Bundesliga und Pokal

Drei Spiele in acht Tagen! So läuft der Mega-Endspurt für Eintracht Frankfurt

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Noch weniger als fünf Wochen (12. Mai), dann steht die Bundesliga-Tabelle fest, noch knapp sechs Wochen (19. Mai), dann geht die nationale Fußball-Saison mit dem Pokalfinale in Berlin zu Ende. Der Endspurt ist also auf allen sportlichen Ebenen in vollem Gange.

Frankfurt - Für die Frankfurter Eintracht hält er noch viele Höhepunkte bereit, zunächst das Duell am Wochenende gegen Bayer Leverkusen um einen Champion-League-Platz, das Spiel beim Meister Bayern München, die Heimpartien gegen Hertha BSC und den abstiegsbedrohten Hamburger SV und nicht zuletzt zwei Begegnungen gegen den FC Schalke 04, nächste Woche das Pokal-Halbfinale, am letzten Spieltag vielleicht ein Entscheidungsspiel um einen Europa-League-Platz. 

In den nächsten acht Tagen muss die Eintracht drei Spiele bestreiten, in den nächsten gut zwei Wochen vier. In den letzten 36 Tagen der Saison vielleicht noch sieben, wenn denn das DFB-Pokalfinale erreicht wird. Mega-Aufgaben also, die an den Kräften zehren werden.

Trainer Niko Kovac hat deshalb seine Spieler zur absoluten Konzentration aufgefordert, zu einer noch professionelleren Einstellung. Marketing-Maßnahmen wie Autogrammstunden wird es keine mehr geben, Interviews für die Medien werden reduziert, das Trainingspensum natürlich auch. Es soll keine vermeidbaren Ablenkungen mehr geben. Was auch für den Trainer selbst gilt, der vor allem über seine eigene Zukunft so bald nichts mehr sagen will. Und Kovac wird „rotieren“. Er wird in den nächsten Wochen von Spiel zu Spiel das Personal wechseln, um so viele frische Spieler wie möglich auf den Rasen zu bringen. Seit Monaten gilt als eines der Geheimnisse des Frankfurter Erfolgs die Ausgeglichenheit im Kader, die Breite im Aufgebot. Das will der Trainer nun gewinnbringend nutzen.

Schon am Samstag in Leverkusen wird eine andere Mannschaft spielen wie zuletzt gegen Hoffenheim. Kovac hat es in den letzten Monaten geschafft, aus einer Basis von vier, fünf, im Grunde unverzichtbaren Spielern eine größere Gruppe von vielleicht sechzehn, siebzehn Spielern zu formen, die in verschiedenen Zusammensetzungen so funktionieren, dass es keine Leistungseinbrüche mehr gibt.

Das beginnt in der Abwehr, in der trotz des Ausfalls von Carlos Salcedo bis Saisonende (Schlüsselbeinbruch), mit David Abraham, Makoto Hasebe, Marco Russ und Simone Falette vier Spieler für drei Positionen bereitstehen. Auf den Außenbahnen ist die Auswahl ebenfalls groß. Schon in Leverkusen kann der Eintracht-Coach zwischen Danny da Costa, Jetro Willems und den ausgeruhten Timothy Chandler und Taleb Tawatha wählen. Chandler hatte zuletzt eine Atempause bekommen, wäre zudem auch eine Alternative für die Innenverteidigung. In jedem Fall wird Kovac beim Leverkusen-Spiel am Samstag auch schon das Pokalspiel auf Schalke am Mittwoch nächster Woche im Blick haben.

Im defensiven Mittelfeld waren zuletzt Jonathan de Guzman und Kevin-Prince Boateng gesetzt. Demnächst könnte Omar Mascarell wieder dazustoßen. Der Spanier, nach einer Achillessehnenoperation wie Phönix aus der Asche zurückgekehrt, dann aber von einer Fußverletzung zurückgeworfen, befindet sich auf dem Weg der Besserung. Spätestens nach dem Pokalspiel könnte er wieder zu einer Alternative werden. Für spezielle Aufgaben kann auch Gelson Fernandes herangezogen werden. Im offensiven Mittelfeld hat zuletzt Marco Fabián wieder Akzente gesetzt, kehrt Mascarell zurück, wäre Boateng frei, eine Stufe nach vorne zu rücken. Mit Mijat Gacinovic brennt ein Stammspieler aus der Vorrunde darauf, seinen verlorenen Platz zurückzuerobern.

Und sogar im Sturm gibt es Möglichkeiten. Von Ante Rebic gibt es hoffnungsvolle Nachrichten. Der Muskelfaserriss, zugezogen in Bremen, soll gut verheilen. Die ursprünglich prophezeite Ausfallzeit von vier Wochen könnte unterboten werden. Die Knieverletzung von Luka Jovic soll nicht so schlimm sein, dass er für Leverkusen ausfallen könnte. Und mit Sébastien Haller hat sich gegen Hoffenheim einer zurückgemeldet, der, so der Eindruck von Sportvorstand Fredi Bobic „total frisch“ ist. Davon gibt es nicht mehr viele im Kader und deshalb könnte gerade Haller im Endspurt von großer Bedeutung sein. Mit Danny Blum, Branimir Hrgota und in den letzten Spielen vielleicht auch mit Alex Meier hat der Trainer auch im Angriff genügend Möglichkeiten zu wechseln.

Vieles ist also möglich. Durchhalten müssen nur wenige. Marius Wolf zum Beispiel ist kaum zu ersetzen. Natürlich David Abraham und Makoto Hasebe und selbstverständlich auch Lukas Hradecky. Es wird auf das Fingerspitzengefühl von Niko Kovac ankommen, im idealen Fall immer die richtige Wahl zu treffen. Dafür gilt er freilich als absoluter Spezialist.

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Peppi Schmitt

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