Kein Kontakt zum neuen Trainer

Alexander Meier: „Ich bin traurig und enttäuscht“

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Alex Meier stand beim DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern München nicht im Eintracht-Kader.

Frankfurt - Auch am Tag nach dem endgültigen Aus bei der Frankfurter Eintracht ist es Alexander Meier noch immer schwer gefallen darüber zu reden. Von Peppi Schmitt

In Buchholz bei Hamburg bei einem Besuch seiner Eltern hatte ihn Sportvorstand Fredi Bobic am Montagmorgen mit der Nachricht überrascht. Bis zuletzt hatte er, bestärkt auch aus dem Verein heraus, auf eine andere Entscheidung gehofft. Am Dienstag hat er dann ein paar Sachen zusammengepackt und war nach Frankfurt zurückgefahren. Den Miami-Urlaub hat der 35 Jahre alte Eintracht-Kapitän, bis zum 30. Juni ist er das ja noch, ein paar Tage verschoben. 

Er müsse jetzt „viele Dinge erledigen“ und vor allem muss er sich um einen neuen Arbeitgeber bemühen. Denn eines ist klar, Meier wird weiterspielen. Deshalb brodelt auch jetzt schon die Gerüchteküche. „Selbstverständlich mache ich weiter“, hat er am Dienstag noch einmal wiederholt. Für die Eintracht könnte es ein nachträglicher Alptraum werden, wenn sich Gerüchte bestätigen, nachdem der Nachbar aus Mainz Interesse zeigt. Meier: „Kein Kommentar“. Noch hat er offenbar keine konkreten Kontakte zu anderen Klubs.

Nach 14 Jahren hatte die Eintracht mit salbungsvollen Worten in einer offiziellen Erklärung am Montag bekanntgegeben, dass sie den Vertrag des von den Fans als „Fußball-Gott“ verehrten Spielers nicht verlängern würde. Sportvorstand Fredi Bobic würdigte zwar die Verdienste Meiers, stellte aber knallhart fest, dass die Eintracht auf jüngere Spieler setzen will.

„Wir streben aus sportlichen Gründen eine Veränderung an“, wurde Bobic zitiert. Der neue Trainer Adi Hütter, der an diesem Mittwoch in Frankfurt offiziell vorgestellt wird, war in den Entscheidungsprozess offenbar nicht einbezogen. „Ich habe jedenfalls mit Herrn Hütter keinerlei Kontakt gehabt“, sagte Meier. Von der Eintracht hatte es kein Angebot mehr gegeben, über Geld wurde nicht geredet. Meier wäre bereit gewesen, einen stark leistungsbezogenen Vertrag zu unterschreiben. Dazu ist es nun nicht mehr gekommen.

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Meier wird ein Abschiedsspiel bekommen bei seinem Herzensverein und er ist nach seiner aktiven Karriere mit einem Anschlussvertrag weiter an den Verein gebunden. „Das hat im Grunde alles bereits vor zwei Jahren bei meiner letzten Vertragsverlängerung festgestanden“, sagt Meier. Offiziell verabschiedet werden soll er im Rahmen des Supercupspiels gegen Bayern München. Dann wird auf der anderen Seite ausgerechnet Trainer Niko Kovac stehen mit dem Meier in den letzten zwei Jahren nun überhaupt nicht zurechtgekommen ist.

In den USA-Urlaub wird Meier wie in den Jahren zuvor auch seinen privaten Fitnesstrainer mitnehmen. „Ich muss in Form bleiben“, sagt er, „damit ich gleich einsteigen kann“. Bei welchem Klub auch immer, wo auch immer. Denn eines möchte der Frankfurter Star noch einmal feststellen: „Ich bin absolut gesund, ich bin absolut fit und ich bin der Meinung, dass ich noch mithalten kann.“ Dies bestätigen auch alle, die zuletzt mit Meier auf dem Platz gestanden haben. Den Ansatz von Fredi Bobic, die Eintracht würde lieber auf einen jüngeren Spieler setzen, könne er zwar „nachvollziehen“ und müsse es „akzeptieren“. Aber er teilt ihn nicht. Meier und mit ihm ganz viele rund um und in der Mannschaft sind der Meinung, dass er gerade in einer Saison mit internationalen Begegnungen hätte helfen können. Seit der Absage haben sich viele Kollegen bei ihm gemeldet, sogar Trainer aus dem Team, die die Entscheidung der Führung bedauert hätten.

Die coolsten Eintracht-Sprüche nach dem Pokalfinale

Bis zuletzt, auch gerade nach dem Pokalsieg, hatten sich viele Würdenträger des Klubs für eine Vertragsverlängerung Meiers stark gemacht. Doch Bobic hat von seiner Richtlinienkompetenz im sportlichen Bereich Gebrauch gemacht. „Ich bin sehr traurig und enttäuscht“, betont Meier und bezog sich dabei auch ein wenig auf jene, die sich intern nicht durchsetzen konnten. Überwältigt ist er von den Reaktionen aus Fan-Kreisen und auch aus der Frankfurter Stadtgesellschaft. Es gab Unmengen Mails und Textnachrichten von Anhängern, Prominenten, auch aus Sponsorenkreisen. Meier: „Ich bleibe Frankfurt verbunden, das ist meine zweite Heimat.“ Wann er in den Kreis der Eintracht zurückkehren wird, ist offen.

Rainer Falkenhain wird abgelöst

Fast untergegangen im ganzen „Meier-Theater“ ist ein zweiter Verlust für die Eintracht-Mannschaft. Nach Informationen aus Klubkreisen wird Sportvorstand Bobic auch den langjährigen Leiter der Lizenzspielerabteilung, Rainer Falkenhain, ablösen. Der 56 Jahre alte Falkenhain arbeitet seit 1985 für die Eintracht, soll in Zukunft wohl eine andere Funktion im Verein, abseits des Teams, übernehmen. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es noch nicht.

Quelle: op-online.de

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