EXTRA TIPP zieht Bilanz

Durchschnaufen, Eintracht!

David Abraham jubelt nach seinem 3:1 im Spiel gegen Bayern. Allerdings sollte er eine Woche später für die Aufreger-Szene der Hinrunde sorgen, die nun bereits für ihn beendet ist. Foto: Hübner
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Der Bundesligaball ruht am Wochenende. Es ist Länderspielpause. Vor allem für die SGE-Kicker kommt das gelegen. 22 Pflichtspiele haben Hütters Männer bereits seit Ende Juli hinter sich. Zeit für die ersten Tops und Flops der Saison.

Tops: Das hat Spaß gemacht

Heimstärke

In der Bundesliga-Heimtabelle thronen die Hessen mit vier Siegen und zwei Unentschieden auf Platz eins. Vor allem der fulminante 5:1-Sieg gegen Meister Bayern unterstrich die Heimstärke in dieser Saison. Im Europacup ist die Eintracht im Stadtwald ebenfalls eine Macht – lediglich gegen Arsenal London setzte es eine 0:3-Niederlage. Wobei das nackte Ergebnis täuscht, denn auch in diesem Spiel wäre mehr drin gewesen.

Filip Kostic

Die Fans seiner Ex-Klubs Stuttgart und HSV reiben sich weiterhin verwundert die Augen. Nachdem der Serbe mit beiden Mannschaften abstieg, dreht er bei den Hessen weiter auf. In den ersten Spielen seiner zweiten SGE-Saison zwar nicht überragend, erledigt er aber solide seine Aufgaben und schießt nun wieder durch die Decke. Mit tollen Flankenläufen und spektakulären Toren drückt er dem SGE-Offensivspiel weiter seinen Stempel auf.

Für sechs Millionen Euro hatte die Eintracht ihn vom HSV verpflichtet. Sein Marktwert wird mittlerweile auf gut 40 Millionen geschätzt. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er der nächste Spieler sein könnte, der nach Haller, Rebic und Jovic das Frankfurter Konto dicker macht.

Neuverpflichtungen

Neuzugang Djibril Sow hatte es schwer, da er wegen eines Sehnenanrisses im Oberschenkel erst mal außer Gefecht war. Um so erstaunlicher, wie der Schweizer sich Spiel für Spiel reinarbeitete und mittlerweile zeigt, dass er die neun Millionen Ablöse an Young Boys Bern wert sein könnte. Und auch mit Bas Dost hat Bobic offenbar einen Volltreffer gelandet. Der Niederländer traf wettbewerbsübergreifend fünf Mal und gab elf Torvorlagen.

Rebic-Tausch-Kicker André Silva wurde durch die frühe Verletzung etwas zurückgeworfen. Aber er zeigte vorher, wie sehr er dem Offensivspiel der SGE gut tut und welches Potenzial er besitzt. Und auch Daichi Kamada ist nach seiner Ausleihe zumindest gefühlt eine gelungene „Neuverpflichtung“. Der Japaner zeigte vor allem in den ersten Partien starke Szenen. Ein Hauch von Jay Jay Okocha schwingt mit, wenn er reihenweise Gegner aussteigen lässt. Schafft er es, die nötige Konstanz und mehr Torgefährlichkeit auf den Platz zu bringen, wird er der SGE noch viel Freude bescheren.

Frederik Rönnow

Eintrachts Nummer eins Kevin Trapp knallte mit Makoto Hasebe in der letzten Minute im Auswärtsspiel bei Union Berlin zusammen. Die Folge hätten bitterer nicht sein können: Anriss der Rotatorenmanschette in der linken Schulter und Vorrunden-Aus. Warum der Punkt dennoch unter Top steht? Weil jede schlechte Nachricht auch was Gutes nach sich ziehen kann. Denn Eintracht Torhüter Nummer zwei hat dadurch beweisen können, dass die Eintracht auf dieser Position keine Sorgen haben muss. Der Däne zeigte, drei Tage nachdem er erstmals Papa wurde, insbesondere im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen (3:0) eine Weltklasse-Leistung.

Flops: Das hat nicht gefallen

Bodycheck

Eines ist sicher: Der Bodycheck von David Abraham gegen Freiburgs Trainer Christian Streich wird bei jedem Bundesliga-Rückblick gezeigt. Das war es aber schon mit dem Positiven dieser Szene. Die Floskel „Bärendienst für die Mannschaft“ wurde für diese Dummheiten erfunden. Vom DFB ist der Argentinier bis Ende des Jahres gesperrt worden. Wenn der Einspruch der Eintracht erfolglos bleibt, kann er in den noch ausstehenden sechs Bundesligaspielen seinem Team nicht helfen.

Auswärtsschwäche

Als Gast hat die Eintracht in dieser Saison Probleme. In der Bundesliga steht erst ein Sieg bei Aufsteiger Union Berlin auf dem Papier. Ansonsten gab’s vier Pleiten. Was Mut macht: Bis auf die wohl bislang mieseste Saisonleistung in Augsburg (1:2) waren es allesamt Partien, die mit etwas Glück oder besserer Chancenverwertung zugunsten der SGE hätten ausgehen können. Selbst bei der jüngsten Auswärtspleite in Freiburg (0:1) war die Eintracht sogar 45 Minuten lang in Unterzahl mindestens ebenbürtig.

Fanausschluss

Weil die Stühle in Guimares flogen, durften die Eintracht-Fans erst nicht nach Lüttich reisen und müssen auch den Auswärtstrip zu Arsenal London (28. November) absagen. Dass die Fans ihr Team in der Europa League nicht anfeuern dürfen, könnte am Ende vielleicht ausschlaggebend für das mögliche Aus in der Gruppenphase sein. Mit Hilfe der stimmgewaltigen Auswärtsfans hätte die SGE in Lüttich womöglich nicht verloren.

Lucas Torró

In der Bundesliga durfte der Spanier nur einmal nach Einwechslung in der 88. Minute ran. Das sagt alles in einer Saison, die aufgrund der Dreifachbelastung von Spielerrotation geprägt ist. Auf seiner Position im defensiven Mittelfeld kommt er an Spielern wie Rode und Sow offenbar nicht vorbei. Die Zeichen stehen auf Abschied.

Von Oliver Haas

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