor-Torwart Andrii Piatov. Foto: Arne Dedert © Arne Dedert
Die Frankfurter Luka Jovic (l-r), Torschütze Sebastien Haller und Mijat Gacinovic jubeln über das Tor zum 2:0 gegen Donezk. Foto: Uwe Anspach
Die Frankfurter Luka Jovic (l-r), Torschütze Sebastien Haller und Mijat Gacinovic jubeln über das Tor zum 2:0 gegen Donezk. Foto: Uwe Anspach © Uwe Anspach
Die Spieler von Schachtjor Donezk jubeln nach dem Tor zum 1:2 gegen Eintracht Frankfurt. Foto: Arne Dedert
Die Spieler von Schachtjor Donezk jubeln nach dem Tor zum 1:2 gegen Eintracht Frankfurt. Foto: Arne Dedert © Arne Dedert
Frankfurts Torwart Kevin Trapp jubelt über das Tor zum 3:1 gegen Schachtjor. Foto: Uwe Anspach
Frankfurts Torwart Kevin Trapp jubelt über das Tor zum 3:1 gegen Schachtjor. Foto: Uwe Anspach © Uwe Anspach
Frankfurts Ante Rebic (l) erzielt das Tor zum 4:1-Endstand gegen Donezk. Foto: Arne Dedert
Frankfurts Ante Rebic (l) erzielt das Tor zum 4:1-Endstand gegen Donezk. Foto: Arne Dedert © Arne Dedert

Bei den Durchsuchungen der bereits aufgebauten Choreo habe es, so Hellmann, keinerlei Pyro-Funde gegeben. „Das war völlig klar und das habe ich dem Polizeipräsidenten auch so gesagt“, fügte der Eintracht-Chef hinzu. Er habe „rechtsstaatliche Bedenken“ gegen das Vorgehen. Er sehe keinen „ausreichenden Anlass, um Maßnahmen der Gefahrenabwehr einzuleiten.“ Hellmann fügte hinzu: „Das könnte ein spannendes Thema für ein Verwaltungsgericht geben.“ (sp)

Quelle: op-online.de

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