Zwei Monate war die Leitung mausetot

Von Florian GröschRödermark - Edith Fischer, den digitalen Errungenschaften der Zeit zugetan, entschloss sich Anfang Juni, der Telekom den Rücken zu kehren und mit der Wohnung auch gleich den Telefonanbieter zu wechseln.

Ergebnis: "Wir hatten zwei Monate kein Telefon." Und schließlich fand die Telekom heraus, dass die Leitung überhaupt nicht DSL-fähig ist.

Die Arcor Telefon- und DSL-Internetflatrate mit allem Drum und Dran sollte es sein. Vier Wochen vor dem Umzug bestellt, schwieg das Telefon beim Einzug Anfang Juli. Zunächst noch rechtmäßig, Arcor hatte angekündigt, am 10. Juli die Leitung freizuschalten. Doch die Telekom, magentafarbener Herr über die Telefonkabel, hatte ihren Teil der Abmachung noch nicht geleistet.

Bevor die Konkurrenz grünes Licht geben kann, muss der ehemalige Fernmelde-Monopolist zunächst die Leitung freigeben, lässt Arcor-Pressesprecher Thomas Rhompzcyk wissen. Sein Erklärungsversuch: "In dieser Zeit haben die Telekom-Mitarbeiter gestreikt." Immer wieder sei Arcor an die Telekom herangetreten zur Behebung der Probleme, jedoch ohne Erfolg. Wochenlang hörte man nichts und blieb somit handlungsunfähig. Des Weiteren stellte Edith Fischer fest, dass die Leitung in ihrer alten Wohnung immer noch freigeschaltet war. Für sie ein Unding, hatte doch Arcor versprochen, sich um alles zu kümmern.

Zumindest die abermalige Abmeldung ging dann zügig über die Bühne - und kostete zehn Euro extra. Und auch die neuen geräte von Arcor wurden schon geliefert ("Die liegen immer noch rum") inklusive der Rechnung über 50 Euro.

Es folgten mehrere Telefongespräche, auch übers teure Handy sowohl mit der Telekom als auch mit Arcor. Die bekannte wie ärgerliche Krux: Bei jedem neuen Anruf war auch eine neue Stimme am anderen Ende, Stichwort: Callcenter. Die gleiche Litanei musste Fischer immer und immer wieder aufsagen. Zudem platzten mehrere Termine mit Technikern und schließlich Fischers Kragen. "Es ist ein Gefühl der Ohnmacht."

Schließlich wandte sich Fischer an ihren Nachbarn, der ihr und ihrem Lebensgefährten eine seiner ISDN-Nummern zur Verfügung stellte, damit wenigstens die Telekommunikation machbar war. Um ins Internet zu gehen, blieb allerdings nur der Weg ins Internet-Café.

Und die schlechteste Nachricht zum Schluss: Die Telekom hat inzwischen die Leitung geprüft und festgestellt, dass sie nicht DSL-fähig ist. Der ganze Ärger also umsonst. Arcor wird, das sicherte Rhompzcyk zu, die Kosten für die Rückführung des Anschlusses zur Telekom übernehmen.

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