Auf der Sanitärmesse in Frankfurt

Zoll beschlagnahmt rund 40 China-Plagiate

Frankfurt - Billig-Toilettenbrillen aus Fernost: Der Zoll hat auf der internationalen Sanitär- und Heizungsmesse (ISH) in Frankfurt an mehr als 40 Ständen Plagiate einkassiert.

Hauptsächlich seien hochwertige Armaturen, Duschköpfe, Pumpen und WC-Brillen kopiert worden, berichtete die Sprecherin des Hauptzollamtes Darmstadt, Kirsten Jung, am Freitag nach dem  Einsatz.

Die Beamten hatten zusammen mit Spezialisten aus Unternehmen drei Tage lang insgesamt 719 Stände überprüft. An jedem 17. Stand stellten sie gefälschte Produkte sicher. Bei einer ähnlichen Kontrolle vor zwei Jahren schlugen die Zöllner an etwa jedem 14. kontrollierten Stand zu und zogen insgesamt 224 Fälschungen aus dem Verkehr.

Fälscher meiden Frankfurt zunehmend

„Bei der Messe Frankfurt stellen wir fest, dass Fälscher Frankfurt zunehmend meiden“, sagte Messesprecher Markus Quint. Das sei eine Folge von verstärkten Kontrollen und einem höheren Beratungsangebot. Der Zoll kann insgesamt aber keine Entspannung bei der Marken- und Produktpiraterie feststellen. „Grundsätzlich ist der Trend, dass natürlich mehr gefälscht wird“, schilderte Jung ihre Erfahrungen aus zahlreichen Messeveranstaltungen.

Die ertappten Produktfälscher stammen allesamt aus Fernost: 38 aus China, 3 aus Taiwan und einer aus Südkorea. Die Zöllner beschlagnahmten 52 verdächtige Artikel und verlangten von den Händlern insgesamt 40.500 Euro Sicherheitsleistung. Es wurden 42 Strafverfahren eingeleitet.

Verluste durch Fälschung jährlich 50 Miliarden Euro

Die Kontrolleure suchten nicht nur nach billigen Kopien, die unter falschem Namen verkauft werden. Hauptsächlich stellten sie Produkte sicher, die zwar offiziell von asiatischen Unternehmen stammen, aber verbotenerweise die Optik oder Funktion bekannter Markenprodukte nachahmen.

Das Beratungsunternehmen Ernst & Young schätzt die Verluste durch Fälschungen auf 50 Milliarden Euro pro Jahr allein in Deutschland - Tendenz steigend. Im Jahr 2015 könnte der weltweite Schaden einer Studie der Internationalen Handelskammer zufolge bis zu 1,77 Billionen Dollar (1,37 Billionen Euro) betragen.

dpa

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