Zusammenschlagen als Hobby: Jugendliche immer brutaler

Offenbach - Manchmal können selbst erfahrene Polizeibeamte nur noch mit dem Kopf schütteln: Wenn Jugendliche Gleichaltrige mit Schlägen erpressen oder wilde Prügeleien mit dem Handy filmen, sind Ermittler fassungslos.

Trotzdem ist der Polizeipräsident des Bezirks Südosthessen, Heinrich Bernhardt, bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik in dieser Woche zufrieden. "Es gilt festzustellen, dass sich die Sicherheit der Bevölkerung insgesamt spürbar verbessert hat", sagt er.br /Schwer verdaulich sind seine Ausführungen über Schülergruppen, die das gemeinsame Zusammenschlagen eines Einzelnen als Freizeitbeschäftigung ansehen. Dabei werden auch immer öfter Messer eingesetzt. Besonders widerlich: Solche Aktionen werden gerne mit dem Handy gefilmt und verbreitet (so genanntes Happy Slapping). Der allgemeine Trend im Kreis Offenbach ist ein anderer: Bei den Körperverletzungen sank die Zahl vom Spitzenwert 2007 mit 257 Fällen um 19 (-7,4 Prozent) auf 238 Fälle. In der Stadt Offenbach wurde mit 157 Delikten ein Körperverletzungsdelikt weniger als im Vorjahr registriert.br /Mit noch mehr Fassungslosigkeit bleibt jeder Zuhörer zurück, wenn Bernhardt über das so genannte Abrippen berichtet. Dabei erbeuten körperlich Stärkere durch Androhung von Schlägen Mobiltelefone oder kleinere Geldbeträge. Nicht selten fehlt den jungen Tätern das Unrechtsbewusstsein und es wird eine unnötige Brutalität an den Tag gelegt. Die Mehrzahl der Straßenräuber ist zwischen 16 und 21 Jahren alt - die jüngsten Täter sind hingegen erst zehn Jahre alt.br /Insgesamt stiegen die erfassten Straßenraub-Delikte von 98 um zehn auf nunmehr 108 Fälle in der Stadt Offenbach an. Erheblich rückläufig sind die Fallzahlen im Kreis Offenbach: Hier hat es 50 Delikte weniger und damit nur noch 97 Fälle gegeben.br /Für das allgemeine Fazit lobt sich die Polizei selbst. In der Stadt Offenbach ist die Zahl aller Fälle zwar um 7,1 Prozent von 12.172 Delikten auf 13.033 angestiegen, aber dies sei auf den Anstieg der Zahlen bei Betrug und Sachbeschädigung zurückzuführen. Und die würden die objektive Sicherheit in der Stadt nicht unmittelbar beeinflussen.br /Im Kreis Offenbach sind die Kriminalitätszahlen auf ein Rekordtief gefallen: Um 16,6 Prozent von 23.196 auf 19.345 Fälle.

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