Sechs schwere Spiele in vier Wochen

Absoluter Härtetest für Eintracht Frankfurt

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Jetro Willems hat im Hinspiel gegen Werder Bremen Rot kassiert. 

Frankfurt - Sechs ganz schwere Spiele in knapp vier Wochen: Die Frankfurter Eintracht steht schon ganz früh im neuen Jahr vor einem absoluten Härtetest. Viermal Bundesliga und zweimal Europa-League stehen zwischen dem 26. Januar und dem 21. Februar auf dem Spielplan. Von Peppi Schmitt

National haben die Hessen gegen die nun bevorstehenden „Schwergewichte“ in der Vorrunde keinen einzigen Sieg geschafft. 1:2 zu Hause gegen Bremen, 1:3 in Dortmund, 1:1 gegen Leipzig, 1:3 in Mönchengladbach, nur einer von zwölf möglichen Punkten also. Die Eintracht stand nach dem fünften Spieltag auf dem 15. Tabellenplatz, direkt an der Abstiegszone. Das erscheint heute Lichtjahre entfernt und macht die rasante Entwicklung deutlich.

Erst mit dem Sieg gegen Hannover am sechsten Spieltag hatte der Höhenflug begonnen, der bis heute angehalten hat. In der Bundesliga sind die Frankfurter Fünfter, im Europapokal sind sie mit sechs Siegen ins Sechzehntelfinale durchmarschiert. Da wartet im Februar (14. und 21.) der ukrainische Serienmeister Schachtjar Donezk.

Trainer Adi Hütter hat in den letzten Wochen schon mehrfach betont, dass jene Mannschaft, die sich am Anfang der Saison so schwergetan hat, mit jener, die aktuell auf dem Platz steht, nicht mehr viel zu tun hat. Personell hat sich gar nicht mal so viel verändert, spielerisch und taktisch aber sehr wohl. Die Frankfurter haben längst die Idee des Trainers vom attraktiven Angriffsfußball verinnerlicht und auf dem Platz umgesetzt.

Die Eintracht ist für ihre Offensive gefürchtet, was ganz in der Tradition dieses Klubs liegt. Schon in früheren und ganz frühen Jahren war die Eintracht bekannt für schönen Fußball, ob unter Alfred Pfaff, Jürgen Grabowski oder Uwe Bein. Adi Hütter hat die Tradition wieder geweckt. Jetzt sind es nicht Mittelfeldspieler, die glänzen, sondern die Stürmer. Drei solche Angreifer wie Sebastien Haller, Luka Jovic und Ante Rebic hatte die Eintracht in der Gesamtheit noch nie.

Sie haben 29 der 37 Tore erzielt, das gab´s noch nie in Frankfurt. Der Respekt bei der Konkurrenz ist riesengroß. „Wir spielen jetzt gegen die Verrückten“, hat der Bremer Trainer Florian Kohfeldt gesagt. Auch Werders Abwehrspieler Sebastian Langkamp warnt vor dem "komplettesten Stürmer der Liga", Luka Jovic.Die Eintracht steht in den nächsten vier Wochen also vor hohen Hürden. Im Vergleich zur Hinserie ist noch ganz viel Luft nach oben. Das sieht auch Sportvorstand Fredi Bobic so. Die Eintracht müsse sich jetzt an der guten Vorrunde messen lassen. „Wir sind vorne dabei, da wollen wir auch länger bleiben und vielleicht auch bis zum Schluss“, sagt er, „dafür müssen wir alles abrufen.“

Schon am Samstagabend in Bremen soll die erste Heimniederlage der Saison wettgemacht werden. In allerletzter Sekunde hatte die Eintracht damals verloren, der Ball war nach einem Freistoß von Milot Rashica in der Nachspielzeit hinter Torwart Kevin Trapp eingeschlagen. Auch sonst war so ziemlich alles schief gelaufen in diesem ersten Heimspiel der Saison. Schon nach elf Minuten hatte Carlos Salcedo wegen einer schweren Verletzung (Syndesmosebandriss) ausgewechselt werden müssen. Der Bremer Davy Klaasen hatte ihn ungestraft vom Schiedsrichter schwer gefoult. Und in der 33. Minute war Jetro Willems nach einer Tätlichkeit gegen Theodor Gebre Selassie vom Platz gestellt worden. Die Eintracht hat also einiges gutzumachen.  

Seitdem hat sich viel geändert. Die Frankfurter haben sich im oberen Drittel der Tabelle etabliert und strotzen nach einer zwischenzeitlichen wettbewerbsübergreifenden Erfolgsserie mit elf Spielen ohne Niederlage vor Selbstvertrauen.

Eintracht Frankfurt: Zeugnis gegen SC Freiburg

Eintracht Frankfurt präsentiert Kevin Trapp
Kevin Trapp: Note 2 © dpa
Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt Fototermin 2017/2018
David Abraham: Note 4 © Hübner
Training Eintracht Frankfurt
Makoto Hasebe: Note 3 © pressehaus/kessler
Eintracht Frankfurt - Hannover 96
Evan Ndicka: Note 3 © dpa
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Danny da Costa: Note 3 © Hübner
Eintracht Frankfurt - SC Freiburg
Sebastian Rode: Note 2,5 © dpa
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Gelson Fernandes: Note 3,5 © Hübner
Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt Training
Filip Kostic: Note 4 © Hübner
Eintracht Frankfurt - SC Freiburg
Ante Rebic: Note 2,4 © dpa
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Sebastien Haller: Note 2,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Luka Jovic: Note 3 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Jetro Willems: Keine Note © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Jonathan de Guzman: Note 4,5 © Hübner
Eishockey Testspiel, Offenburger FV - Eintracht Frankfurt
Marc Stendera: keine Note © Hübner

„Bremen ist stark, wir aber auch“, sagte Libero Makoto Hasebe, „wir fahren dahin, um drei Punkte zu holen.“  Die schweren Brocken der nächsten Wochen sind mehr Herausforderung als Belastung für die Mannschaft. Der Trainer ist überzeugt, dass die sichtbar gewordenen körperlichen Schwächen, wohl hervorgerufen durch Reisestress und Jetlag nach dem Trainingslager in Amerika, nun überwunden sind. Trotz Eiseskälte hat er sein Wochenprogramm knallhart durchgezogen.

Das Spiel in Bremen ist das letzte vor wichtigen personellen Entscheidungen. Zum einen endet die winterliche Transferperiode am nächsten Donnerstag, zum anderen muss bis zum 1.Februar auch die Meldung der Spieler für die Europa-League abgegeben werden. Nach dem Verkauf von Carlos Salcedo für knapp neun Millionen Euro nach Mexiko ist es als wahrscheinlich, dass sich die Eintracht in der Defensive und/oder der rechten Außenbahn noch verstärken wird.  

Quelle: op-online.de

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