Eintracht kämpft um Mascarell

„In einem Aufwasch“: Die SGE-Führungsspitze soll bleiben

+
Der Sportvorstand der Eintracht Frankfurt

Frankfurt - Die Spieler der Frankfurter Eintracht genießen ihren wohlverdienten Urlaub. Die Bosse der Frankfurter Eintracht aber eilen von Interview zu Interview und positionieren den Verein für die Zukunftsfragen. Von Peppi Schmitt

Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing sieht das große Ganze, Sportvorstand Fredi Bobic arbeitet daran, dem neuen Trainer Adi Hütter eine für drei Wettbewerbe konkurrenzfähige Mannschaft hinzustellen und sein Vorstandskollege Axel Hellmann versucht unter anderem die wirtschaftlichen Voraussetzungen für ein weiteres Wachstum zu schaffen. Und dies alles in „großer Einmütigkeit“, wie alle drei unisono betonen. Bei all dieser Eintracht ist es auch nicht verwunderlich, dass AR-Chef Steubing dem kompletten Vorstand die Verträge über 2019 hinaus verlängern will. „Am liebsten in einem Aufwasch“, sagt Steubing.

Es sieht nicht so aus, also sollten auf dieser Ebene irgendwelche Vertragsprobleme drohen. Da ist es beim Auf- oder Umbau der Mannschaft schon deutlich schwieriger. Nachdem mit Lukas Hradecky und Marius Wolf bereits zwei Pokalsieger den Klub verlassen haben, stehen nun andere Profis im Blickpunkt. Um Omar Mascarell und um Kevin-Prince Boateng ranken sich seit Wochen viele Gerüchte. Ganz klare Aussagen gibt es nicht aus der Führungsspitze, kann es womöglich auch nicht geben, „weil man ja nie weiß, was noch passiert“, wie Bobic sagt. Aber es gibt Signale. Und es ist das gemeinsame Ziel aller, dass beide Mittelfeldspieler gehalten werden sollen.

Die Causa „Boateng“

Bei Boateng gibt es vorsichtigen Optimismus. „Ich glaube, dass er bleibt“, hat Steubing nach persönlichen Gesprächen mit dem Anführer der Mannschaft gegenüber der „Bild“ gesagt. Das wäre eigentlich nicht so verwunderlich, denn der Vertrag von Boateng läuft offiziell noch zwei weitere Jahre. Doch niemand weiß ja, welche Klauseln verankert sind. Siehe Marius Wolf. „Es gibt keinerlei Anzeichen, dass Prince geht“, sagt auch Axel Hellmann in der FAZ, der aber auf den neuen Trainer verweist. „Ich hoffe, dass es zu einem guten Austausch mit unserem neuen Trainer kommt“, sagt er, dies sei dann womöglich ausschlaggebend. Dahinter verbirgt sich, dass Boateng durchaus in der täglichen Trainingsarbeit unter Niko Kovac Privilegien genossen hat.

Kampf um Mascarell

Während das eine oder andere Medium Omar Mascarell quasi schon verabschiedet hat, sind sie bei der Eintracht nicht ganz so pessimistisch. Real Madrid hat eine Rückkaufoption für Mascarell in Höhe von vier Millionen Euro. Der Champions-League-Sieger wolle diese Option nutzen und biete Mascarell in einer Art Versteigerung anderen Vereinen an. Unter anderem haben wohl die TSG Hoffenheim und Schalke 04 Interesse. Doch gerade Fredi Bobic werden besonders gute Kontakte zur Real-Spitze nachgesagt. Es könnte also durchaus die kuriose Situation eintreten, dass auch die Eintracht in den Poker um einen Spieler eintritt, der mit Ausnahme der Option ja noch ein weiteres Jahr gebunden ist. Im Klartext: Die Eintracht könnte sich an der angeblichen „Versteigerung“ ja auch beteiligen und würde dabei mit einem Bonus von vier Millionen Euro arbeiten können. „Es gibt vielleicht Vertragsmodalitäten, wo man sich treffen könnte“, sagt Steubing.

Vallejo zurück zur Eintracht?

Zumal die Frankfurter auch noch Interesse an einem weiteren Real-Spieler haben. Zu gerne würden die Hessen Jesus Vallejo zurückholen, der in der Saison 16/17 so überzeugt hat und nach seiner Rückkehr nach Madrid doch eher in der zweiten Reihe gestanden hat. Ganz ausgeschlossen ist das nicht, auch wenn Real angeblich eine zweistellige Ablöse fordert, was der Eintracht dann doch zu viel sein könnte. In jedem Fall ist viel Geduld gefragt. Denn die Erfahrung der letzten Jahre haben gezeigt, dass der Eintracht die besten Transfers meist am Ende der Wechselperiode gelungen sind. Axel Hellman jedenfalls würde sich ganz grundsätzlich über jeden spanischen Spieler freuen. „Wenn es nach mir ginge, würde ich sagen: Holt mehr Spanier“, sagt er. Bei Spielern, die in Spanien ausgebildet werden, würde das Gesamtpaket aus Qualität, Mentalität und Willensstärke stimmen.

Einig sind sie sich in Frankfurt auch, dass sie versuchen wollen, die internationalen Spiele anders anzugehen als manch Bundesligist in den letzten Jahren. „Durch die Vorrunde marschieren“, hat Fredi Bobic gesagt. Steubing ergänzt: „Wir wollen uns in der Europa-League von unserer besten Seite zeigen und darüber in der Bundesliga nicht auf Platz 16 abrutschen.“ Das ist genau die Erwartung der Fans. Die Eintracht wird in den nächsten Wochen die Karten für die feststehenden drei Heimspiele in der EL-Gruppenphase im Herbst im Vorverkauf anbieten, ohne dass die Gegner feststehen. „Blind dates“ sozusagen. Das hat vor fünf Jahren schon mal funktioniert. Damals war en für das EL-Qualispiel gegen Quarabag Akdam (Aserbaidschan) die Karten auch schon vorher an die Kunden gebracht worden. Die Begeisterung um die Mannschaft soll genutzt werden.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare