Eintracht-Vorstand kritisiert Innenminister

Axel Hellmann greift Politiker an

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Axel Hellmann

Frankfurt - In seiner Rede in der Mitgliederversammlung der Frankfurter Eintracht hat Vorstand Axel Hellmann am Montagabend scharfe Angriffe gegen die Politik gefahren.

Hellmann kritisierte öffentliche Aussagen von Innenminister Peter Beuth (CDU) in den Streitfragen um Pyrotechnik in den Stadien und sprach von „purem Populismus“. Das Zögern der Stadtpolitiker bei den Genehmigungsverfahren rund um den geplanten Neubau des „Eintracht-Campus“ auf dem Gelände der ehemaligen Tennisanlage am Rande der Arena bringe den Verein unter „großen Zeitdruck“.

Dort habe nach dem Abriss des Tennisstadions ein riesiges Sandloch seit einigen Monaten Bestand, es gebe keinerlei Fortschritte beim geplanten und längst genehmigten Bau. Der Grund dafür ist, dass die Stadt Frankfurt den nötigen Erbpachtvertrag bislang nicht unterschrieben hat.

„Wir haben Zeitdruck und uns läuft die Zeit davon“, sagte Hellmann, „die Stadt muss sich bewegen und zwar schneller als sie es bislang getan hat.“ Präsident Peter Fischer hatte in seiner Rede schon vorher mahnend den Finger gehoben und, wenn auch mit einem Augenzwinkern, die Bedeutung des Klubs in der Stadt herausgestellt.

Die Eintracht habe inzwischen 67.500 Mitglieder, sagte Fischer, „Oberbürgermeister wird nur noch einer, wenn er die Stimmen von Eintracht Frankfurt erhält.“ Deutlich kritisiert hatte Eintracht-Vordenker Hellmann auch Innenminister Peter Beuth für dessen Vorschläge vor und nach den Ausschreitungen Frankfurter Fans beim Europa-League-Spiel in Rom. Selbstverständlich müssten gegen Straftäter Sanktionen ausgesprochen werden, aber für die Fortsetzung des Dialogs mit den Vertretern der Fans könne es keine Alternative geben.

„Wir haben gegenseitiges Vertrauen aufgebaut und dieses Vertrauen lasse ich mir nicht nehmen“, sagte Hellmann. Wenn Politiker und Medien „hartes Durchgreifen“ fordern würden, könne er damit nichts anfangen. „Ist damit der Ausschluss ganzer Gruppen aus dem Stadion gemeint oder lebenslange Stadionverbote oder ist damit gemeint, Pyrotäter ins Gefängnis zu stecken, wie von Innenminister Beuth gefordert?“, sagte Hellmann unter dem Beifall der Mitglieder, „alle diese Vorschläge sind abwegig, sachfremd und aus meiner Sicht rechtsstaatlich total bedenklich.“

Er sei immer bereit, sich über die Art und Weise der Ansprache und des Dialogs unterhalten, „aber ich gehe nicht in einen Diskurs über Aussagen, die nichts sind als purer Populismus und dazu dienen sollen, sich in den Medien zu profilieren“, sagte Hellmann an die Adresse Beuths.

Quelle: op-online.de

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